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Monatsarchiv: Januar 2009

Aha.

Vor einiger Zeit fing Apple an, spiegelnde Displays als Option für seine Notebooks anzubieten. Weil´s schön bunt ist und die Zukunft, hieß es. Vor allem Leute, die die Notebooks beruflich nutzen, waren da schon sehr skeptisch.
Sicher, um in einem dunklen Raum einen Film zu gucken sind die Displays gut geeignet. Wenn man die Dinger aber unterwegs oder in hellen Umgebungen nutzen will, sieht das schon nicht mehr so doll aus, da ist was entspiegeltes schöner. Vor Kurzem, mit der Einführung der neuen 13″ & 15″ Unibody-MacBook-Pros, fiel die Option der matten Displays komplett weg. Braucht ja keiner, die neuen Displays sind soooo hell, da fällt das bißchen Spiegelei ja gar nicht auf. Hieß es.

Und was wird gestern auf der Keynote verkündet? Man kann sich das neue 17″-MacBook Pro quasi downgraden lassen. Auf ein entspiegeltes Display. Mit silbernem Rahmen. Womit wir wieder beim Look der alten Modelle angekommen wären. Dumm nur: Die Option kostet Aufpreis.

Fassen wir zusammen: Bewährtes wird erst weggeworfen und stattdessen Schrund angepriesen, später wird dann Altes gegen Aufpreis als Innovation verkauft.

Aha.

 
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Geschrieben von am 7. Januar 2009 in Ganz Kurz

 

Wenn´s sein muss, bis März

Schreck beim gestrigen Nachhausekommen. Handwerker wuseln herum, Bauscheinwerfer strahlen aufgestemmte Wände an, der Hausmeister flucht, etliche ältere Damen stehen zitternd im Flur. Der Heizungstechniker versucht mit einer Art Tauchsieder-am-Besenstiel Rohre zu erwärmen. Irgendwas ist eingefroren, man weiß nur nicht wo.
Hat ein Marder die Isolierung der Therme angeknabbert? Liegen Rohre zu dicht an der Hauswand? Man weiß es nicht.
Was man dagegen weiß: Von vier Parteien in unserem Haus hat ausgerechnet Frau Weiß kein Wasser.

Frau Weiß ist noch fit und rüstig, geht aber hart auf die 80 zu.
Eine echte Frau vom Dorf, die in jungen Jahren noch Wölfe mit der Küchenschürze erschlagen und eigenhändig ganze Felder bestellt hat, während sie nebenbei vier Kinder großzog.

Heute ist sie eine Oma vom Typ „Ich-will-ja-nichts-sagen, aber die Nachbarn haben schon wieder die Strasse nicht gekehrt!“ – dabei aber, das muss man fairerweise dazu sagen, die meiste Zeit liebenswert und freundlich.
Der Typ Frau, die jeden Morgen die ausgelesene Tageszeitung einer anderen Dorfältesten im Briefkasten hat und dazu meint „Bekomme ich halt die Zeitung vom Vortag. Das ist doch egal, in meinem Alter gibt es keine Nachrichten, die ich sofort lesen müsste.“
Sicher.
Es sei denn, es geht um Neuigkeiten aus dem Dorf. Bevorzugt vom Kaliber „Sickendieks Erna ihre Nichte…“ oder „Hoppenstetts Günther sein offenes Bein…“. So was erfährt Frau Weiß in Sekundenschnelle.

„Frau Weiß ohne Wasser!“, ist natürlich auch eine Meldung im Dorffunk.

Selbst Gegenstand der Berichterstattung zu sein und im Mittelpunkt zu stehen gefällt ihr sichtlich. „Ich konnte den ganzen Tag über nicht mal das Klo benutzen!“, verkündet sie zum wiederholten Male einer Horde Altersgenossinnen, die zitternd Flur und Treppenhaus blockieren. Gemeinsam wird sinniert, was man früher wohl in einer solchen Situation getan hat. Brunnen gegraben? Ach was, Schnee überm Feuer geschmolzen!

