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Monatsarchiv: Februar 2009

Preisverhandlungen

Es gibt sie noch: Verkäufer, die auch die prekärste Kundschaft mit der höflichen Gelassenheit eines englischen Butlers verwöhnen. Und auch englischen Humor besitzen.
Gerade im Elektrogroßmarkt mit angehört:

Kunde: „Ey, das Dings da, das kostet 179 Euro. Können´se da am Preis noch was machen?“
Verkäufer: „Klar. Sagen wir…189 Euro?“
Kunde: „Öhm… das ist aber teurer!“
Verkäufer: „Schon. Aber sie haben ja auch nicht gesagt, in welche Richtung sie am Preis was gemacht haben wollen.“
Kunde: „Alter, verarschen kann ich mich alleine! Kannste da jetzt was am Preis machen, sonst kommen wa hier nicht ins Geschäft!“
Verkäufer: „Sagen wir… Originalpreis minus 10 Prozent?“
Kunde (triumphierend): „Cool, na geht doch!“ Im Weggehen kommt noch ein Geistesblitz: „Moment… das ist doch schon im Angebot. Was ist denn eigentlich der Originalpreis?“
Verkäufer: „199 Euro.“

Ich steckte daraufhin meinen Kopf in eine der ausgestellten Waschmaschinen, damit mein Lachen nicht so laut zu hören war.

 
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Geschrieben von am 28. Februar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Überraschung, Kinder: Werbung aus der Hölle

Sich über Werbung für „Kinder“-Produkte aus dem Hause Fer.rero aufzuregen ist leicht. Die drehen die Spots seit 100 Jahren nach den immer gleichen Mustern und nerven durch hohe Frequenz. Alles langweilig, schnarch und doof.
Dafür sollten wir dankbar sein!

In den 80ern versuchten die Verantwortlichen mal etwas anderes, zumindest in den USA. Humpty-Dumpty, selbst bekanntermaßen eiförmig, wurde als Werbeträger auserkoren. Passt ja, könnte man denken.

Dummerweise hatte man das Budget an die Werbeagentur aus der Hölle vergeben. Die kreuzten erstmal ein Deutsches Reichshuhn mit menschlicher DNA und dem Sperma eines Außerirdischen, um eine neue Superrasse von Rieseneiern zu züchten. Das erste Produkt dieser Liebesverbindung wurde einer Lobotomie sowie diversen Botox-Tests unterzogen.

Was dabei herauskam, ist ein deformiertes, retardiertes, dauergrinsendes, mit Menschenhaut überzogenes, vor sich hinbrabbelndes Riesenei, das statt der Schokolade die Plastikbeigabe frisst:

Über den Spot sagte David Lynch angeblich: „Er verstört mich. Ich verstehe das nicht. Ich habe Angst.“

Wer jetzt denkt „Gut, dass ich das nur einmal sehen musste“: Falsch gedacht.
Du wirst den Spot wiedersehen. Wieder. Und wieder.
Heute Nacht.
In deinen schlimmsten Albträumen. Dafür sorgen die Beschwörungen, die das Ei ausspricht. Was sonst sollte „Kinder, yebbol shakey“ bedeuten?

Und vielleicht, ganz vielleicht, gibt es irgendwo dort draußen noch weitere Alien/Mensch/Huhn-Hybriden…

 
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Geschrieben von am 27. Februar 2009 in Fun

 

Orientierung im Servicedschungel

Schon gemerkt? Der Einzelhandel orientiert sich zunehmend an Konzepten großer Ketten.
In letzter Zeit hatte ich es in mehreren Geschäften mit schlechten Plagiaten des McDonald´s Konzepts „Zusatzverkauf“ „Verkaufsförderung“ „Gästeberatung“ zu tun. OK, die haben das auch nicht erfunden, aber zumindest in Deutschland bekannt gemacht.

Beispiel 1:
Tabakwarenladen: „So, ihr Tabak. Noch Blättchen dazu?“
OK, Service.

Absurd aber: Beispiel 2
Bäckerei: „So, ihre Brötchen. Darf es noch ein Stückchen Kuchen dazu sein?“
Ich: „Nein, danke.“
Bäckereifachverkäuferin: „Vielleicht noch ein Kaffee zum mitnehmen?“
Ich: „Nein, danke. Nur die Brötchen. Das ist alles.“
Bäckereifachverkäuferin: „Unser Angebot der Woche ist übrigens das Achtkernbrot.“
Ich: „ARGH. Ich will doch nur Brötchen. Und endlich bezahlen!“

Warum ich das als schlechtes Plagiat bezeichne: Weil es auch für einen Zusatzverkauf Grenzen geben muss, sonst wird der Kunde genervt. Beim goldenen M weiß man das. Hier gilt die Regel: Nur eine Sache zusätzlich anbieten, und die muss zum Rest passen. Wenn der Gast sinngemäß „Das ist alles“ äußert, darf nichts weiter angeboten werden. Das muss die Bäckerei erst noch lernen.

