Man zahlt nur zweimal oder: die Miet-Ursula

5 05 2008

Ursula ist eine Bekannte. Sie sagt gern und oft den Satz: “Für Scheisse zahlt man immer zweimal”.
Das ist nicht besonders fein ausgedrückt, aber es trifft die Sache im Kern.

Es trifft auf die Billig-Cappucinomaschine zu, die nach der zweiten Benutzung nur noch asthmatisch röchelt, ebenso wie auf das Autobahn-Teilstück, dass hauptsächlich aus Hühnerdreck gebaut wurde und deshalb nach drei Jahren ausgebaggert und durch was Vernünftiges ersetzt werden muss.
Aber die Wahl fiel halt auf die “wirtschaftlich günstigsten” Anbieter.

Bei Ausschreibungen ist es besonders nervig, wenn der Preis das einzige Kriterium ist.
Da steckt man, als seriöses Unternehmen, viel Zeit und damit auch Geld in Gespräche für eine vernünftige Konzeption, häkelt liebevoll in nächtelanger Kleinarbeit ein ausführliches, modulares Angebot-deluxe-mit-Sahne-und-Cocktailkirsche-obendrauf um die wirklich anspruchsvollen Anforderungen des potentiellen Auftraggebers zu erfüllen. Dann schickt man das Ganze in fünffacher Ausfertigung in doppeltem Umschlag per Kurier, um bloß die Ausschreibungsfrist einzuhalten. Mit dem guten Gefühl, fachmännische Arbeit zu einem seriös kalkulierten Preis angeboten zu haben.

Und dann?
Dann sitzen die Damen und Herren bei der Angebotsöffnung am runden Tisch, gucken die Eingänge durch und entscheiden sich letzlich doch für den Schrauber-Michel aus dem eigenen Dorf, der in seinem, mit Kaffeeflecken durchsetzten und nach Nikotin müffelnden, Angebot Dinge versprochen hat, die nicht mal ein Raketenforscher umsetzen könnte.
Zu einem unglaublich niedrigen Fantasiepreis. Klar ist der wirtschaftlich günstig. Weil der Schrauber-Michel eine One-Man-Show ist, nur Nachts programmiert und tagsüber Fleischereifachverkäufer ist.
Aber, ach, den kennt man halt. Der hat doch schon zwei Webseiten als Referenz im Netz, so schön mit Web 2.Dingens, bunt und flashig. Das mit der Einbindung der Katalogisierungsdatenbanken, dem internen Dokumentenmanagment und dem Abgleich mit dem Exc.hange-Server wird er sicherlich auch irgendwie hingefuckelt bekommen.

Dem ist natürlich nicht so, und ein Jahr später muss jemand anders die Ruine beseitigen, die der Schrauber-Michel hinterlassen hat. Am Ende zahlt der Kunde doppelt, aber man hat sich ja nicht vorzuwerfen, weil man ja, huh, den wirtschaftlich günstigsten Anbieter gewählt hat.
Nunja.

Manchmal wünsche ich mir, dass in exakt dem Moment, in dem der Erste aus der Entscheiderrunde das Angebot vom Schraubermichel länger als fünf Sekunden anguckt, Ursula hinter der Tür hervorgesprungen kommt, ihm mit einem Gummihuhn auf den Kopf haut und brüllt:
“Für Scheisse zahlt man immer zwei Mal!”

Das wär` noch Mal ne Geschäftsidee.
Rent-an-Ursula.
Die kann das Angebot direkt vorbeibringen und so lange neben den Leuten stehen bleiben, bis der Auswahlprozess nach vernünftigen Kriterien durchgezogen wurde.
Wenn unser Angebot dann nicht gewinnt, war es eben nicht gut genug.
Damit kann ich leben.
Mit dem Schrauber-Michel nicht.





Kurz notiert 08-05-05

5 05 2008
  • Fliegengitter einbauen macht KEINEN Spass und tut an den Knien und im Rücken weh.
  • Traue nicht der Anleitung. Schneide erst das Vlies zu und tackere es dann in den Rahmen, alles ander taugt nicht.
  • Wenn Du die Hummel, die sich in die Wohnung verirrt hat,  erst einfängst wenn alle Fenster sorgfältig abgedichtet sind, kannst Du sie aus Selbigen nicht rauswerfen und musst mit dem summenden Becher zur Haustür eiern. Komische Blicke der Mitbewohnerin gibt´s dann gratis dazu.




The Dark Knight - Trailer 2

5 05 2008

Huch!

Da wartet man Monatelang auf einen neuen Trailer, sucht in Foren und auf X Webseiten nach Neuigkeiten - und wenn man dann mal ganz kurz nicht hinguckt, springt er - PLOPP!- aus dem Viralmarketinggebüsch rund um die heftigst antizipierte Fortsetzung von “Batman Begins”. Im Original auf Whysoserious.com zu sehen (eh eine lustige Seite).

Wie die Fünf Filmfreunde berichten, gibt es auch eine “jokerisierte” Variante des Trailers.
Großer Spaß.

 





Feed me, Seymour!

5 05 2008

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Danke für den Hinweis.

 





Neulich…

5 05 2008

…erzählt doch einer, er könne mit seinen Plomben Radio hören.
Fast erwartet, dass schwarzgewandete GE.Z-Eingreiftruppen hinter dem nächsten Baum hervorspringen.
Der Mann hält seinen Kopf zum Empfang Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks bereit!
Rübe ab - oder Gebühren zahlen!





Böde

5 05 2008

Ähm…
“böde” ist ein Kunstwort aus böse und blöde und anerkannter Bestandteil der sog. “Steno-Sprach”. Diese Sprache, in Kooperation mit Herrn Dipl.TiPfl. in zahlreichen offline-Meetings (brain-mäßig, weisst Du) entwickelt, dient der Komprimierung und Reduktion der zwischenmenschlichen Kommunikation per Lautsprache bei gleichzeitiger Beibehaltung des originären Informationsumfangs.
In Teilbereichen erweist sich das als sehr effizient: Die Lautfolge “Shmek.Tak.” enthält z.B. die Information “Vielen Dank, das Essen war ausgezeichnet. Ja, wir nehmen gerne noch den Ouzo-auf-Kosten-des-Hauses. Und übrigens: runden sie den Rechnungsbetrag auf eine glatte Summe auf, und: nein, wir möchten keine Rosen kaufen.”

Trotz der hohen Arbeitslosenzahlen, der schlechten Stellung des Mittelstandes, dem Dilemma der Kommunikation per E-Mail (Menschen brauchen am Tag zu viel Zeit um selbigen zu antworten, vgl. Heise-Online) und dem Rationalisierungsdruck findet diese effiziente Art der Kommunikation noch viel zu wenig Beachtung.
Wahrscheinlich, weil sie niemand kennt.