2009 sollte von Anfang an ein komisches Jahr werden.
I had a REALLY bad feeling about it, und in der Tat sind merkwürdige Dinge passiert. Erstaunlicherweise wurde das allererste Mal das Vertrauen, das ich in eine Person gesetzt hatte, zutiefst enttäuscht. Sei´s drum, in der Summe war 2009 nicht halb so schlimm wie erwartet.
Umso mehr freut es mich im Rückblick, dass ich nach vielen, und durchaus harten, Kämpfen 2009 den folgenden Stinkefinger zeigen das folgende Tänzchen widmen darf, das durchaus meine innere Landschaft, so rein gefühlsmäßig, wiedergibt:
2010 wird nochmal eine andere Nummer.
Aber jeder Kampf zu seiner Zeit.
Bild: SEGA
Bayonetta erscheint am 08.01.2010 für XBOX 360 und PS3 in einer englischen Sprachfassung mit deutschen Untertiteln. USK 18.
Eine junge Frau sieht zum Nachthimmel empor und beobachtet einen Schwarm Vögel, der am Vollmond vorbeizieht. Sie streicht eine Strähne ihrer dunklen Haare in das zurück, was man in den 50ern als Bienenkorbfrisur bezeichnet hat, und rückt ihre Hornbrille zurecht. Langsam zoomt die Kamera zurück. Die schwarzgekleidete Frau, so sieht man jetzt, steht auf einem Glockenturm. Genauer gesagt: Auf dem Zifferblatt an der Außenseite einer Glockenturmruine. Die gerade dabei ist, einen unendlichen Abgrund hinabzustürzen. Und während man sich als Zuschauer noch fragt, was zum Geier da eigentlich los ist, entpuppen sich die Vögel als Engel, die in all ihrer strahlenden Pracht zum Klang himmlischer Posaunen zur Landung auf der fallenden Glockenturmruine ansetzen. Die schwarzgekleidete Frau entsichert derweil vier Schießeisen und schickt sich an, den Engeln einen ebenso bleihaltigen wie blutigen Empfang zu bereiten.
Absurde Situation? Sicherlich, aber das ist erst der vergleichsweise harmlose Anfang von „Bayonetta“, dem neueste Machwerk der „Devil may Cry“-Produzenten. Das Spiel lässt sich, genau wie seine Vorgänger im Geiste, keinem gängigen Genre zuordnen. Am Ehesten ist vielleicht die Bezeichnung Beat´em-up-Action-Adventure zutreffend. Der Großteil der Action findet in, in sich abgeschlossenen, Räumen statt, in der es eine bestimmte Anzahl Gegner zu erledigen gilt. Hat man auch den Bösewicht auf die Bretter geschickt, geht die Handlung in einer Filmsequenz oder einer Erkundungspassage weiter. Das Gameplay beschränkt sich aber nicht nur auf Prügeleien, zwischendurch will auch ein Sprint an Hauswänden, ein Ritt auf einer Mittelstreckenrakete, ein Fahrt auf einem Zaubermotorrad und ein Flug durchs All gemeistert werden.
Von der namensgebenden Protagonistin weiß man zu Beginn nur, dass sie eine Hexe ist. Eine Hexe, die die letzten 500 Jahre in einer Kiste auf dem Grund eines Sees zugebracht hat, und die seit ihrer Befreiung vor 20 Jahren von Engeln heimgesucht wird.
Diese Engel versuchen krampfhaft, Bayonettas Seele in die Hölle zu verbringen – ein Ansinnen, dem die Dame mit dem Over-the-Top-Posh-British-Accent nicht nachkommen möchte. Stattdessen hat sie sich darauf spezialisiert, die sie heimsuchenden Engel umzulegen und deren Heiligenscheine gegen Geld zu verhökern. Als ein Informant ihr von einem alten Hexenjuwel erzählt, macht sich Bayonetta auf den Weg nach Europa und stösst dort auf einen merkwürdigen Großkonzern, der heilige Ruinen zu Festungen umbaut und Engel mit Militärtechnologie zu kreuzen scheint. Bayonetta weiß, dass das alles einen Sinn ergeben muss – wenn sie nur erinnern könnte, was vor 500 Jahren geschehen ist…
Die Eingangszene mit dem fallenden Uhrenturm und ein erster Eindruck vom Gameplay.
