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Archiv für Dezember 2008

Silvester ist schlimmer als Karneval

31. Dezember 2008 14 Kommentare

Silvester ist schlimmer als Karneval: Genauso unerträgliche Party überall, aber mit dem zusätzlichen Nachteil, dass die besoffenen Stimmungskanonen mit Explosivstoffen hantieren dürfen.

Dabei nervt Silvester nicht nur an einem Tag. Oh nein, jedes Jahr der gleiche Mist: Erst wird man allerorten mit Jahresrückblicken und Top-Scheiss-Listen gefoltert, dann geht spätestens eine Woche vorher die Fragerei aus dem sozialen Umfeld los:

„Und, was machst Du an Silvester?“
„Nichts. Ich gucke einen guten Film, verlasse die Wohnung nicht und lese am nächsten Tag im Polizeibericht, was ich verpasst habe.“

Das wird als Antwort natürlich nicht akzeptiert.
Stattdessen wird versucht, den Silvesterverweigerer in den gruppenverordneten Spasszwang einzugliedern. Wenn man nicht gleich mit Menschen, die sich nach einem Reisetag als unaushaltsam verpeilt herausstellen, in eine alternative Schwitzhütte nach Finnland fahren muss, wird im Freundeskreis „gefeiert“.

Der sieht dann meist so aus, dass man sich in irgendeiner, mit IKEA-Sperrmüll vollgemuckelten, Rumpelbude trifft. Dort wird ekeliges, fettiges Essen gekocht („Weil gemeinsam kochen doch sooooo lustig ist) oder einer der Billig-Klassiker gefahren: Fondue. Oder dessen häßliche Schwester: Raclette.

Dann setzt man sich hin, hört sich langweilige Geschichten von doofen Laberköppen an, setzt die Tischdeko mit Kleinstfeuerwerk in Brand oder kippt sich geschmolzenes Blei über die Hose. Dabei werden lautstark große Mengen alkoholischen Irgendwas (Eierpunsch?) weggelötet, bis auch der letzte Stimmungsverweigerer im Partymodus angekommen ist.

Pünktlich um 23.59 beginnt die große Diskussion um die Uhrzeit. Rolf hat da diese 2.000 Euro-Uhr mit integriertem Höhenmesser und Flugabwehrgeschütz, die MUSS doch genau gehen! Auch wenn die Gurke sagt, dass noch 10 Minuten bis Mitternacht ist. Annes iPhone dagegen zeigt an, dass man den Jahreswechsel schon überschritten hat. Uiuiui.

Merke: Auch teure Geräte sind nur so gut wie ihr User. Irgendwer will dann, wie in der guten, alten Zeit, ARD anmachen und die Uhr auf dem Fernseher anglotzen. Dummerweise gibt es in Zeiten von Digital-TV einen unerklärlichen Zeitversatz, merkt der Technikfreak in der Runde an, es könnte also sein dass man 5 Sekunden zu spät anstösst! Ach Du Scheiße, das bringt bestimmt die nächsten zehn Jahre Unglück!

Nach dem Stößchen geht´s für die Männer raus auf die Strasse, dass ein oder andere Körperteil wegsprengen, die Damen der Schöpfung saufen derweil einen Jahresvorrat Prossecco weg.
Gegen 1 Uhr liegen dann alle: Entweder in der Notaufnahme oder im eigenen Erbrochenen.

Der 01. Januar fällt dann komplett aus, wegen Kater in Tateinheit mit Flitzekacke-durch-Eierpunsch. Wenn man nicht gerade über dem Becken hängt, werden die Brandlöcher in den eigenen Klamotten gezählt. Der halbwegs vernünftige Teil der Menschheit schwört an solchen Tagen, nie, NIE wieder Silvester zu feiern. Nur die Raclette-Fans, die verabschieden sich mit „Schön war´s, machen wir dieses Jahr unbedingt wieder, ja?!“
Man sollte ihnen in solchen Momenten auf die Schuhe kotzen.

In diesem Sinne: Gutes Neues.
Und so.

Silencers Jahresrückblick (3): Das war 2009

31. Dezember 2008 4 Kommentare

Jahresrückblicke auf alte, abgelaufene, gammelige Jahre sind langweilig. Hier der exklusive Rückblick auf das 3. Quartal des kommenden Jahres.

01.-31. Juli
In diesem Monat passiert absolut nichts. Hinterbänkler der Linkspartei fordern daher, dass er zukünftig offiziell in „Sommerpause“ umbenannt wird.

02. August
Der Bundestagswahlkampf kommt in die heiße Phase. Kommentar von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier: „Ach, Scheiße jetzt aber auch! Unverschämtheit, das hier.“
Angela Merkel schliesst die Landesgartenschauen und schmeisst feierlich den Schlüssel weg.