Gegen 22.00 Uhr meldet der Hausmeister: Die eingefrorene Stelle ist gefunden, sie liegt direkt unter Frau Weiß´Badewanne. Der Einsatz eines Heizgebläses zeigt erste Erfolge. Frau Weiß nimmt die Nachricht mit Freude auf und weiß auch schon die Lösung, um zukünftiges Zufrieren zu verhindern: „Ich lasse mir jetzt ein heißes Bad ein und komme da erst wieder raus, wenn es draussen wieder wärmer ist. Baden gegen eingefrorene Rohre! Wenn´s sein muss, bis März.“

 
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Geschrieben von am 7. Januar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Gesundgebootetes Auto?

So langsam verursacht das Wetter Kollateralschäden:
Das Kleine Gelbe AutoTM gab beim Anlassen heute Morgen schrille Warntöne von sich, gleichzeitig leuchtete die Warnleuchte für Motorüberhitzung.
Motor abgestellt, nach einer Minute wieder angelassen: Alles OK.
„Gesundbooten“ kenne ich sonst nur von Windows-PCs.

 
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Geschrieben von am 7. Januar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Alle wieder am Start?

Auch die Bayern? Gut, dann kann das neue Jahr ja endlich starten.

Unser Jahr ist jetzt schon gerettet: Es gibt auch 2009 wieder einen Dilbert-Abreisskalender für die Kaffeeküche.
Sogar in Farbe. Und bunt.

Altes, abgegammeltes Jahr (schwarzweiß)

Links: Neues Jahr (in Farbe). Rechts: Altes, abgegammeltes Jahr (schwarzweiß)

 
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Geschrieben von am 7. Januar 2009 in Berufsleben

 

Gedächtnisverlust

Gerade in meinem CD-Regal entdeckt: Eine CD von Carla Bruni.
Erschreckend!
Keine Ahnung, wie die dorthin kommt.
Muss ich ihr bei Gelegenheit zurückgeben.

 
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Geschrieben von am 6. Januar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Apple Macworld Keynote 2009: The Wheel. Reinvented.

Typisch Apple: Elegant, mit, erh, intuitiver Bedienung.
Das MacBook Wheel.


Direktwheel
via

 
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Geschrieben von am 6. Januar 2009 in Fun, Webvideo

 

Südlich des Weißwurstäquators

…ist gerade mal wieder niemand zu erreichen.
Sind die alle eingefroren? (Aktuell hier: -18,5 Grad).

Ach nein, da ist Feiertag. Schon wieder. Na, war ja auch dringend nötig, gell? So ein fetter Arbeitstag nach den langen Weihnachtsferien kann einen schon ganz schön schlauchen, da braucht man ja fix wieder frei, sonst burned man ja noch komplett out.
Das will ja keiner.

Was feiert man eigentlich? „Heilige drei Könige“? Was ist das denn? Ach, da hockt man dann den ganzen Tag zu Hause und wartet auf eine Horde Gören? Die Kinder dürfen dann ungestraft Grafitti an Haustüren anbringen und werden dafür sogar belohnt?
Aha. Das unleserliche Gekrickel darf man nicht mal abwaschen, weil das Unglück bringt oder die Welt dann untergeht oder was weiß ich, stimmt´s?
Esoterische Quatschrituale von Großsekten.
Schon putzig, irgendwie.

 
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Geschrieben von am 6. Januar 2009 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Herr Doktor, ein Wunder! Ich kann wieder scrollen!

Es ist die HD4830 geworden – der Leistungssprung zur, etwas besseren, 4850 war nicht so groß, als das sich die teurere Karte wirklich gelohnt hätte. Und die „Kleine“ verbraucht weniger Strom und ist leiser,was mehr als nur ein netter Nebeneffekt ist. Das eingesparte Geld wurde zudem in ein neues Netzteil investiert – auch nicht gerade ein High-End-Teil, aber effizienter als das Alte. Und natürlich auch leiser.

Wir halten fest: Stromsparender, leiser, in Spielen alles Schöner und Schneller – und ich kann ENDLICH wieder das Mausrad benutzen, ohne das der Rechner einfriert. Hallelujah. Oder so.

Etwas nervig: Damit man nicht jeden DVI-Umstecker benutzen kann, sondern den Super-Duper-Special-ATI-Radeon-Adapter kaufen muss, haben die Schergen die beiden Display-Anschlüsse so eng zusammengelegt, dass man Out-Of-The-Box tatsächlich nicht zwei VGA-Monitore drankriegt. Mistbande.