Den Engeln macht Bayonetta zu den Klängen von J-Pop auf unterschiedlichste, und stets fantasievolle, Art und Weise die Hölle heiss. Gegen Standardgegner reichen ihre vier Pistolen, von denen zwei als an ihren Füßen(!) befestigt sind, größere Himmelsboten erledigt sie mit ihren Haaren.
Äh.
Genau.
Haarig und ab 18
Hexenhaar führt nämlich ein Eigenleben. Es dient Bayonetta in erster Linie als Kleidung, in bestimmten Situationen wird daraus ein haariger Riesendämon beschworen, der Bossgegener erledigt. Da das Haar nur eine Funktion zur Zeit ausüben kann, steht Bayonetta bei Endgegnerkämpfen halbnackt in der Arena. Das ist nicht der einzige Grund weshalb das Spiel keine Jugendfreigabe hat – in den Kämpfen geht es sehr hart zur Sache. Blutende Engel mit abgerissenen Flügeln sind noch harmlos gegen das, was nach einem Folterangriff, den Bayonetta in späteren Kämpfen ausführen kann, übrigbleibt. Dabei wird mittelalterliches Foltergerät beschworen und eingesetzt, und sagen wir es mal so: Eine eiserne Jungfrau ist kein Spielzeug.
Bayonetta prügelt, schießt, schlitzt und foltert sich nicht nur durch eine absurde Handlung, in deren Verlauf sie Jeanne d´Arc, den Journalisten/Love Interest Luca und sich selbst als kleinem Mädchen begeget, sondern auch durch Himmel, Hölle und alles dazwischen. Besonders abgefahrene Idee: Die Engelssphäre, in der sich Bayonetta auf der Erde bewegt, wird von Menschen nur am Rande der Wahrnehmung erfasst. Umgekehrt ist es genauso: Menschen wirken für Bayonetta schattenhaft, wie eine Reflexion in heißer Luft. Auf der Erde findet ein Großteil der Handlung statt, gelegentlich Abstecher in die Hölle sind allerdings unvermeidlich – dort wartet Dämon Rodin darauf, Zauberlollis(!) mit Heilkräften oder spezielle Waffen zu verkaufen. Am Ende der, 20 Stunden langen, in 30 19 (Korrigiert, danke Fisheye) Kapitel unterteilten, Geschichte geht es dann sogar in den Weltraum, zum finalen Kampf gegen die Schöpferin.
Titelmusik Mysterious Destiny & Gameplayszenen Tekken 6 ist was für Weicheier
Die Steuerung ist ein typischer Fall von „Easy to learn, hard to master“: Zwei Knöpfe des Gamepads sind für Attacken, einer ist für Ausweichmanöver belegt. Durch schnelles Drücken stellt man damit Kombos zusammen. So weit, so Prügelspiel. Dazu kommen aber eine ganze Reihe Spezialmoves und nette Einfälle wie die „Hexenzeit“. Weicht man einem Angriff erst im letzten Moment aus, verlangsamt sich die Zeit und Bayonetta kann den eingefrorenen Gegner gefahrlos Saures geben. Die Hexenzeit sollte man unbedingt beherrschen, sonst sieht man in den schnellen und teils unübersichtlichen Kämpfen sehr schnell kein Land mehr. Denn Bayonetta ist BOCKSCHWER.
Gerade in letzter Zeit sind viele weichgespülte Games erschienen, die vom Schwiereigkeitsgrad her zwischen „nicht vorhanden“ und „kann ein Dreijähriger spielen“ rangieren. Bayonetta ist hier anders, selbst auf der Schwierigkeitsstufe „Normal“ stirbt man tausend Tode und beisst des Öfteren nicht nur ins Gras, sondern auch ins Gamepad. Neben der Beherrschung der Steuerung kommt es aber auch auf Köpfchen an – Endgegner lassen sich mit der richtigen Taktik und den richtigen Waffen oft in einem Rutsch erledigen, was ebenfalls eine nette Abwechselung von den oft repetetiven Bosskämpfen, wie man sie oft im Shootergenre findet, darstellt. Kein Kampf ist unlösbar schwer, keine Stelle unfair.