14. August
Skandal! Abgeordnete der Grünen sinnieren laut in eine Kamera, dass sie sich höhere Steuern auf Bier vorstellen können. Mitten in Deutschland! Die BIL.D fragt sich, ob sowas erlaubt ist. Die CSU-Fraktion beantragt, die Grünen zukünftig vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Joschka Fischer bettelt um die Aufnahme in die FDP.
Zur Bundestagswahl treten die Grünen nicht mehr an. Die Linke aus Solidarität auch nicht.

27. August
Das Blogwiesel wird in Moskau gesichtet. Bei einer offiziellen Ansprache sitzt es neben Diktator Putin, beobachten aufmerksame Fernsehzuschauer. Lenkt vielleicht in Wirklichkeit das Wiesel die Geschicke des Riesenreichs?

03. September
Schlechte Nachrichten für die Einwohner von Bispingerode. Damit hatte wirklich niemand gerechnet! Großes Mitgefühl und spontane Hilfen werden angeboten. Die B.ILD-Zeitung wittert einen Skandal. Die Eichsfelder sind der Meinung, sowas gehört verboten. Das THW soll mobilisert werden. Daraus wird jedoch vorerst nichts, da im Bundestag erst über ein robustes Mandat entschieden werden muss. Das alte Mandat ist schäbbich und wird nur noch von Klebeband zusammengehalten – was sollen nur die Leute denken? Leidtragende ist wie immer Annegret Fröhn aus Dabergotz in der Nähe von Wittstock-Ruppin. Was erstaunlicherweise ganz schöne weit von Bispingerode entfernt ist, wie amerikanische Wissenschaftler mittels Routenplaner herausfinden.

16. September
Obwohl sie bis 2 Spieltage vor dem Finale auf dem letzten Tabellenplatz lagen, wird der 1. FC Bayern München trotzdem Fußballweltmeister von Deutschland. Die Bayern nehmen das zum Anlass sich freudig zu besaufen. Deutschland distanziert sich und verhängt sofortige Autonomie. Der „Freistaat Bayern“ ist zukünftig der einzige Staat, in dem Bayern frei rumlaufen dürfen.

18. September
Die aktuellen PISA-Ergebnisse werden veröffentlicht. Die Öffentlichkeit ist geschockt: Im europäischen Vergleich liegen niedersächsische Schüler im Fach Geografie auf dem letzten Platz, noch hinter Neuseeland.

27. September
Bei den Bundestagswahlen gewinnt die CDU mit großer Mehrheit. Eine Wahlanalyse ergibt, das Angela Merkel dank der Stimmen von Blumenzüchtern, Gärtnern und Biertrinkern „Kanzlerin der Herzen“ (BI.LD) geblieben ist. Der SP.IEGEL bleibt skeptisch und titelt „Kanzlerin der Krise“, dazu ein Bild von Merkel mit Hitlerbärtchen. Das Blatt rechnet vor, wie schlecht es gerade allen gehen müsse und belegt die Rechnungen mit Vergleichszahlen und Tortengrafiken, die verdächtig nach angebissenem Bienenstich aussehen.

Jahresrückblick 2009: Januar – März
Jahresrückblick 2009: April – Juni

Nächstes Jahr, dann

30. Dezember 2008 7 Kommentare

Gestern Abend, im Computerteileladen des Vertrauens:

Ich: „Moin, ich hätte gerne eine Grafikkarte“
Schlechtgelaunter Verkäufer: „Wasnfüreine?“
Ich: „Ja, gibt´s da denn verschiedene??“
SV: „…“
Ich: Haha, kleiner Scherz. Eine ATI HD48…“
SV: „Ha. Ha.“
Ich: „…“
SV: „Hamwanich.“
Ich: „Aber die steht doch auf ihrem aktuellen Preiszettel?“
SV: „ATIs hamwa NIE auf Lager. Will doch keiner.“

Ich lasse den Blick durch den Laden schweifen. Vom Boden bis zur Decke stapeln sich Dutzende Kartons mit Grafikkarten. Alle von Nvidia. Die Auslagen und Schaufenster sind voll damit. Unbedarfte Interessenten erfahren hier vermutlich nicht mal, dass es noch andere Hersteller gibt. Was der Grund sein dürfte, dass HIER nie jemand auf die Idee kommt, eine ATI kaufen zu wollen.
Ist das hier das GeForce-Paradies? Wird man mit alten Netzwerkkarten gesteinigt, wenn man eine ATI haben will?