 
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Geschrieben von am 5. Januar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Herrn Silencers Gespür für Schnee

…hat sich wieder mal bewahrheitet. Hier hat es bestimmt 15 cm geschneit, dass Auto musste mit schwerem Gerät regelrecht ausgegraben werden.

Auf direktem Weg zur Arbeit ging es dann nicht – da Herr Plusch heute kommt, mussten erst noch Kontoauszüge organisiert werden. Was nicht ganz einfach war, weil die Deppen in den umliegenden Bankfilialen das letzte mal irgendwann im Dezember gearbeitet haben. Die Folge: Reihenweise rot blinkende Kontoauszugsdrucker ohne Papier.

Bei diesem Wetter über die Dörfer juckeln auf der Suche nach dem heiligen Drucker – auch kein Spass.

 
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Geschrieben von am 5. Januar 2009 in Berufsleben, Gnadenloses Leben

 

Manchmal… einfach zu Hause bleiben

Kleine Erinnerung, warum es manchmal echt egal ist, ob man pünktlich (oder überhaupt) zur Arbeit oder bei sonstwem vorbeikommt.
Manchmal sollte man einfach zu Hause bleiben.

Der Chef sieht es nach. GANZ sicher.

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Geschrieben von am 4. Januar 2009 in Service, Webvideo

 

Hochleistungsbeamer und Gebäude

…als Projektionsfläche, dazu ein paar kreative Künstler – und schon ist der Beweis erbracht, dass „Blinkenlights“ der kalte, nach alten Socken schmeckende Kaffee ist, den wir stets hinter der gehypten Fassade vermutet haben.
Das hier ist wirklich cool:

 
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Geschrieben von am 4. Januar 2009 in Webvideo

 

Es wird Deutsch in Kaltland

…sagte ein Kollege immer, wenn der Wetterbericht wieder mal solche Eiseskälte prophezeite wie jetzt gerade. Minus 20 Grad in den nächsten Tagen? Da lach´ ich doch drüber. Das ist nichts gegen den Januar 1996, in dem die Temperaturen ein paar Tage lang unter -25 Grad lagen. Und ich die hautnah erleben durfte.

Dummerweise musste ich in einer solchen Nacht rund 20 Kilometer von der Arbeit nach Hause fahren. Das Auto sprang sofort an – Volvo halt, die Kisten fressen solche Temperaturen zum Frühstück.

Nett auch, dass der Wagen schnell warm wurde.
Sehr angenehm. Aber: Moment – ging das nicht ein wenig zu schnell?
Ein wenig viel zu schnell?
Innerhalb weniger Minuten war es im Wageninneren nicht nur muckelig warm, sondern geradezu heiß geworden. Ein Blick auf die Temperaturanzeige des Motors (ja, sowas hatten Autos damals noch :-) ) offenbarte auch schnell den Grund für die Blitzsauna: Die Motortemperatur stieg rasant an, die Nadel schnellte auf den tiefroten Bereich zu.
Dafür konnte es nur eine Erklärung geben: Der Kühler war eingefroren! Obwohl die Kühlflüssigkeit zu einem Viertel aus Glysantin bestand.

Was machen? Natürlich so schnell wie möglich den Motor ausstellen! Dummerweise befand ich mich auf einer Bundesstrasse ohne Parkstreifen, dafür mit Schneewehen links und rechts. Einfach dort anhalten war doch etwas gewagt. Stattdessen aktivierte ich erstmal die Notlüftung. Die Motorhaube der GL343-Serie öffnet, anders als bei den meisten Wagen, mit der Fahrtrichtung. Ein Zug an der Verriegelung, und die Motorhaube hob sich um 10 cm. Eiskalte Nachluft strich über den glühenden Motor.

Das reichte, um die nächste Ausfahrt zu erreichen. Ich stellte den Motor ab, stieg aus und wartete. Mitten in der Nacht auf einem Parkplatz, bei Minus 25 Grad. Bekleidet mit einem leichten Anzug, einer nicht allzu dicken Jacke und dünne Halbschuhen. Und ein Auto mit evtl. schon geplatztem Kühler und verheiztem Motor. Super.