Beispiel: Bayonetta steht auf einem brökeligen Steg über einer Lavagrube und kämpft gegen einen, unbesiegbar scheinenden, heiligen Drachen. Man kann nun endlos auf den einprügeln und dabei tausendmal sterben, bis auch der himmlische Lindwurm evtl. irgendwann das Zeitliche segnet. Man kann aber auch ein wenig die Umgebung absuchen und mittels Hexenkraft und einer zu findenden Sanduhr die Zeit rückwärts laufen lassen, bis zu einem Punkt in der Vergangenheit, an dem noch keine Lava, sondern fester Boden vorhanden war. Das macht den Kampf wesentlich einfacher.
Gute Unterhaltung!
Bayonetta ist eine Wundertüte an überraschenden Einfällen – Die Handlung hat es in sich, denn genauso skurril wie die beschrieben Sequenz mit dem Uhrenturm verhält sich das ganze Spiel. Die Dichte der Aneinanderreihung von WTF-Momenten ist beeindruckend, das Spiel wird nie langweilig und unterhält nicht nur mit abwechselungsreichen Gameplay, einer nett anzuschauenden Hauptdarstellerin mit und einer absurden Handlung, sondern auch mit wunderschönen Filmsequenzen und einer Achterbahn von tollen Einfällen und Liebe zum Detail – noch nirgends sonst habe ich einen spielbaren und sinnvollen Ladebildschirm gesehen. Und das sich das Spiel mit drei aufeinanderfolgenden Endsequenzen beim Spieler bedankt, davon sollten sich alle „Das Ende machen wir offen und lassen die Leute auf den zweiten Teil warten“-Idiotendesigner eine Scheibe abschneiden. Spieler wollen am Ende eines Spiels belohnt werden – und Bayonetta tut dies, u.a. mit einem Poledance (s. Video unten).
Bayonetta macht vieles anders und sehr vieles besser als andere Spiele. Selbst wenn man Japan-Prügelspiele generell nicht mag, sollte man einmal einen Blick riskieren. Wie gesagt: Bayonetta ist anders.
I should become a Poledancer!
Und wer diesen langen Text brav bis zum Ende gelesen hat, der darf sich jetzt an den folgenden Videos erfreuen.
Dance-Ende: Bayonetta und Gegner tanzen
Credits: Fly me to the Moon in der Jazz-Version, inkl. PoleDance.
Während Activision das immer gleiche Guitar Hero-Spiel mit anderen, zweifelhaften Songlisten zum Vollpreis veröffentlicht, setzen die Rock Band-Macher auf Song-Downloads für Rock Band 2. Wenn sie dann doch ein Standalone-Spiel veröffentlichen, hat das etwas Besonderes zum Thema – z.B. Die Beatles, etwa früher im Jahr, oder nun: Lego. Ich hatte mir im Vorfeld wirklich vorgenommen Lego: Rock Band NICHT zu mögen. Für mich war die Ankündigung der Untergang des Abendlandes – hier wächst zusammen, was nicht zusammen gehört. Ein Ausmelken der Rock Band-Musikspiele aus purer Gier.
Und dann kommt Harmonix um die Ecke und präsentiert ein Spiel mit ganz viel Charme, Witz und einer so lustigen Story, dass man es leider, leider nicht schlecht finden KANN.
Spielerisch soll LRB neue Segmente erschliessen – die jugendfreien Songs und der weichgespülte Mainstream-Pop zielen auf eine jüngere, anders als Band-Hero aber nicht ausschliesslich weibliche Zielgruppe ab. Das zeigt schon die Songliste, die mir persönlich einen großen Tucken besser gefällt als die der Konkurrenz von Band Hero.
Im Kern ist es natürlich ein Plastik-Rock-Spiel im Lego-Look. Was darum herum gestrickt ist, ist allerdings herzallerliebst. Das fängt bei der Band-Zusammenstellung an, hier wird alles aus Legoteilen am Bildschirm zusammengebastelt.