SV: „Muss ich bestellen.“
Ich: „Wie lange dauert das dann?“
SV: „Hmgrmbl. Geht heute noch raus. Kommt nächstes Jahr, dann.“
Ich (mit weit aufgerissenen Augen im übertrieben erschrockenen Tonfall): „Nächstes Jahr erst??“
SV: „FREITAG!!“
Ich: „Ist ja gut, war ein Scherz.“
SV: „*Grunz*“

Merke: Versuche nie, niemals, grummeligen Verkäufern gegenüber witzig zu sein. Auch wenn die eigene Laune ausnahmsweise gut ist.

Wiesel-Kurzmeldung

30. Dezember 2008 Kommentieren

Soeben erreichte uns die folgende Wiesel-Kurzmeldung:


Keine Geschenke fürs Wiesel?
Das muß nicht sein!
Entscheiden Sie jetzt, wie es weitergeht!
Hier Abstimmen

Gerade eben…

30. Dezember 2008 1 Kommentar

…schnell wieder den Tankrüssel aus dem Kleinen Gelben AutoTM gerissen und verwirrt auf die Zapfsäule gestarrt.
Nein, doch nicht aus Versehen Diesel getankt.
Meine Güte, ist DAS lange her, dass die Anzeigen für Preis und Literabgabe synchron liefen!

Mein persönlicher Ölpreisschock am Morgen.
Und eine nette Überraschung zum Jahresende.

Silencers Jahresrückblick (2): Das war 2009

30. Dezember 2008 1 Kommentar

Jahresrückblicke auf alte, abgelaufene, gammelige Jahre sind langweilig. Hier der exklusive Rückblick auf das 2. Quartal des kommenden Jahres.

02. April
Die Dax-Unternehmen legen Quartalszahlen vor, die durchweg positiv sind. Der SP.IEGEL traut der Sache jedoch nicht, bebildert die Wirtschaftslage mit einer explodierenden Hindenburg und schlagzeilt: „Deutschland, Land der Selbstverleugner“.

12. April
Damit hatte niemand gerechnet! Die BIL.D-Zeitung wittert einen Skandal, die Eichsfelder protestieren. Betroffene Gutmenschen trinken Tee und unterzeichnen den „Aufruf von Osterholz-Scharnbeck“, um die Menschenrechte zu wahren. Die Pilotenvereinigung Cockpit nimmt dazu Stellung und fordert Konsequenzen. Die Betroffenen rechnen vor: „Damit hat NIEMAND gerechnet! Niemand!“

23. April
Angela Merkel eröffnet die Bundesgartenschau in Schwerin und findet das nach eigenem bekunden „Total knuffich, wa.“
Aus einer Laune heraus macht Sie am

25. April
noch die Landesgartenschau von Brandenburg in Oranienburg auf.

09. Mai
Der SPI.EGEL bebildert die Wirtschaftslage mit einer untergehenden Titanic, an deren Steuer Hitler zu sehen ist. Warum das so ist, weiß keiner. Die Redaktion hat sich in katastrophensichere Räume unter der Brandstwiete zurückgezogen und geht nicht mehr ans Telefon.

17. Mai
Die neue CD von Britney Spears ist ein riesiger Verkaufserfolg. Kein Wunder: Die Produzenten haben dafür gesorgt, dass Britney weder singt noch tanzt oder Fotoshootings mitmacht. Das komplette Album wurde von einer speziellen Audiosoftware ausgewürfelt, die Coverbilder mit Photoshop generiert und die Videos von ILM erstellt.

22. Mai
Ver.di fordert 11 Prozent, die Arbeitgeber bieten aber bloss 4,9 an. Darauf lässt man sich nicht ein. Die Verhandlungen sind zäh, und -schwupps!- ist der als launig gedachte, gemeinsame Abend schon wieder rum. Ohne das man sich geeinigt hätte, ob man nun Wein oder Bier zum Essen trinkt.

01. Juni
Zum ersten Mal seit einem halben Jahr veröffentlicht Herr Silencer wieder einen Blogbeitrag. Auf seine lange Abwesenheit angesprochen grummelt er nur „War beschäftigt“ und räumt schnell einen Stapel mit „Rock Band“-Song Packs weg.

12. Juni
In 2008 gab es gar keine Sommerlochtiere, weshalb die Medien in diesem Jahr alles geballt nachholen: In einem Kiessee in der Nähe von Esslingen wird Nessie gesichtet, die Verstecken mit Monsterkrokodilen und Haien spielt. Während der Fotopirsch wird ein BIL.D-Fotograf von einem herumstreunenden Eisbären gefressen, der eigentlich auf der Jagd nach einem entflohenen Känguruh war.

