Freude, Nachbarn, FREUDE

16. November 2009 12 Kommentare

freudenspam

Auch wenn die Spammails etwas anderes behaupten: Nein, es gefällt den Nachbarn NICHT gut. Freude kommt auch keine auf. Ganz im Gegenteil.

Das Problem: Es gibt so Leute, die verschwenden keinerlei Gedanken an die eigene Lautstärke. Anders ist es nicht zu erklären, warum der solariumsgebräunte Steroidbomber also-known-as Technonachbar und seine blondierte Zahnarzthelfertussi die gesamte Nachbarschaft an ihrem, äh, Leben teilhaben lassen.

Das kennt momentan genau zwei Betriebsmodi: Lautstarker Streit und noch lauterer Versöhnungssex, wobei das eine nahtlos in das andere und wieder von vorne übergeht. Gerne auch zu absurden Uhrzeiten: Streit um 2 Uhr Nachts, Fortpflanzung zur Mittagszeit.

Vielleicht sollte IHR mal jemand in einer, haha, ruhigen Minute erzählen, dass die Glaubwürdigkeit eines gefakten Höhepunkts nicht proportional mit der Dezibelanzahl ansteigt. IHN sollte man wiederum aufklären, dass sich Frauen allenfalls in billigen Sexfilmchen gerne in Kasernenhoflautstärke als „Schlampe“ und „Schluckluder“ bezeichnen lassen. Vielleicht sind die beiden aber auch wirklich so gepolt. Oder sie haben einfach zu viele billige Pornos geguckt.

Das werde ich die Beiden mal fragen. Vielleicht morgen früh, wenn sie, wie jeden Morgen, um kurz vor sieben vor dem Haus Zigarettenrauchend erste Beschimpfungen austauschen, während ihr Wagen bei 5.000 Touren warmläuft und sich der kaputte Auspuff ins Nirvana und die Nachbarn aus den Betten vibriert.

Dann gehe ich raus, zertrümmere die Scheinwerfer der Scheisskiste und frage nebenbei in Kasernenhoflautstärke, wie es denn wohl um den Pornokonsum bestellt ist.
Wie man das halt so macht, in einem Gespräch unter guten Nachbarn.
Freude!

Star Wars Gangsta Rap

16. November 2009 1 Kommentar

Die kommende Woche wird hart, da braucht man am Montag was zum Schmunzeln. Zum Beispiel das folgende Video.
Absurd – aber lustig und tricktechnisch gut gemacht: SW-Charaktere rappen sich durch die klassische Trilogie.

Video geht wieder, allerdings nur eine Preview. Die lange Vollversion gibt es hier auf atom.com.

Matrix als Chaplin-Film

14. November 2009 2 Kommentare

„Which Pill will you choose? The red one or the blue one?“
„How do I know?! It´s a black&White movie!“

Mystery Google

13. November 2009 1 Kommentar

Spass mit Google ist der neue Volkssport gelangweilter Schreibtischtäter. Insbesondere die Auto-Vervollständigen-Funktion im Suchfeld ist ein Quell unerschöpflicher Freude, ermöglicht sie doch den voyeuristischen Blick auf das, was andere Leute so suchen.

Mystery Google greift die die Lust am Gaffen und Fremdschämen auf. Die Seite liefert keine Ergebnisse zur eigenen Suchanfrage, sondern zu der eines anderen Nutzers.

Bildschirmfoto 2009-11-13 um 20.31.00

So lieferte meine Suche nach „Was ist das hier?“ einmal Ergebnisse zur Suche nach „Carlos is great, Muahahaha“ und einmal zur Anfrage „text me, aussie“.
Hu?

Ist Google Mystey lustig? Ja. Zumindest für 3 Sekunden.
Sinnvoll? Kein Stück.
Aber es ist genau das Richtige für einen 13. Freitag.

Mystery Google

Lumpenproletariat

13. November 2009 3 Kommentare

Ich wundere mich ja immer, was andere Sprachen so an deutschen Begriffen übernehmen. Meistens stolpere ich durch Zufall darüber. Gerade habe ich wieder einen besonders schönen Fund gemacht, bei FSJ.