Schön ist auch die Rock-Zentrale, die anfangs noch ein relativ leeres Loft ist. Nach erfolgreichen Auftritten bekommt man Innenausstattung, Haustiere und die Möglichkeit, Personal einzustellen – die sich dann alle in der Rockzentrale herumtreiben und für Leben in der Bude sorgen. Neben der Rockzentrale befindet sich die Garage, in der anfangs nur ein altersschwacher Bus steht, im Verlauf der Karriere nimmt sie die Ausmasse und den Ausstattungsgrad der Bat-Höhle an (Flugzeug, Schnellboot, Helikopter, …).
Im Gameplay selbst schlägt sich das Lego-Thema ebenfalls nieder. Einmal pro Set gibt es eine Herausforderung, bei der sich die Bandmitglieder abwechselnd beweisen müssen und in der das Können in einer Filmsequenz im Hintergrund gezeigt wird. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Auftritte – stattdessen muss bspw. mit der Kraft des Rocks ein Haus niedergerissen oder Felder mit Regen versorgt werden.
Jeweils nach ein paar Auftritten wird die Story um die aufstrebende, neue Band in Filmsequenzen weitererzählt. So weit, so bekannt – aber als eines Tages ein Bandmitglied von Freddie Mercury in einer fliegenden Untertasse entführt wird, gerät die Handlung in ganz andere Gefilde.
Die Präsentation ist wirklich gut gelungen, die Lego-Elemente sind nicht aufgesetzt, sondern wirken insgesamt wie aus einem Guß.
Ein rundum schönes Spiel, das man schon wegen der tollen Grafik die ganze Zeit knuddeln möchte. Wer darauf verzichtet und nur die Songliste haben möchte, kann diese nach Rock Band 2 exportieren. Umgekehrt stehen bereits auf Platte vorhandene Songs in Lego automatisch zur Verfügung, wenn sie eine Jugendfreigabe ab 0 Jahren haben. Das sind erstaunlicherweise die Wenigsten.
Leider gibt es ein paar Punkte, die immer wieder negativ auffallen. So ist die Übersetzung offensichtlich von der berühmten endlosen Anzahl an Shakespeare-Affen mit Schreibmaschinen erstellt worden – oder von einem betrunkenen Praktikanten.
Teilweise ergeben die Sätze gar keinen Sinn, („Wenn sie eine Kontrolle Freak sind…“), manches scheinen Flüchtigkeitsfehler zu sein („Instrumetne wählen“ ) und an anderen Stellen hat es jemand einfach nicht besser gewusst (mehrfach „Maschiene“). Wirklich schlimm sind aber die kaputten Umlaute („Mehbel“ statt „Möbel“), teilweise auftauchende Variablen („Sie haben $_ Steine verdient“) und die Abstürze. Ja, richtig gehört: Auf der XBOX stürzte Lego-Rock Band bei der Nutzung von zuvor runtergeladenen Songs mit der Fehlermeldung „Kann Disk nicht lesen, bitte reinigen“ reproduzierbar ab. Nach einer Installation auf Festplatte passierte das nicht mehr.
Ebenfalls schade: Der Zufallsgenerator für Mystery-Setlists wählt immer die gleichen zwei Songs aus. Sowas nervt und deutet darauf hin, dass das Spiel bei der Veröffentlichung noch Feinschliff gebraucht hätte.
Diese Schluderei ist ärgerlich, denn an und für sich macht das Spiel den Eindruck, als hätten die Entwickler ganz viel Liebe hineingesteckt. Die vielen, netten Details und die witzige Story rufen immer wieder ein „Ohhhh – wie niedlich hervor“ und motivieren zum Weiterspielen. Mit den Rechtschreibfehlern kann man leben, aber für die Absturz-/Zufallsgenerator-Problematik ist ein Patch angebracht. Ansonsten gilt: Wer Lego Rock Band nicht mag kann auch Hundebabies nicht ausstehen und ist ein schlechter Mensch.
Um es kurz zu machen: Band Hero ist ein weichgespülter Klon von Guitar Hero 5. Spielmodi, Grafiken, Charaktermodelle, Challenges – alles dasselbe. Das muss nicht schlecht sein, ist es in diesem Fall aber. Lediglich die neuen Instrumente lohnen das Schreiben über diesen dreisten Fall von Eigenkopie.