26. Juni
Angelina Jolie hört, dass Lüneburg die dritte Welt Norddeutschlands sei und adoptiert spontan alle Einwohner. Stellungnahme von Lüneburgs Oberbürgermeister Dittmar Dettmar: „Warum nich´, schlimmer kann´s nich´mehr werden.“

30. Juni
Schlechtgelaunte Tschechen tauchen vor dem EU-Ratsgebäude auf. Große Aufregung, als man ihnen erklärt, dass dies der letzte Tag ihrer Präsidentschaft ist. Man macht das beste draus und feiert mit den Schweden in den nächsten Vorsitz rein. Das die EU über ein halbes Jahr keine Führung hatte, ist niemandem wirklich aufgefallen.

Silencers Jahresrückblick (1): Das war 2009

29. Dezember 2008 6 Kommentare

Sucht man bei G.oogle nach „Jahresrückblick 2008″ findet man „ungefähr 1.600.000″ Treffer. Ich schreibe hier nicht den ungefähr 1.600.001sten, denn: Wen interessieren schon alte, abgenutzte Jahre? Stattdessen gibt es hier was viel Nützlicheres: Einen Rückblick auf das brandneue 2009.

Los geht´s mit dem ersten Quartal:

01. Januar
Eigentlich soll Tschechien heute den EU-Ratsvorsitz übernehmen. Zur Schlüsselübergabe taucht allerdings niemand auf: Die tschechische Delegation liegt noch im Koma. Das ist wiederum Nicolas Sarkozy ganz recht: Carla Bruni hat den Schlüsselbund verbaselt. Ein Trupp Fremdenlegionäre macht sich auf eine Suchexpedition in die Untiefen ihrer Handtasche.

12. Januar
Der SPIEGEL vergleicht die Lebensmittelpreise der ersten 12 Tage des Jahres 2009 mit Mittelwerten der Jahre 1896-1957 und stellt nüchtern fest: Alles teurer geworden! Daraus folgert er: Die Rezession greift um sich, in Kürze geht alles den Bach runter.

18. Januar
Vorgezogene Landtagswahl in Hessen. Roland Koch wird mit 68% aller Stimmen gewählt, da die Wählerinnen und Wähler nicht wussten, dass es auch andere Kandidaten gab. Die SPD zieht sich Folgerichtig ganz aus Hessen ganz zurück, nur Schäfer-Mümbler sagt das keiner. Der freut sich auf die Opposition, erklärt er, nackich vor einer Schrankwand stehend, in einem dreistündigen Internetvideo.

20. Januar
Barak Obama fängt endlich offiziell als Präsident der USA an zu arbeiten. Er delegiert alle anstehenden Aufgaben an Jack Bauer. Nach 24 Stunden ist alles erledigt, Obama geht zufrieden in den Urlaub.

05. Februar
Der SPIEG.EL hat seinen Lieblingsdiktator auf dem Titelblatt. Warum, versteht niemand, im Heft findet sich nicht eine Zeile zu Hitler, sondern nur Katastrophenberichte über die Wirtschaftslage. Auf Nachfrage ist aus der Redaktion zu erfahren „Das das eben so sein muss, das letzte mal war Hitler vor 6 Wochen auf dem Titelblatt.“

09. Februar
Eine Penumbral-partielle Okkultation lässt sich beobachten. Nach Meinung vieler Eichsfelder gehört so ein Schweinkram verboten. Alle anderen finden die Mondfinsternis toll.

12. Februar
Der 200. Geburtstag von Charles Darwin. Amerikanische Kreationisten zweifeln das an.

18. Februar
Tschechien hat die Ratspräsidentschaft noch nicht übernommen. Auf Nachfrage erklärt ein Sprecher, dass man aktuell Wichtigeres zu tun hat: Die Nordische Skimeisterschaft im eigenen Land angucken.

20. Februar
Irgendeine B-Prominente kriegt ein Kind. Die B.UNTE jubelt, für die BIL.D ist es ein Skandal. Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da, sondern erhält Rückendeckung von Alice Schwarzer. Das Fachorgan GA.LA hat dazu keine Meinung und wird deshalb von Schwarzer angegriffen. Glücklicherweise eilt Elke Heidereich dem Blatt zur Hilfe. Es kommt zu einem wortgewaltigen Krieg der Edelfedern, in dessen Verlauf aufgezählt wird wer schon mal wo Urlaub gemacht hat. Das gelangweilte deutsche Feuilleton wendet sich anspruchsvolleren Themen zu und guckt lieber „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“.

03. März
Auf Spie.gel-Online werden stündlich die neuesten Ergebnisse der IFO-Geschäftsklimaumfragen veröffentlicht. Die sind recht positiv, aber der Spiegel traut der Sache nicht und titelt provokant „Quo Vadis, Deutschland?“. Auf dem Cover ist eine knochenübersäte Wüste abgebildet, über der Geier kreisen. Hält man das Heft schräg gegen das Licht, sieht einer der Kakteen ein wenig wie Hitler aus.