Nach einer halben Stunde wagte ich es weiterzufahren. Allzu weit kam ich nicht, vielleicht 5 Kilometer, dann stand die Nadel wieder im roten Bereich. Also wieder Parken und Warten. Meine Füße waren kaum noch zu spüren, als hätte mir jemand Eisblöcke an die Beine getacktert.

Nach einer halben Stunde wieder 5 Kilometer. Und das Spielchen von vorne.
Viel kann man um 2.00 Uhr morgens, mitten in der Pampa, ja nicht machen um sich von der Kälte abzulenken.
Man kann ausrechnen, wieviele Steine in der Mauer da verbaut sind. Oder die Bäume angucken. Man kann die Zähne im Takt zu vorgestellter Musik klappern lassen. Oder ganz still stehen und schauen, wie lange es dauert, bis man sich nicht mehr bewegen kann.

Irgendwann kam ich dann zu Hause an – um dort festzustellen, dass der Kühler plötzlich komplett aufgetaut war, vernünftig funktionierte und noch dicht war.

Ich liess mir erstmal eine heiße Badewanne ein und kam mir darin vor wie Luke Skywalker, der nach seiner Rettung durch Han Solo auf Hoth in einen Bactatank gesteckt wird, um seine Erfrierungen zu behandeln.

Dem Motor hat das Ganze übrigens nicht geschadet – der Volvo lebt heute noch, wenn auch nicht mehr in meinem Besitz.

Trotzdem: Diese Nacht, mit dem endlosen Warten bei eisigen Temperaturen – das werde ich nicht vergessen.

 
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Geschrieben von am 2. Januar 2009 in Historisches

 

Neujahrsansprache

Gehalten vom Gastredner und Berufsoptimisten Bernd Brot.

 
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Geschrieben von am 1. Januar 2009 in Webvideo

 

Silencers Jahresrückblick (4): Das war 2009

Jahresrückblicke auf alte, abgelaufene, gammelige Jahre sind langweilig. Hier der exklusive Rückblick auf das 4. Quartal des kommenden Jahres.

05. Oktober
Hubert Weizenkeim aus Oberurgl findet die Lösung, um zukünftig internationale Finanzkrisen zu verhindern: Der Freizeitökonom macht den Vorschlag, dass an den Börsen der Welt mit Spekulationen spekuliert werden darf. Auch das spekulieren mit Spekulationen über Spekulationen soll erlaubt werden, genau wie der Handel mit zusammengefassten und gerateten Spekulationspaketen. Diese dürfen aber nur auf dem Parkett der Börse gehandelt werden. Aus Sicherheitsgründen muss das Börsengebäude zu jeder Zeit fest verschlossen und mit Sicherheitsleuten umstellt sein, Telefon und Internet nach draußen sind verboten. Sobald Spekulanten das Gebäude verlassen, müssen sie aufgegessen werden. Auf diese Weise sind die Banker beschäftigt und richten in der echten Welt keinen Schaden an. Die Regierungen der Welt sind begeistert und beauftragen Jack Bauer mit der sofortigen Umsetzung.

14. Oktober
„Das bringt doch auch nichts mehr“ ist der Titel des, mittlerweile sehr unregelmäßig erscheinenden, S.PIEGELs als Reaktion auf die Spekulationsspekulationen, „Wir werden ALLE untergehen“. Illustriert wird die Schlagzeile mit einem Bild der einstürzenden Twin-Towers, auf die jemand mit Edding „Finanzmarkt“ geschrieben hat.

23. Oktober
In seiner Dankesrede aus Anlass der Entgegennahme des „Nobel-Sonderpreises für ungewöhnliche und absurde Finanzideen“ bedankt sich Hubert Weizenkeim bei einem gewissen „Wiesel“ für die Inspiration. Beobachter halten das für einen Insidergag, den kein Schwein versteht.