Neu sind tatsächlich lediglich die Bühnen, die „Treasure Hunt“-Achivements (XBOX: unverschämte 490 Punkte für das Spielen von „Geheimen Noten“ – was soll diese Inflation?!) und 2 Charaktere, ansonsten wird alles vom Vorgänger recycled. Die Songliste ist auf Mainstream getrimmt, ohne wirklich zu wissen wo sie hinwill – uralter 80er-Krempel mischt sich ohne Sinn und Verstand mit modernem Popkram, der in den USA bestimmt der Brüller ist, den aber hierzulande keine Sau kennt – oder weiß hier jemand ohne zu googeln wer Taylor Swift ist? Eben. Und allein von der Tante sind gleich 3 Songs enthalten.
Das die Songs Mainstream sind heisst ürigens keinesfalls, dass der Schwierigkeitsgrad geringer ausfällt als bei Guitar Hero. Im Gegenteil, auch bei Band Hero wird wieder Overcharting betrieben und Noten über alle Spuren verteilt, dass es eine wahre Pracht ist.
Mit anderen Worten: Das Spiel an sich ist von Mechanik und Grafik OK, aber die Setlist kann man getrost vergessen. Einige Songs wären als Download OK gewesen, aber die teuer verkaufte Kombination ist einfach nur Murks. Man merkt sehr deutlich, dass das Game auf Mädchen als Zielgrupe schielt und die Average Soccer Mum ansprechen soll, die bei Walmart nach Irgendwas von Taylor Swift für´s Töchterchen sucht.
Sei´s drum. So schnell Band Hero der verdienten Vergessenheit anheimfallen wird, umso eindrucksvoller sind die Instrumente, die hierzulande damit ausgeliefert werden. In den USA gab es die schon zu Guitar Hero 5 dazu, unsereins sollte sich die Band Hero-Grütze dafür zulegen – ein Plan, der nur bedingt aufging. Anscheinend verkaufte sich das Bundle so schlecht, dass für das Band Hero Instrumenten-Bundle zwischenzeitlich nur noch 89,- Euro auf Amazon fällig waren. Bei einem Streetprice von 69,- Euro für die XBOX-/PS3-Version der Software gab es also quasi Gitarre, Mikro und Drums für einen 20er extra. Wenn man bedenkt, dass normalerweise schon die GHWT-Drums einzeln über 100 Ocken kosten, war der kauf ein No Brainer.
Und die neuen Instrumente haben es in sich. Ich habe bisher noch nirgendwo gelesen wie AWESOME die Teile sind, deshalb schreibe ich es hier mal selbst hin: Die neuen Instrumente sind großartig! Zwar wird das Rad nicht neu erfunden, aber die vielen Detailverbesserungen rechtfertigen den Kauf für 20 Euro.
Das Instrumentenpaket in der Verpackung, die wesentlich effizienter gestaltet ist. Weniger Plastik und Raumverbrauch. Gut für die Ökobilanz, sehr löblich.
Die neue Gitarre. Von der Form her eine GHWT, von der Optik noch Faker als die anderen Plastikgitarren: Selbst der Glitzer ist nur gedruckt und glitzert nicht. Menno.
Wichtigster Unterschied zur GHWT-Gitarre: Die Mikroschalter der Strumbar sind wieder gummigelagert – dadurch klickt es nicht mehr so laut und fängt hoffentlich nicht an zu quietschen, wie es bei der Vorgängerin der Fall war.
Strumbar und andere Bedienelemente (mit Aunahme der Fretttasten) sind jetzt gummiert, mit einem Überzug ähnlich den Analogsticks der normalen Controller. Sehr angenehm und griffig. Die beste Mainstreamgitarre, die man für wenig Geld kaufen kann.
Pünktlich zum Fest ist das Wiesel wieder da!
Wir beide feiern jetzt Weihnachten. Auf unsere Art. Mit unseren Lieben, Herrn-der-Ringe-gucken, Brettspielen, Rocken, Lesen, Schlafen und Shootern. Zudem steht die Wahrscheinlichkeit für selbstgemachte Lasagne bei über 90 Prozent. Mal gucken ob Blogpinguin Huhu sich dazugesellen mag, eingeladen ist er jedenfalls.