11. März
Aus Protest gegen sog. „Killerspiele“ läuft ein 63jähriger Rechtsprofessor schwer bewaffnet Amok. Glücklicherweise tut er das auf einem Acker in der Mark Brandenburg und gefährdet so kein intelligentes Leben. Als er das herbeigerufene SEK-Team sieht, brüllt er „Kommt doch her, Ihr Counter Striker!“. Betroffene Gutmenschen unterschreiben daraufhin den „Kasseler Aufruf“ und bestellen noch einen Tee.

27. März
Tragischer Unfall: In Köln Hürth/Kalscheuren brennt das „Big Brother“-Studio samt Container ab. Abgesehen von einer kleinen Meldung im Kölner Abendblatt bleibt dies aber von Medien und Öffentlichkeit unbemerkt.

31. März
Die Tschechen feiern immer noch das Ende der Nordischen Skimeisterschaften in Tschechien. Die dezente Erinnerung an den EU-Ratsvorsitz wird mit bösen Blicken
und einer weiteren Lokalrunde quittiert.

„Zwischen den Jahren“ – Woher kommt das eigentlich?

29. Dezember 2008 5 Kommentare

Wir befinden uns ja gerade „zwischen den Jahren“ – aber woher kommt eigentlich diese Redewendung? Schuld daran ist -natrülich- mal wieder die Kirche.

1582 beschloss Papst Gregor VIII aus einer Laune heraus, sich seinen ganz eigenen Kalender schnitzen und den nach sich benennen zu lassen. Dooferweise vergass er dabei, den Jahresanfang verbindlich festzulegen, also suchten sich die Konfessionen das selbst aus. Je nachdem, was die Leute glaubten, fing das neue Jahr daher mal am 25. Dezember, mal am 06. Januar oder irgendwann dazwischen an.

Es konnte also durchaus sein, dass in Villariba schon der Neujahrskater kuriert wurde, während man sich nebenan, in Villabacho, noch 12 Tage auf Sylvester freuen konnte.Die Konfessionen sorgten für einen kalendarischen Flickenteppich.

Diese Zeitdifferenz wurde „die Zeit zwischen den Jahren genannt“. Währenddessen waren etliche Dinge, wie z.B. das Wäschewaschen, verboten – um kein Unheil herauf zu beschwören. Kaufleute tätigten so wenig Geschäfte wie möglich – wegen Unsicherheiten in der Datierung.

Das ging so lange, bis endlich mal jemand (auch ein Papst) im Jahr 1691 auf den Tisch haute und sagte: „Leute, so geht das hier aber nicht. Die einen machen so, die anderen so. Wo kommen wir denn da hin? Das ist doch Moppelkotze!
Ich bestimme jetzt mal: Das neue Jahr beginnt am 01. Januar! Für alle!“

Bis sich das durchgesetzt hatte, dauerte es noch ein wenig. Heute wundert man sich, wo genau eigentlich damals das Problem war – an den Konfessionsstreit erinnert nur noch die Redewendung von der „Zeit zwischen den Jahren“.

Wer´s genau wissen will, guckt hier.
Mit Dank an die Schildmaid für die Anregung.

HD4830 oder HD4850?

29. Dezember 2008 6 Kommentare

So, die alte Grafikkarte ist definitiv hinüber. Ich bin kein ATI-Fanboy, aber mit Nvidias hatte ich bishe immer Probleme. Ein solches Miststück wie die, aktuell im Privat-PC verbaute, ist mir aber bisher noch nie untergekommen. Neben einigen Dingen, die bei ATI einfach schöner gelöst sind, fällt sie durch schlechte Performance selbst in alten Spielen auf (Das „Nvidia – The Way it´s meant to be played“-Logo vor einigen Spielen zwingt da fast zum Schmunzeln).

Das absolute Highlight und letztendlich ausschlaggebend für die Entscheidung, das GeForce-Vieh zu entsorgen: Die Karte friert beim Scrollen im 2D-Modus, z.B. im Browser, einfach mal das System ein. Geht ja gar nicht. Wenigstens weiß ich jetzt, wozu die Tasten „Page Up/Down“, „Pos1″ und „Ende“ gut sind. Trotzdem: Es ist einfach kein Zustand, dass, wenn man mal aus Versehen das Scrollrad der Maus bedient, man eine Minute auf eingefrorene Grafikfehler guckt.

Zudem zieht die GeForce-Sau schon beim rumidlen so viel Strom, dass bspw. beim CD-Brennen unter gleichzeitiger Browserbenutzung dem 400 Watt-Netzteil (220 Watt combined) die Lichter ausgehen.