Der falsche Mr. Jobs schreibt über den MicroSoft-Mitarbeiter, der sagte, man habe sich bei der Entwicklung von Windows 7 von optischen Ideen der, nunja, Apple-Benutzerobflächen, äh, inspirieren lassen. Und alle so: Gähn, denn das MS Apple in Punkto User experience hinterherrennt ist seit en 90ern bekannt. Damals, so wird es kolportiert, schleppte Bill Gates persönlich Macs an und forderte von seinen Entwicklern, dass Windows 95 doch bitte wie das Mac OS sein sollte.

Nunja, das war damals. Vor zwei Tagen gab es aber nun ein offizielles Statement von MicroSoft, in dem man lesen kann, das die Windowsentwickler NIE, unter keinen Umständen, never ever, sich von irgendwem haben, äh, inspirieren lassen. Schon gar nicht von Mac OS.

Genau. Was ist das überhaupt, dieses Mac? Wer Windowsentwickler werden soll darf bestimmt nicht mal wissen, dass andere Betriebssysteme existieren, geschweige denn mal eines gesehen haben. Denn immerhin setzen ja 90% aller Nutzer Windows ein. Und hier steigen wir in den Text von Fake Steve ein:

And then the Borg rolls out this old chestnut: “Over nine out of ten computer users choose Windows.”

Now, come on. Windows is like herpes. Or genital warts. Nobody chooses Windows. People get Windows. It comes preloaded on their crap machine, and they’re stuck with it.

Anyone who actually cares about this stuff goes with us. The rest, who we call the lumpenproletariat, will always use whatever comes cheap or whatever some bozo at the big box store tells them is the best. And as you will recall from reading your Marx, the lumpenproletariat were not worth worrying about.

So, yes, Microsoft, you have more than 90 percent market share. Every blockhead and cheapskate in the world goes with you. Congratulations!

Lumpenproletariat.
In einem englischsprachigen Text.
Großartig.

Surfcity Udo

12. November 2009 7 Kommentare

Werbebriefe sind lästig, solcherart „unverlangt Eingesandtes“ wandert meist ungelesen in die Rundablage. Den Brief, der an einen gewissen „Surfcity Udo“ unter der Firmenadresse geschickt wurde, den musste ich aber schon vor Neugier aufmachen.

Das Innere liess mich fast den Schlag treffen. Ein Anschreiben in Comic Sans sowie zwei Hochglanzbroschüren purzelten aus dem DinA4-Umschlag. Von den Broschüren winkten zahnlückige Kinder herunter, die so glücklich strahlten, als hätten sie gerade regenbogenkotzende Einhörner gesehen. In Ihrer Mitte saß ein irre dreinblickender Mittvierziger mit Minipli, dessen breites Grinsen allein schon eine Altersfreigabe ab 18 verdient hätte.

Genau dieser Mensch empfahl sich in den Prospekten als Kinderliedermacher und fragte an, ob wir ihn nicht für die nächste Firmenparty buchen wollten, weil er eine so launige Stimmungskanone sei. Eine CD habe er auch schon mal besungen, und ein Buch nach seinen Ideen illustriert worden (was immer das heissen mag – vielleicht hat er nur hinter der Zeichnerin gestanden und gesagt: Dort müsste noch was Rotes hin).

Meine Güte.
Kinderliedermacher empfehlen sich per Massenmailing. So weit ist es also schon. Die Aktion war bestimmt nicht billig. Aber warum dann ausgerechnet Comic Sans?

40 Jahre Sesamstrasse

10. November 2009 6 Kommentare

Wen interessieren schon 20 Jahre Mauer weg? 40 Jahre Sesamstrasse ist viel wichtiger, das weiß heute auch Google:

Bildschirmfoto 2009-11-10 um 11.44.58

via Bigbird

Weg isser

10. November 2009 1 Kommentar

Ich hatte ihn zwar schon wochenlang nicht mehr benutzt und freue mich, dass er nun einen neuen Besitzer gefunden hat – aber irgendwie war es schon komisch, den iPod Touch wegzugeben.

Das merkwürdige Gefühl stellte sich schon beim Löschen ein. Als ob man eine Selbstzerstörungssequenz startet, die alles liebgewordene innerhalb von zwei Stunden vernichtet.