Auf jeden Fall machen wir jetzt ein paar Tage lang nur schöne Dinge. Weil wir es uns verdient haben. Und weil wir es können. So eine coole und erholsame Zeit wünschen wir allen.
Alle, alle, alle sind anscheinend schon im Weihnachtsurlaub. Die Strassen sind voller Sonntagsfahrer, die Geschäfte voller verzweifelter Last-Minute-Geschenkekaufer und die Häuser voller Familien, die sich mit ihren vorwihnachtlichen Vollmeisen gegenseitig auf die Nerven gehen.
Frohlocken kann derjenige, der jetzt noch arbeiten darf und damit seine Ruhe und geistige Gesundheit bewahren kann.
Aber wie frohlockt man eigentlich korrekt?
Das Wiesel tummelt sich auf dem deutschlandweit weltberühmten Erfurter Weihnachtsmarkt.
Bild: Olliblog.de
Die Dokumentation dazu gibt es drüben bei Olli & dem Bigel, die so freundlich waren das Wiesel dorthin zu gebrannten Mandeln und Glühwein einzuladen. Hmmmm, Erfurt…
Die Hinfahrt zum Adventskaffeetrinken verlief noch ganz OK, mit gelegentlichem Schliddern und durchdrehenden Reifen an Steigungen. Die Rückfahrt dagegen… Sagen wir einfach, dass es kein Spass ist mit Tempo 40 durch die Landschaft und dabei die ganze Zeit sehr konzentriert darauf zu achten, dass der Wagen nicht ausbricht und vorausschauend zu bremsen.
Wobei es eine richtig brenzelige Situation gab, die mit nicht angepasster Fahrweise im anderen Sinne zusammenhing: Eine Fahrerin war der Meinung, sie müsste im Schrittempo und mit eingeschalteter Warnblinkanlage in der Mitte der riesig breiten Bundesstrasse fahren. Irgendwann zog sie einen mehrere Kilometer langen Konvoi hinter sich her, dessen Fahrer ob des Dahingezuckels so aggressiv/genervt waren, dass sie sich gegensitig in halsbrecherischer Manier überholten. Zu Langsam fahren kann also auch gefährlich werden, weil es andere zu …Dingen… verleitet.
Nunja. Hauptsache ankommen.
Am Samstag habe ich auf einer kurzen, gerade mal 14km langen Strecke ganze sieben (!) Unfälle bzw. Feuerwehr im Aufräumeinsatz gesehen. Es war absurd glatt, und für viele Leute waren das keine guten Tage.
Über 100 km auf vereisten, sauglatten Strassen. Mit einer piependen, blinkenden Kühlflüssigkeitsanzeige, geringen Sichtweiten dank Schneesturm und minus 8 Grad. Das werde ich so bald nicht wieder machen. Für den Moment bin ich einfach nur froh es überstanden zu haben. Hätte heute mit dem Hintern zu Hause bleiben sollen.
Erinnert sich noch jemand an diese Geschichte? Ich hatte in cooler Manier den Superschnellklicker gemacht, denn Amazon kann ich schliesslich blind bedienen.
Dachte ich.
Woran ich nicht gedacht hatte: Den Einkaufswagen hatte ich zuvor als Merkzettel benutzt. Mit einer Bestellung hatte ich dadurch meine gesamte Wunschliste geordert. Ein Artikel war versehentlich sogar mit einer höheren Stückzahl gespeichert und wurde dementsprechend mehrfach geliefert.
Welcher Artikel das denn gewesen sei, fragte eine geneigte Leserin, worauf sie erstmal keine Antwort bekam. Nun ist es an der Zeit nicht nur dieses Geheimnis zu lüften, sondern auch einen der Beiträge mit dem höchsten Puscheligkeitsfaktor in 2009 abzuliefern, denn als das große Amazonpaket eintraf, erlebte ich eine Invasion der Puscheligkeit:
Bevor sich jetzt jemand berufen fühlt einen Pinguin adoptieren zu wollen: Mittlerweile haben alle ein neues Zuhause gefunden. Dabei war es gar nicht so einfach die Pinguine für den Versand fertig zu machen. Die hatten nämlich nur Flausen im Kopf und überhaupt keine Lust darauf sich fangen und von der Gruppe trennen zu lassen. Stattdessen stellten sie meine Wohnung auf den Kopf und machten den ganzen Tag nur Lärm und Quatsch.