Es muss also eine neue Grafikkarte her. Nicht eine super-duper-teuer-teuer, lieber was, was gut & günstig ist und gelegentliches Spielen erlaubt.

Jetzt kommt die Qual der Wahl. Radeon HD 4830 oder HD 4850?
Die 4850 ist die aktuelle Referenz der gehobenen Mittelklasse mit RV770 GPU, dabei auf Kampfpreis getrimmt. Diesem Biest geht selbst bei Crysis mit aktiviertem AAF nicht die Puste aus. Mit den Reserven brauche ich mich die nächsten 2 Jahre nicht weiter um Grafikkarten kümmern.

Die 4830 ist mit einer 770er-Ausschuss-GPU bestückt, hat daher weniger Stream Units und ist etwas niedriger getaktet, was sich in einem 20 Euro günstigeren Preis und geringerem Stromverbrauch im 2D-Modus niederschlägt.

Beide Karten liegen in aktuellen Spielen ca. 5 (Masse der Titel) bis 10 FPS (Crysis, Far Cry 2) auseinander.

Aber: Merkt man das überhaupt, so lange die FPS nicht unter 25 fallen?
Muss ich nochmal drüber nachdenken. Wahrscheinlich wird es die wirtschaftlich günstigere Alternative.

Update: Es ist die 4830 geworden. Den Geschwindigkeitsunterschied zur 4850 fällt nicht auf; „Crysis“ in hohen Details läuft problemlos und flüssig.

JibJab: Jahresrückblick 2008

28. Dezember 2008 Kommentieren

2008 war Mist. Warum, zeigt JibJab in etwas über 2 Minuten.
Sehr gut und spassig gemacht:

Jahresendgame

28. Dezember 2008 3 Kommentare

Früher: Als studierender Single, der zudem immer über die Weihnachtsfeiertage arbeiten musste, hatte ich jede Menge Zeit. Luxus, klar, das war mir aber auch damals schon bewusst.

Wenn ich mir über die Feritage nicht gerade in der leeren WG selbst englische Romane in Theaterbühnenlaustärke vorlas, blieb Zeit für Rechnerpflege – und zum Computerspielen. Die Tradition des „Jahresendgame“ ward geboren.

Den Anfang machte 1994 „Wing Commander III – Heart of the Tiger“. DamalsTM ein Game mit unverschämten Hardwareanforderungen. Bei Karstadt wollte man es mir nur widerwillig verkaufen – drei Mal fragte die Bedienung nach, ob ich mir WIRKLICH SICHER sei, dass ich 8 MB Hauptspeicher in meinem 486/DX2-66 hätte. Ja, ich war mir sicher, hatte ich doch NUR für dieses Spiel zwei Wochen vorher noch fix 4 MB zum Preis von 200 DM aufgerüstet. So ging die Spielepackung in Form einer Filmdose aus Blech(!) inkl. T-Shirt, Kalender und gedrucktem Bonusmaterial doch noch über die Theke. Den halben Dezember, die Feiertage und den Jahreswechsel hielt mich die Story um die Kilrathi vom Studieren und sozialen Kontakten ab.

Im Jahr darauf war es „Wing Commander – The Price of Freedom“. Über die Feiertage spielte ich es tagsüber, ging Nachts arbeiten, spielte es nach der Arbeit im Morgengrauen weiter. Irgendwann war die Müdigkeitsgrenze überschritten. Insgesamt 54 Stunden ohne Schlaf brauchte es, bis der Abspann über den Bildschirm lief. Während draussen die Welt einschneite. In den Folgejahren blieb ich im Dezember der Fliegerei treu („Privateer 2: The Darkening“,1996 und „Wing Commander – Prophecy“, 1997).

In späteren Jahren, nachem das Genre der Space Operas tot war, waren es oft Adventures, die mir die Feiertage versüssten, z.B. „Grim Fandango“ (1998) oder „Escape from Monkey Island“ (2000). Dazwischen gab es auch mal härtere Kost, die aber eher desinteressiert weggespielt wurde (Quake IV, dt. Version, 2005). Wenn ich schon was spiele, muss das Game eine gute Geschichte erzählen, um mich auch über die Feiertage zu fesseln. Ruhe, Zeit, eine gute Geschichte auf die man sich einlassen kann – was gibt es Besseres? In manchen Jahren fehlte entsprechend hochwertiger Nachschub, weshalb der Dezember oft geprägt war von Klassikern mit hohem Wiederspielwert.