Meine Musik, meine Bilder, meine Apps – unwiderbringlich gelöscht.
Am Ende war es dann nicht mehr die „Black Pearl“, die ich fast zwei Jahre mit mir rumgeschleppt habe. Am Ende war es wieder nur ein „Ding“, dass beim Einschalten die Verbindung zu iTunes forderte. Nunja. Gejammer auf Luxusniveau, immerhin lebt die Black Pearl in einer neuen Inkarnation als iPhone fort.

Möge der Touch dem Neuen Besitzer ebensoviel Freude bereiten wie mir.

Grau.

9. November 2009 4 Kommentare

Der Grey Fog of Death senkt sich über meinen Mac.
Passend zum Wetter. Wenn sich das doch nur auch durch Druck auf den Einschaltknopf ändern liesse.
rgsod

State of Fear

9. November 2009 16 Kommentare

Mit Angst verkauft es sich fast so gut wie mit Sex.

SOF1

SOF2

Gesehen in der Reinigungsmittelabteilung.
Widerlich.

Wichtiger Tip

6. November 2009 17 Kommentare

Auch wenn man jede Woche etwas bei Amazon bestellt und die Seite quasi blind bedienen kann, sollte man immer noch einmal einen Blick auf die Bestellung werfen bevor man sie absendet.

Das ist insbesondere dann wichtig, wenn man den Warenkorb als Merkzettel missbraucht hat und da Dinge drin rumlungern, die man sich später mal genauer angucken wollte. Wenn man dann nicht aufpasst, kann es passieren, dass man durch zu hektisches Rumgeklicke auf „Weiter“-Buttons statt eines Taschenbuchs für 4 Euro mit einem Mal Dinge im Wert von, sagen wir mal, 189,54 Euro bestellt.

Also: Augen auf beim Online-Kauf und den nervösen Klickerfinger ruhigstellen. Am besten die Maus mit dem Kinn bedienen. Oder so.
Das nur mal als Tip. Ganz allgemein.

Tempolimit bei Google?

5. November 2009 13 Kommentare

Interessant. Wenn ich mehrere Suchanfragen schnell hintereinander weg absetze, passiert neuerdings das hier:

Bildschirmfoto 2009-11-05 um 12.09.19

Nun kommt es gar nicht selten vor, dass ich nach etwas suche, die Treffer überfliege und in Sekunden die Suchabfrage erweitere und neu absetze. Da ist so ein Tempolimit schon recht nervig. Oder ist das schon Arbeitsverweigerung? Hm.

Mehrfach ausdrucken und überall in Sichtweite befestigen.

3. November 2009 8 Kommentare

Bildschirmfoto 2009-11-03 um 20.31.30

Willkommen im Club

3. November 2009 7 Kommentare

Anruferin: „Hallöchen! Spreche ich da mit Herrn Silencer?“
Ich: „Mwnh.“

Um kurz nach 09.00 Uhr am Samstag Morgen bin ich nicht wirklich ansprechbar. Und auskunftsfreudig erst recht nicht. Anrufer müssen sich darauf einstellen den Kopf abgebissen zu bekommen. Allerdings bin ich dazu erzogen worden, gegenüber älteren Leuten freundlich zu sein. Und die Dame am anderen Ende ist ein älteres Semester. Ausserdem ist sie vermutlich bis oben hin zu mit Eierlikör oder 4711 oder was auch immer ältere Damen so zum Berauschen nehmen. Sie strahlt nämlich quasi radioaktiv durchs Telefon.

Anruferin: „Wissen Sie eigentlich, wie lange sie schon im Club sind?“

WTF? Ich dachte, aus dem Club wäre ich vor ein paar Stunden raus. Nochmal schnell umgucken: Gottseidank, ich bin zu Hause.

Ich: „Mwah?“
Anruferin: „18 Jahre! Acht-Zehn-Jahre sind sie schon Mitglied im Club! Ist das nicht toll? Wie die Zeit vergeht, was? Ich frage das immer am Anfang, weil die meisten Leute gar nicht wissen wie lange sie schon drin sind.“

Ach, DER Club. „Der Club“. Der Bertelsmann Buchclub.
Wie Quelle ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Als Mitglied kann man Bücher in speziellen Clubeditionen bestellen. Die sind dann etwas günstiger als im Laden. Dieser ganze Club ist eigentlich ein Vehikel, um die Buchpreisbindung zu umgehen. Als Clubmitglied ist man verpflichtet mindestens einmal pro Quartal was zu kaufen. Ich habe die Clubmitgliedschaft quasi geerbt.