Bin gespannt, wie lange es dauert bis die Buchhändlerin im Laden so was sagt wie: „Darf ich Ihnen noch etwas empfehlen? Kunden, die Bücher von Terry Pratchett kauften, interessierten sich auch für…“

 
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Geschrieben von am 27. Februar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Gute N8

Frau Welt des Wissens wirft mit Dings, äh Stöckchen und erteilt die Anweisung, dass ich 8 Dinge über mich preisgeben soll, die nützlich, wissenswert oder banal sind.
*Seufz*
Da-muss-ich-jetzt-durch sagt Frau WdW.
Los geht´s:

  1. Einmal kam mir eine ältere Dame mit einem Hund entgegen. Ich grüßte beide mit einem Lächeln und einem leichten Nicken. Der Hund machte „wuff“.
  2. Zu meinem achten Geburtstag bekam ich eine Zwiebel und einen halben Wackerstein geschenkt. Ich freute mich sehr über dieses Zeichen elterlicher Liebe und trug die Zwiebel wochenlang in der Hosentasche mit mir herum. Den Wackerstein benutze ich noch heute als Kopfkissen.
  3. Ich bin nicht in der Lage, mit der Zunge meinen Ellenbogen zu berühren. Egal an welchem Arm.
  4. Ich habe mal ein Krokodil im Duell besiegt. Weil es nicht zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort war. Damit wurde ich automatisch Sieger.
  5. Ich wurde einmal gefragt: „Wieviel ist sechs plus zwei?“. Ich antwortete: „Acht.“ Da freute sich sich die Lehrerin ganz doll.
  6. Ich habe das Internet erfunden. Ich hatte es beim Kaffeetrinken gedankenlos auf eine Serviette gekritzelt. Als ich vom Klo zurückkam, war die Serviette weg, und die Zeitmaschine mit dem Schriftzug „ARPA“ verschwand gerade mit einem lauten Knall zurück ins Jahr 1969. Sekunden später hatte zuckte die Realität kurz zusammen, und das Internet war plötzlich überall und 30 Jahre alt.
  7. Mein Blog bloggt manchmal von ganz allein. Besonders, wenn mit nichts einfällt. Das nennen wir dann „Arbeitsteilung“ und lachen herzlich darüber, mein Blog und ich.
  8. Ich beantworte keine Stöckchen. Nie. Und wenn doch, dann nicht ernsthaft.

Das Stöckchen trägt auch deshalb den Namen “8″, da man es an acht Leute weiterwerfen soll.
Mache ich aber nicht. Ich werfe es nur an Rüdiger weiter, der es ohnehin schon beantwortet und deshalb wenig Arbeit damit hat. Aus den restlichen sieben mache ich ein nettes Lagerfeuer, auf das es hier keiner aufheben kann.
Hehe.

 
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Geschrieben von am 26. Februar 2009 in Stöckchen

 

Guitar Hero: Metallica – Songliste & Trailer

Ich habe noch nie einen Hehl draus gemacht: Ich kann Metallica nicht leiden. Aber ich mag Plastik Rock, und wenn ich mir die Songliste so ansehe, wird auch dieses Spiel einen Weg in mein Regal finden, wenn es Anfang Mai (XBOX und PS3, PS2 und Wii evtl. später) erscheint.

Neben 29 Songs der namensgebenden Band finden sich nämlich auch ganze 21 Lieder von anderen Künstlern, wie man der soeben veröffentlichten Songliste entnehmen kann:

Metallica:

All Nightmare Long
Battery
Creeping Death
Disposable Heroes
Dyers Eve
Enter Sandman
Fade To Black
Fight Fire With Fire
For Whom The Bell Tolls
Frantic
Fuel
Hit The Lights
King Nothing
Master of Puppets
Mercyful Fate (Medley)
No Leaf Clover
Nothing Else Matters
One
Orion
Sad But True
Seek And Destroy
The Memory Remains
The Shortest Straw
The Thing That Should Not Be
The Unforgiven
Welcome Home (Sanitarium)
Wherever I May Roam
Whiplash
Andere:
Alice In Chains – No Excuses
Bob Seger – Turn The Page
Corrosion of Conformity – Albatross
Diamond Head – Am I Evil?
Foo Fighters – Stacked Actors
Judas Priest – Hell Bent For Leather
Kyuss – Demon Cleaner
Lynyrd Skynyrd – Tuesdays Gone
Machine Head – Beautiful Mourning
Mastodon – Blood And Thunder
Mercyful Fate – Evil
Michael Schenker Group – Armed and Ready
Motorhead – Ace of Spades
Queen – Stone Cold Crazy
Samhain – Mother of Mercy
Slayer – War Ensemble
Social Distortion – Mommy’s Little Monster
Suicidal Tendencies – War Inside My Head
System of a Down – Toxicity
The Sword – Black River
Thin Lizzy – The Boys Are Back in Town

Und hier noch der Trailer zum Spiel:

Sieht wirklich nach Hardcore-Geschrammel aus – macht aber einen besseren Eindruck als GH: Aerosmith, dass wie ein schlecht gemoddetes GH3 daherkam, oder RB: AC/DC, dass gleich ganz auf Customizing verzichtete.

 
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Geschrieben von am 26. Februar 2009 in Plastik Rock

 

Außerhalb unserer Geschäftszeiten

Telefon.
Anrufer: „Guten Tag. Ich habe gerade keine Zeit, könnten Sie mich bitte in einer halben Stunde zurückrufen?“
Hä? Neue Masche um Telefongebühren zu sparen? Anrufen und um Rückruf bitten? Wohl kaum, ist ein Ortsgespräch.
Na, was soll´s. Nicht wundern, nur…

30 Minuten später: Es ist nur noch der freundliche Anrufbeantworter ist dran: „Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an. Sie erreichen uns Montags bis Freitags bis 16.00 Uhr“

Hm?

 
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Geschrieben von am 26. Februar 2009 in Berufsleben

 

Kein Balg an Bord!

Bekanntes Thema, neuer Dreh am Ende:
„Was geht in diesen Eltern eigentlich vor“, frage ich mich immer, wenn ich hinter einer dieser Familienkombis herschleiche, von dessen Heckscheibe es stolz verkündet: „Balg an Bord“. Das steht da natürlich nicht in dieser Form.

Angefangen hat das vor Urzeiten, als die „Ein Herz für Kinder“-Sticker von den „ACHTUNG! Baby an Bord“-Aufklebern abgelöst wurden. Bei denen wusste man ja auch schon nicht, was das eigentlich sollte. Ist das Kleinkind im Auto der Vorausfahrenden eine solche Gefahr für die Allgemeinheit, dass davor gewarnt werden muss? Greift es während der Fahrt ins Lenkrad, pisst es dem Fahrer ins Auge oder wirft es gar mit Schnullis aus dem Fenster?

Oder glaubt eines der Elternteile allen Ernstes, ohne diesen Aufkleber käme ihre doofe Karre nicht heil durch den Stadtverkehr, weil alle anderen Verkehrsteilnehmer nichts besseres zu tun hätten, als die Kiste zu rammen, wenn da kein Aufkleber dran ist? Neulich gesichteter, besonders krasser Einzelfall: Ein Kombi, dessen Rückseite mit solchen Stickern in allen möglichen Größen quasi tapeziert war PLUS der handgemalten Beschriftung „FOR MY CHILDS SAKE, PULL BACK!!!“, die sich über den gesamten Stossfänger zog.

In den letzten Jahren ist ein Trend zur Personalisierung und damit zur Verschlimmerung zu erkennen. Immer öfter dröhnen die Papperl vom Heck der Familienschleuder auch die Namen der, seien wir ehrlich: In den meisten Fällen missratenen, Brut: „Anna-Jaqueline on Tour“, „Kevin Maria an Bord“ oder „Leon-Jochen-Lukas unterwegs“.

Die Bedeutung der Aufkleber scheint sich also gewandelt zu haben, vom Äquivalent der außen angebrachten Christophorus-Plakette hin zum Auswuchs elterlichen Mitteilungsbedürfnisses.
Nur: Was genau soll da mitgeteilt werden? Die abartigen Namen der verzogenen Brut? Bisschen viel Aufwand, nur um vor aller Welt schlechten Geschmack zu demonstrieren.