Die letzten Jahre habe ich daher mit den jeweils neuen Abenteuern von Ms. Croft verbracht („Anniversary“, 2007 und „Underworld“, 2008) verbracht – nicht so exzessiv wie zu Studizeiten, aber erinnere ich mich an die vergangenen Dezember nicht über die, recht austauschbaren, Feiertage, sondern über die Games, die ich in den Jahren gespielt habe.

Das Jahresend-Game ist mittlerweile eine schöne und gepflegte Tradition im Hause Silencer.
Kennt sowas noch jemand? Spielt hier noch jemand über die Feiertage? Und falls ja: Was?

Erscheinungstermin „Rock Band: Song Pack 2″

26. Dezember 2008 5 Kommentare

Der Erscheinungstermin des zweiten Song (Track) Packs für Rock Band ist lt. Amazon.de der 26. Februar 2009. 30. April 2009. (Stand: 22.02.2009)
Es erscheint für Wii, PS2 und – neu! – auch für die XBOX und die Playstation 3 (Statt 1,99 im normalen Download zahlt man nur 1,50 pro Song, wenn man sich die Scheibe zulegt)

Die Tracklist des Song Pack 2 ist ein bunter Mix aus 20 Songs (alle Titel sind mit Videos verlinkt):

1. Avenged Sevenfold / Afterlife
2. Blondie / Call Me
3. Weezer / El Scorcho
4. Devo / Girl U Want
5. Maximo Park / Girls Who Play Guitars
6. Disturbed / Indestructible
7. Angels & Airwaves / It Hurts
8. The Cars / Just What I Needed
9. The Police / Message in a Bottle
10. Pixies / Monkey Gone to Heaven
11. Duran Duran / Rio
12. Mötley Crüe / Saints of Los Angeles
13. Lynyrd Skynyrd / Simple Man
14. Red Hot Chili Peppers / Snow (Hey Oh)
15. Nine Inch Nails / The Perfect Drug
16. Fall Out Boy / This Ain’t a Scene, It’s an Arms Race
17. Papa Roach / Time Is Running Out
18. Garbage / Why Do You Love Me
19. Judas Priest / You’ve Got Another Thing Comin’
20. Smashing Pumpkins / Zero

Rock Band-Fans steht damit ein heisser Winter bevor: Aktuell ist „Rock Band – AC/DC“ für XBOX und PS3 erschienen, die PS2 und Wii-Fassungen sollen am 22.01. folgen.
Wenn sich Terminverschiebungen ergeben, wird dieser Artikel aktualisiert.

Update 22.02.2009:
Das Erscheinungsdatum wurde auf den 30.04.2009 verschoben.

Was ist eine Digital Bonus Copy?

25. Dezember 2008 8 Kommentare

…fragte ich mich neulich schon, als ich die DVD von „Keinohrhasen“ in der Hand hielt. Auf einem fetten Aufkleber warb Warner Bros: „Inkl. Digital Bonus Copy“!

Ich verbringe ja nicht gerade die meiste Zeit hinterm Mond, wenn es um technische Spielereien geht, aber davon hatte ich noch nichts gehört. Was bitte sollte das denn sein?

Beim Öffnen der „Dark Knight SE“-DVD flatterte ebenfalls ein Zettel heraus: „Holen Sie sich jetzt Ihre Digital Bonus Copy! Gehen Sie auf www.wbdigitalcopy.com und geben Sie Ihren Code ein.“ Warum und wozu diese Digitalcopy gut sein soll, erklärt der Zettel aber auch nicht. Das übernimmt die Website.

Das Prinzip lässt sich in drei Piktogrammen zusammenfassen und vermitteln:

wbdbc
Quelle: http://www.wbdigitalcopy.com

Man kann sich also einen Film für seinen tragbaren Player herunterladen und direkt nutzen.
Coole Idee! Auf diese Weise kann man die Filme auch unterwegs genießen. Ohne sie vorher mühselig umzurechnen (was eh kaum jemand beherrscht und meist illegal ist, da für einen der notwendigen Arbeitssschritte ggf. ein Kopierschutz umgangen werden müsste).

Aber: So gut die Idee, so vermurkst die Umsetzung. Die DBC gibt es nur mit einem Digital Rights Management, zertifiziert nach dem Standard „Plays for Sure„, dem wahrscheinlich am wenigsten nützlichsten Zerifikat ever.

Stammt von MicroSoft, wird aber nichtmal von deren eigenem Player, dem „Zune“ unterstützt. War zudem einer der größten Lacher aller Zeiten, denn MicroSoft vertrieb ab 2004 „Plays for Sure“-Musikdateien über seinen MSN-Marketplace, entschied sich dann aber in 2008 dazu, die DRM-Server abzuschalten. Der Name „Plays for Sure“ wurde damit ad absurdum geführt – ohne die Authentifizierungsserver hatten Kunden kein Recht mehr, ihre teuer gekaufte Musik abzuspielen. Plötzlich hiess es: Plays for sure plays surely not. Daher wurde das Zertifikat fix in „Certified for Windows Vista“ umbenannt, wobei der Zune auch „Certified for Windows Vista“ ist, aber keine „Certified for Windows Vista“-Dateien abspielt. Alles klar?