DamalsTM war er die einzige Möglichkeit für die Leute vom Dorf, Informationen über Neuerscheinungen zu bekommen und Bücher per Post zu bestellen. Wer lesen wollte, musste im Club sein. Meine Güte, ist DAS lange her. Mittlerweile vertickt DER CLUB auch Filme, Musik, Versicherungen und Whatnot, aber das lieblos. Die Filialen sind viel zu klein, der Internetauftritt ist ein Witz. Jahrelang hat Bertelsmann gepennt, und auch die Quelle-Insolvenz ist anscheinend kein mahnendes Beispiel dafür, dass es nicht ewig mit überkommenen Vertriebskonzepten weitergehen kann. Wenn man im schlecht sortierten Onlineshop eine Bestellung aufgibt, hat man die Wahl: Entweder den Versand bezahlen oder an eine Filiale liefern lassen und dort abholen. In Zeiten von One-Click-Versandkostenfrei-Amazon ist das ein Anachronismus. Bertelsmann Buchclub, das riecht immer noch nach Schrankwand, röhrendem Hirsch und Wirtschaftswunderzeiten.
Was die Dame am Telefon nicht davon abhält, stimmlich eine Begeisterung auszudrücken als wäre DER CLUB das tollste auf der Welt.

Anruferin: „Ich wollte mit Ihnen mal über unsere Zusatzangebote sprechen, wir haben da tolle Handyverträge…“
Ich: „MwahGRrrr.“
Anruferin: „Oder ist gerade schlecht?“
Ich: „Mwnh“
Anruferin: „Dann rufe ich später nochmal an“
Ich: „Mwah.“

Seit Jahren will ich mich schon um eine Kündigung kümmern. Nun werde ich es endlich mal angehen. Irgednwie vergesse ich zwischen den Quartalskäufen immer, dass ich ja Mitglied im CLUB bin. Danke, liebe unbekannte Callcenter-Oma, für den Erinnerungsservice.

Und übrigens noch was

2. November 2009 5 Kommentare

Ich schätze die Bücher von Douglas Adams, auch wenn ich den „Anhalter“ mittlerweile albern finde. Ich schätze auch die Werke von Eoin Colfer. Der kleine Ire mit den vielen Volkalen im Vornamen hat schöne Dinge wie die Artemis Fowl Bücher oder Airman geschrieben.

Eoin Colfer soll die „Anhalter“-Trilogie (in fünf Bänden) fortsetzen, raschelte es vor einiger Zeit im Gerüchtewald, denn die Erben von Adams brauchen Geld möchten sein Erbe fortgeführt sehen.

Nunja, jetzt* ist besagtes Buch da. „And another Thing“ heisst es, auf Deutsch ist es unter dem Titel dieses Beitrags zu bekommen. So ein Buch in einer Übersetzung zu lesen ist natürlich im wahrsten Sinne des Wortes witzlos (Hach, was sprühe ich heute wieder vor Esprit). Ja, ich werde das Buch lesen. Ich freue mich sogar schon darauf. Nach der letzen Seite werde ich dann entscheiden, ob die Fortsetzung eine gute Idee war. Aber wenn ich mal eine Vermutung anstellen darf: Ich würde wetten, dass Colfer sich mehr Gedanken gemacht und Mühe gegeben hat als der, nach eigenem Bekunden, faule und schlampige Adams.

*) Das ist ein Bild-Zeitungs „jetzt“. Die BILD schreibt gerne mal „Jetzt wird enthüllt…“ wenn sie gut abgehangenen Quatsch recycled. Das Bildblog-Wörterbuch definiert ein BILD-“jetzt“ als „Zeitraum, der grob zwischen einem, drei, fünf und 22 Jahren liegt.“
Das Colfer-Buch ist schon Mitte Oktober rausgekommen, ich hatte das nur irgendwie verpeilt.