Nein, ich vermute, es geht eher, wie fast immer, um die Darstellung der eigenen Leistung. Wenn es politisch korrekt wäre, würden die Elterntiere sicherlich auch ein „Seht her, hier kommt eine Familie, die schon brav für die Rente kopuliert hat – und DU?“ ins Heck kleben, in der Hoffnung, dass dem kinderlosen Single im Auto dahinter so richtig der Tag versaut wird.

Was auch immer dahinter steckt, was auch immer die erfolgreichen Nachwuchserzeuger kommunizieren wollen, nun haben alle Kinderlosen ebenfalls die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen. Rene Ade hält in seinem Blog einen entsprechenden Aufkleber bereit, auf Wunsch auch zum Download als PDF. Einfach ausdrucken, ausschneiden und in die Heckscheibe friemeln:

 
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Geschrieben von am 25. Februar 2009 in Betrachtung, Hass, Satire

 

Kein Zusammenhang

Am Telefon:

*Sabbel-Sabbel-Sabbel* …und mein Kniiieee, das tut vielleicht weh… *Aua-Aua-Laber-laber* …SOOOOLCHE Spritze reingekriegt… *Bla-Bla-Bla*…und Meniskus von links und rechts, ALLES geschwollen…“

Mein Blick schweift aus dem Fenster, die Gedanken in den Himmel. Mit einen seeligen Fjjjjuuuut-Geräusch fährt das Hirn in einen dämmrigen Stand-By-Modus herunter.

*Bla-Bla-Bla* …diese Schmerzen hält keiner aus, das sag ich Ihnen, KEINER… *Laber-Laber* …konnte nicht mal laufen… *Bla-Bla-Bla*…und gestern habe ich neue Skier gekauft. Am Wochenende geht´s in die Berge, Langlauf machen.“

Irgend ein Monitoring-Hintergrundprozess meines Bewusstseins blinkt kurz auf und gibt Fehlermeldungen Richtung „Syntax Error: Verknüpfung unlogisch“ aus. Der Rest des Hirns erwacht schlagartig aus dem Ruhezustand und spult die letzten Sekunden der Konversation zurück, hört sie sich noch mal an und schaltet wieder in den Konversationsgang – das alles in Millisekunden.

Ich: „Ist das Langlauf und Skifahren eine schlaue Idee? Ich meine, wegen dem Knie und so?“
GP (ehrlich erstaunt): „Wieso? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?!“

Tilt.
Ich will nicht mehr.

 
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Geschrieben von am 24. Februar 2009 in Gnadenloses Leben

 

rzmeldungen+++Wieselkurzmeldungen+++

Bei Frau WdW gibt es WIESELPOWER und in der Tauschlade die Frage, wohin das Wiesel wohl als nächstes Reisen darf.

 
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Geschrieben von am 24. Februar 2009 in Wiesel

 

Kaltgestellt

Es gibt so Leute, denen möchte man am liebsten.
Ich lasse den Satz mal so stehen, jeder weiß, was gemeint ist.
Umso schöner, wenn solchen Leute mal schlagfertig die Meinung gegeigt wird.

Am Samstag nach langer Zeit mal wieder einen guten Freund getroffen, Filialleiter bei einer größeren Einzelhandels-Franchisekette und coole Sau by nature. Da er kein eigenes Blog führt, gebe ich hier eine seiner Anekdoten wieder.

Im Geschäft, an der der Kasse, gemäßigter Andrang.
Ein Mann im Businesskasperanzug stellt sich an Position 5 an, und fängt nach wenigen Sekunden an, auf den Fußspitzen auf- und ab zu wippen.
Nach einer halben Minuten dröhnt er Richtung Kasse los:

Businesskasper:„Ich kenne das nicht, warten zu müssen.“
Verkäufer: „Na, ist das nicht schön? Hier lernen Sie noch was Neues.“
Businesskasper (polternd und sich aufplusternd): „Ich bin der Generalsekretär der $_Partei von $_Bundesland!“
Verkäufer: „Tut mir leid, dass Sie keinen vernünftigen Job haben. Ich spreche gerne mit Ihnen über offene Stellen in unserem Haus – WENN SIE DRAN SIND.“

Applaus hat es keinen gegeben, nur sehr erheiterte Gesichter bei den Umstehenden. Herr Generalsekretär verliess unter lautem Fluchen das Etablissement und machte sich offenbar gleich daran, einen Beschwerdebrief zu verfassen. Das Schreiben sorgte zwar für Aufregung, blieb aber letztlich ohne personelle Konsequenzen.