09. November
20 Jahre Wiedervereinigung und deutsche Einheit werden heute gefeiert. Interessiert eigentlich keine Sau, es passiert halt das Übliche mit viel Blabla und so. Einzig der notorische Spinner, der den Wiederaufbau der Mauer fordert, besitzt einen gewissen Unterhaltungswert und wird von Talkshow zu Talkshow gereicht. Niedersächsische Schüler sind von soviel Geschichte in Tateinheit mit Geografie verwirrt und verängstigt. Die Eltern unterzeichnen den „Wolfsburger Aufruf“ und fordern den Schutz der Kinder.

16. November
Der Spieg.el erreicht einen neues Auflagentief. Nur noch 14 Leser hat das Blatt, dass mittlerweile nicht mehr am Kiosk erhältlich ist, sondern manchmal Nachts unter der Tür durchgeschoben wird. Er erscheint auf schlechtem Matrizenpapier, das Cover ist mit Wachsmalstiften gestaltet. Es zeigt in riesigen Lettern das Wort „Erwachet!!!!!!!!!“, darunter ein Strichmännchen mit Hitlerbärtchen, neben dem „Der UNTERGANG“ steht. Ganz links in die Ecke hat der Künstler eine kleine Maus gemalt.

28. November
Die Zeit der Jahresrückblicke und Bestenlisten beginnt. In der Blogosphäre wird Lisa Krabutznik über Nacht berühmt, weil sie auf ihrer Seite „Die besten Bestenlisten 2009″ und „Rückblick auf die Jahresrückblicke 2009″ anbietet – eine Idee, die bisher noch niemand hatte. RTL kauft die Lizenzrechte und macht eine wöchentliche Show mit Olliver Geißlein daraus.

02. Dezember
Ein Jahr voller Pannen bei der Deutschen Bahn geht zu Ende: Erst hatte im September der ICE nach Konstanz 8 Minuten Verspätung, nun gibt es auch noch einen schrecklichen Zugunfall mit prominentem Opfer: Im ICE 78BRATZ auf der Strecke von Hannover nach Dortmund rutscht Oliver Putzlkat beim Versuch, im Stehen zu Pinkeln, aus und prellt sich den Ellenbogen. Der Verband Pro Bahn fordert Konsequenzen. Bahnchef Helmut Mehrkorn bleibt hart und baut, als Zeichen seiner Entschlossenheit, ein verkrumpeltes Metallpferd vor den Bahnhof von Nürtingen.

13. Dezember
Endlich gelingt es, den Bunker unter der Brandstwiete zu öffnen. Den Rettungskräften bietet sich ein Bild des Grauens: Die Redaktion des SPI.EGEL hat sich, offenbar um dem selbst herbeigeschriebenen Weltuntergang zu entkommen, zum größten Teil selbst entleibt. Die wenigen Überlebenden hocken im Halbdunkel, trinken Matrizenflüssigkeit und kichern irre in absurde Bärtchen.

17. Dezember
Das Wiesel schafft es auf das Cover der News York Times, auf dem Arm von Jack Bauer. Es wird es als „Wiesel of the Year“ ausgezeichnet, weil es den Wohlfühlfaktor der Menschen gesteigert und die Welt sicherer und besser gemacht hat. Im Forbes-Ranking belegt es zudem Platz 8 der reichsten Personen der Welt. Manche Blogprojekte laufen halt etwas aus dem Ruder.

24. Dezember
Völlig unerwartet steht plötzlich Weihnachten vor der Tür. Die BIL.D wittert einen Skandal, die Eichsfelder protestieren. Verbraucherschützer fordern eine deutlichere Kennzeichnungspflicht. Der „Aufruf von Dabergotz“ wird von 1.000 Prominenten unterzeichnet. Was da drin steht, weiß nur Annegret Fröhn.

29. Dezember
Silencer veröffentlicht den völlig zutreffenden und unfreundlichen Jahresrückblick auf 2010. WordPress bricht unter dem Ansturm der Besucher zusammen.

31. Dezember
2009, die alte Sau, ist endlich rum.
Alle atmen auf und hoffen, dass 2010 besser wird.
Bis auf diejenigen, die Silencers Blog lesen.
Die wissen: Es kommt gaaaaaanz anders. Und damit rechnet keiner!

Jahresrückblick 2009: Januar – März
Jahresrückblick 2009: April – Juni
Jahresrückblick 2009: Juli – September

 
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Geschrieben von am 1. Januar 2009 in Fun, Satire

 
 
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