Zurück zur Digital Bonus Copy: Warner setzt hier also auf ein Microsoft-Zertifikat, das nach Einschätzung mancher Experten schon längst tot am Boden liegt.
Die Windows Media-Dateien, die man über das „Digital Bonus Copy“-Programm bekommt, müssen auf einem „Plays for Sure“-zertifizierten Gerät abgespielt werden. Davon gibt es so einige (Sony Walkman, Windows-Mobile 6.1 Telefone), aber der Nutzerkreis ist doch arg eingeschränkt. Die allermeisten Geräte dort draußen können mit diesen, sehr speziellen, Windows-Dateien eben nichts anfangen. Dazu gehören auch die am weitesten verbreiteten mobilen Abspielgeräte, die iPods. Generell werden Mac- und Linuxnutzer ausgesperrt – fairerweise steht das berits auf der DVD-Hülle, macht die Situation aber auch nicht besser.

Bleibt die Frage: Wenn Warner Bros. eine so dermaßen gute und kundenfreundliche Idee hat – warum traut man sich dann nicht, diese auch vernünftig umzusetzen?

Eine Digital Bonus Copy könnte ein Argument sein, um zu einer etwas teureren Variante eines Films zu greifen. In ihrer jetzigen Form ist sie aber ein Ärgernis, zumal Mitbewerber wie Disney, 20th Century Fox und Lionsgate vormachen, wie man es besser machen kann: Deren „Digital Copies“ muss man sich nicht aus dem Netz ziehen – sie liegen der Filmpackung bei und laufen sowohl mit dem Windows Mediaplayer als auch mit itunes und den korrespondierenden Abspielgeräten.

In der jetzigen Form fällt mir zur Warner Bros. Variante nur der alte Spruch „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“ ein.

Womit anfangen?

25. Dezember 2008 9 Kommentare

Entscheidungsschwäche:

wgesch

Oder: Neben den Multimonitor-PC noch das Notebook stellen und alle drei Filme gleichzeitig gucken? Hm.

Dinge, die man gut an den Feiertagen tun kann

24. Dezember 2008 7 Kommentare

Ach was, SCHON wieder Weihnachten?
Familienbesuch steht an, aber keine Lust drauf? Na dann, nix wie einen gelben Schein bei der Verwandtschaft eingereicht und was Nettes machen.
Hier ein paar Vorschläge:

- Nicht vor die Tür gehen
- „Rock Band“ spielen. die Nachbarn sind eh auf Heimatbesuch
- „Night on Earth“ gucken.
- Einen Film mit Bogart gucken. Am Besten Casablanca.
- Dazu keinen Glühwein trinken.
- Nachts spazieren gehen.
- „Herr der Ringe“-Trilogie in der Extended Version weggucken.
- Auf Youtube Robert Downey Jr.s Interpretation von „River“ anhören, mitsingen und ein wenig weinen.
- Windows komplett neu installieren, dazu irgendwas Hochprozentiges für die Nerven.
- Linux installieren, dazu Kakao mit Zimt.
- Im Internet rumgucken, dazu Kaffee
- Mit der buckeligen Verwandtschaft telefonieren, dabei versuchen, sich nicht aufzuregen.
- Ein 8-stündiges Hörspiel komplett hören und versuchen auswendig zu lernen.
- Aus dem Fenster gucken und über das Wetter freuen, dazu Pfefferminztee.
- Den/die unbekannteN Nachbarn überraschend besuchen und in ein Gespräch verwickeln.
- Gedichte schreiben/mal wieder was basteln.
- Ein Buch lesen, das man schon seit Ewigkeiten besitzt, daß man sich aber nie traute zu anzufangen, z.B. „Statistik“ von Sievers.
- Eine Rezension zu „Statistik“ von Sievers schreiben und im Blog einstellen.
- Schlafen und von Wieseln träumen
- Diese Liste in den Kommentaren ergänzen

In diesem Sinne: Ich wünsche allen Netzbewohnern und Leser/innen dieses Blogs (außer Frau Welt des Wissens, die möchte das nicht) ruhige und erholsame Feiertage. Lasst Euch nicht nerven, bringt lustige Geschichten mit nach Hause und vergesst das Bloggen nicht.

Wer Langeweile hat kann bei Donky vorbeigucken und das Wiesel trösten. Das bekommt nämlich dort keine Geschenke. :-(