 
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Geschrieben von am 23. Februar 2009 in Ganz Kurz, Gnadenloses Leben

 

Wiesels große Reise, Woche 27-28: Trost

Immer noch in der Tauschlade, zum Glück immer noch nicht eingetauscht.
Schön und ohne weitere Worte:

Danke, Tauschlade.
Danke, Wiesel. Ein wenig Anlächeln kann ich gerade gut brauchen. Ach, was sag ich: Das kann jede und jeder gut brauchen.

 
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Geschrieben von am 21. Februar 2009 in Wiesel, Wiesels große Reise

 

*Peng* (V): Streifenhörnchen

Die Murphy-Woche ist noch nicht vorbei und hat noch mal einen draufgesetzt.
Die Frontscheibe ist wieder okay.
Dafür ist das Kleine Gelbe AutoTM nun ein Streifenhörnchen. Oder ein Fleckenzebra. Wie auch immer, es sieht Scheiße aus, denn die Werkstatt hat es geschafft, zwei große Lackstreifen aus dem Dach rauszureißen.

Das kleine Gelbe ist schon schon ein paar Jahre alt, und die Lackierung ist ebenfalls gealtert, sprich: Ein wenig ausgeblichen. Es hat die Farbe einer gesunden Zinane, was ein Farbton irgendwo zwischen Zitrone und Banane ist.

Wenn eine neue Scheibe eingeklebt wird, muss die während des Trockungsprozesses mit Klebebändern am Dach fixiert werden. Beim Ablösen der Klebebänder hat die Werkstatt nun auch gleich die oberste Lackschicht mit abgerissen – an den entsprechenden Stellen fehlt auf einer Fläche von 10 mal 25 Zentimeter rund ein halber Millimeter Lack, und darunter schimmert es Sonnengelb. Ein Schöneres als das Zinanengelb, aber die ausgefranzten Streifen sehen einfach nach Müll aus.

„Uh“, sagt der Werkstattbesitzer, ein gemütlicher und eher unsicherer Mann, dazu.
„Gut, das wir das nicht waren.“
Mir fällt fast das Essen aus dem Gesicht. „BITTE WAS?! WER DANN?“
„Na, wir hatten so viel zu tun, und dann haben wir das an den Scheibendoktor von drei Geschäfte weiter vergeben. Der macht das ja hauptberuflich und nichts anderes und mit dem gab´s noch nie Probleme und….“
„Ja, und nun?“
„Moment, ich probier mal was.“

Das „Probieren“ sieht so aus, dass der Chef des Autohauses Lackpolitur über das Dach, die Seitenscheibe und seine Hose verteilt und mit einem Lappen darin rumwischt. Natürlich lassen sich die Stellen nicht rauspolieren – ein fehlender, halber Millimeter und ein ganzer Farbton Unterschied, das kann man nicht so wegrubbeln.

„Müssen sie sich überlegen, was sie nun machen“, meint er und guckt verlegen, während ihm die Politurpaste über die Schuhe rinnt. Ich sage in ruhigem und deutlichen Tonfall:
„ICH muss da gar nichts überlegen. Ich habe IHNEN den Auftrag zur Reparatur erteilt, Sie haben den ohne mein Wissen delegiert, ihr Subunternehmer hat Mist gebaut.“
„Vielleicht rufen Sie den einfach mal an?“, meint der Chef und wringt das Poliertuch in den Händen.
„Bestimmt NICHT. Der Vertrag ist zwischen uns zustande gekommen. Hören Sie, ich brülle hier ja niemanden an und will niemanden verklagen. Aber sie sehen, dass hier Murks gemacht wurde. Ich möchte einen Wagen zurück, der so ordentlich aussieht wie ich ihn abgegeben habe.“

Beim anschließenden Telefonat zwischen Chef und dem Scheibendoktor lässt dieser Sätze fallen wie „Das Dach ist bestimmt mal nachlackiert worden, und das nicht fachmännisch“ und „In 4.000 Austauschfällen gab´s das noch nie“ und „Soll der Kunde erst mal mit einem Gutachten und dem Rechtsanwalt kommen.“
Wäre das technisch möglich, ich würde den Kerl übers Telefon erwürgen. Dummerweise reicht meine MACHT dazu nicht aus.
Das Gehabe des Scheibenarztes geht aber auch dem Autohauschef etwas zu weit. Er will am Montag erstmal Gutachter befragen, ob die schon mal ähnliche Fälle hatten, und sich nochmal mit dem Scheibenkleisterdoktor besprechen. Im Notfall wird ein Gutachten auf Chefs Kosten erstellt, die Haftpflicht vom Subunternehmer ist dann dran.

