- Wenn es nicht drauf ankommt, kein Termin vereinbart ist und man viel, viel Zeit hat – dann, und nur dann, ist die Deutsche Bahn auf die Minute pünktlich.
- Wenn rund 1/5 der Messehalle abgetrennt, die Gehwege die Breite von Autobahnen haben und noch mehr moderne Sitzgruppen die Reihen der Stände durchbrechen, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die ehemalige „Leitmesse“ vollkommen zur „Leidmesse“ verkommen ist. Schön, dass sich die Entscheidung, dort nicht mehr als Aussteller aufzutreten, als die richtige herausgestellt hat.
- Wenn die Messeleitung dann noch Jubelpropaganda herausgibt und die „Qualität der Gespräche“ lobt sowie „hohe Besucherzahlen“ herbeifantasiert, fragt man sich schon, in welcher Welt die eigentlich leben
- Wenn man sich mit fünf Personen nacheinander „auf einen Kaffee“ verabredet, ist es nicht zwingend erforderlich auch wirklich nacheinander fünf große Tassen Kaffee zu trinken
- Macht man das trotzdem, muss man sich über einen mittelprächtigen Tremor nicht wundern
- Wenn das MacBook tatsächlich mal leergesüffelt ist, was dank der guten Akkulaufzeiten nur selten vorkommt, dann, und NUR dann, kommt ein Typ mit einem Riesendinosaurier von Dell und versucht einem die Steckdose im Zug streitig zu machen
- Wenn man abends endlich in der Heimatstadt ankommt, vor dem Bahnhof aber keinen Fuß auf den Boden bekommt, Verkehrchaos herrscht, aufgedrehte Mit-Sechziger überall herumhoppelm und man eine Dreiviertelstunde braucht um das Kleine Gelbe AutoTM aus dem Parkhaus zu bugsieren ohne einen der Mercedes-Geronten zu rammen – dann weiß man, dass man schon wieder vergessen hat, dass das seit Wochen angekündigte Megakonzert der Volksmusik in der Halle neben dem Bahnhof HEUTE stattfand
Notizen vom Tage
04
Feb


Schildmaid
4. Februar 2009 at 23:13
Nun ja, immerhin konnten Sie fünf Tassen Kaffee trinken. Und sind nicht völlig dehydriert im Wassermangeldelirium von einer Schnittlauchpatrouille aufgegriffen worden.
Positiv denken!
Und was war das denn… Flipper in the slaughterhouse?
Silencer
4. Februar 2009 at 23:24
Ja, an den Wassermangel neulich musste ich auch denken und habe es dementsprechend positiv gesehen und genossen!
Was es genau war – who cares? Gruselig, auf jeden Fall.
Donkys Freund
5. Februar 2009 at 08:57
Mercedes-Geronten: Ich lach mich schlapp.
Tja, so Volksmusikfestivals finden leider immer in der überalterten Provinz statt, wo die Wohnstuben mit den Zinntellern an der Wand für einen Abend mal kurz verwaisen.
Silencer
5. Februar 2009 at 18:20
Sehr schönes Bild.
ruediger
6. Februar 2009 at 14:04
Bei den Messenbesuchsjubelzahlenpressekonferenzen wird meiner Meinung nach vermehrt die schweigende Mehrheit derjenigen einbezogen, die wirklich sehr gerne kommen wollten, es aber nicht geschafft haben. *hmpf*
weltdeswissens
6. Februar 2009 at 16:39
Solange diese Menschen Karten gekauft haben, ist das ja ok
Ansonsten weiss ich nicht,l was man gegen Sitzgruppen auf Messen haben könnte, mein Rücken schreit irgendwann immer nach Sitzgelegenheiten. Die sind aber Mangelware, falls man nicht einen langweiligen Vortrag ertragen will.
Silencer
6. Februar 2009 at 16:46
Sitzgruppen sind schon OK.
Wenn neben den, im Design der Messehalle ohnehin vorgesehenen, Sitzgruppen noch mehr auftauchen, so ca. alle 10 Meter eine, dort, wo eigentlich Ausstellungsstände sein sollten, dann bedeutet das nur eines: Die Messeleitung hat es nicht geschafft, genügend Aussteller anzulocken.
Wenn sich dieser speziellen Messe nicht bald einer erbarmt und ihr den Gnadenschuss gibt, wird irgendwann die ganze Halle voller Sitzgelegenheiten stehen, und in der Mitte, ganz einsam, ein einzelner Stand der Firma A.dobe.
weltdeswissens
6. Februar 2009 at 17:59
Klingt nach einer 1A-Möbelmesse