Schön, wenn es so laufen würde. Ich habe weder Lust auf einen Rechtsstreit, noch eine Rechtsschutzversicherung.

Nur: Was soll die Haftpflicht des Glasers eigentlich zahlen? Wenn das Dach ausgebessert und neu lackiert wird, passt das nicht mehr zum Rest des (ausgeblichenen) Wagens. Eigentlich müsste der rundrum neu gestrichen werden, und darauf werden die sich wohl kaum einlassen.

So oder so, heute hat das Kleine Gelbe AutoTM seine Unschuld und sein gutes Aussehen verloren. Bei allen anderen Fahrzeugen, die ich bisher besass, war mir die Optik absolut egal. Beulen? Kratzer? Störte mich nur am Rande oder gar nicht.
Beim kleinen Gelben ist das anders, und diese Aktion, die ärgert mich einfach nur.

Meine Laune ist noch weiter im Keller als den Rest der Woche. Ich will nicht mehr, ziehe mir jetzt die Decke über den Kopf und verkrieche mich die nächsten Tage im Bett.

 
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Geschrieben von am 20. Februar 2009 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

*Peng* (IV): Der romulanische Buckelwal

In der Werkstatt: Meister Rüddeck hat gute Laune, aber keinen Kaffee, keine Mitarbeiter und vor allem: Keine Ersatzscheibe.
Die kommt aber ganz bestimmt noch heute Vormittag, kein Problem, der LKW hat sich nur verspätet wegen Schnee und so.

Einen Leihwagen hat Rüddeck eigentlich auch nicht. Wegen der Abwrackprämie ist die Nachfrage nach Winzigautos so hoch, dass nicht nur das Werk nicht mehr liefern kann und die nächsten 60 bestellten Autos schon verkauft sind, sondern die Werkstatt auch ihren Leihwagenfuhrpark verkauft hat.

Er gräbt dann doch noch ein Wägelchen aus, das gerade in Zahlung gegeben wurde. Einen Mazda 121, Codename „Buckelwal“.


Symbolbild von WikiCommons

Mein Buckelwal hat praktisch keine Bremswirkung mehr und eine Leerlaufdrehzahl von 2.000, ist dafür aber poppig-Türkis. Und mit einem besonderen Extra: Einer original giftgrünen, romulanischen Innenbeleuchtung.

20-02-09_0824

Vielleicht ist das aber auch nicht nur eine auf´s Armaturenbrett getackerte Kaltlichtkathode, sondern die Tarnvorrichtung. Das würde zumindest erklären, warum die LKWs den kleinen Buckelwal von der Landstrasse schubsen wollten.

 
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Geschrieben von am 20. Februar 2009 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

Picture Friday Morning

Weil Rüdiger gerade schon in Erinnerungen schwelgt, hier nun für alle ein locker-entspanntes Video zum Ausklang der Murphy Woche. Gut, wach wird man davon nicht, aber hilft, den Tag zu überstehen: Edie Brickell: „Good Times“ vom Album „Picture Perfect Morning“


youtube DirectEdie

Der Song ist übrigens auch deshalb bekannt geworden, weil er seinerzeit mit einem Betriebssystem zusammen ausgeliefert wurde. Er war eigentlich der einzige Grund, warum man Windows95 mögen durfte, und hat damals die meisten beeindruckt: Ein Musikvideo AUF DEM COMPUTER! Gibt´s ja gar nicht!

Vor Kurzem hatte ich so einen Anfall von „Wie hiess eigentlich der nette Song damals aus Windows?“ Und dann hatte ein Bekannter sofort die passende CD parat.

 
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Geschrieben von am 20. Februar 2009 in Gnadenloses Leben

 

Momentaufnahme: Februar 2009

Herr Silencer im Februar 2009:
Lesen: Christopher Marzi: „Somnia“
Hören: Edie Brickell: „Picture Perfect Morning“ (über die neuen Fatal1ty-Pro Kopfhörer)
Sehen: „Eureka“ (2. Staffel), „Wanted“ (SE)
Spielen: „Crysis“ (ja, mit der 4830 rockt das!)
Machen: Über Risse in Windschutzscheiben ärgern, gedämpfte Stimmung schieben, Ausschreibungen im Rekordtempo bearbeiten

 
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Geschrieben von am 20. Februar 2009 in Momentaufnahme

 
 
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