Glücklicherweise haben die Viecher eine Schwachstelle: Für Süsses tun sie fast alles.
Hier der Beweis. Der kleine Kerl hatte sich im Bücherregal versteckt und wollte nicht rauskommen: Read the rest of this entry »
…passieren bestimmt lustige Dinge, aber davon bekomme ich hier nix mit. Ich sitze hier in der Weihnachtspoststelle, ständig schleppen Paketboten Dinge rein und raus. Auf dem Bild sieht man genau zwei Dinge:
1. Meine Weihnachtseinkäufe (Stapel hinten). Dieses Jahr komplett über Amazon abgewickelt. BTW: Preiset und lobet und NUTZT die Wunschzettelfunktion.
2. Plastische Rekonstruktion eines Kartons. Das Paket im Vordergrund hat sich böse beim Rasieren geschnitten oder so. Auf jeden Fall fehlte eine komplette Kante. Dr. Silencer griff ein und rekonstruierte in akribischer Handarbeit mittels Klebeband und kleiner Pappstückchen die frühere Form des Patienten.
Und vor dem Bürofenster schweben Schneeflocken. In 3D.
„Das für mich Wichtigste an diesem Film ist, dass ich den Zuschauern etwas zeigen möchte, dass Sie noch nie gesehen haben. Ich will sie staunen lassen“
…sagt Regisseur James Cameron über Avatar.
Bei seinen letzten Filmen ging es ihm stets auch darum, die Grenzen des Machbaren auszuloten und neue Techniken in der Filmproduktion auszuprobieren. 1991 zeigte der flüssige T-1000 in Terminator was man mit comptergenerierten Charakteren anstellen kann. 1998 war es der Untergang der Titanic, der zeigte wie weit die Effekte sind. Nun hat Cameron zum dritten mal in Folge den teuersten-Film-aller-Zeiten gedreht. Das es ihm beim Filmemachen nicht um die Story geht, merkt man auch bei Avatar, dessen Geschichte schnell erzählt ist:
Angriff der Drei-Meter-Schlümfe
Auf dem Planeten Ganzweitweg ist alles grün und voll Öko. Tagsüber sieht es dort aus wie eine Grafikkartendemo, nachts blinkt alles bunter als in den schlimmsten Puffs von Las Vegas. Auf Ganzweitweg lebt das Volk der Naiv, die aussehen wie eine 3 Meter große Kreuzung aus Katze, Schlumpf und Heidi Klum. Die leben im Einklang mit der Natur, denn dank Plug-and-Play können sie sich an Flora und Fauna anstöpseln und wissen deshalb voll Bescheid über Sachen und so. Die Schlümpfe wohnen den ganzen Tag in so einem großen Baum. Der steht auf auf einer Kiste Gold, und die wollen die Space Marines aus „Aliens“ haben. „Moment“, sagt da Diane Fossey, die aus „Gorillas im Nebel, „die Schlümpfe sind doch voll schlau, lass mal mit denen reden“. Zur Kontaktaufnahme gehen die Menschen den denkbar einfachsten Weg: Sie schaffen in jahrelanger Arbeit einen Mensch-Schlumpf-Hybriden ohne Hirn, an den man zeitweise per Bluetooth einen Menschen anschliessen kann. Klar, wie soll das sonst gehen. Einfach mal so vorbeigehen und mit den Schlümpfen reden wäre ja auch zu einfach.
Mensch in Schlumpf-Avatar soll dann das Vertrauen der Naiv erringen und ihnen freundlich sagen, dass sie mal auf einen anderen Baum umziehen sollen.
Dooferweise geht ab hier alles schief. Der Mensch im Schlumpf findet Schlumpfsein und Sex-mit-Schlümpfen plötzlich Klasse, die Naiv wollen nicht umziehen und die Space Marines haben die Schnauze voll von Diplomatie und hauen auf die Kacke. der Mensch im Schlumpf beschliesst daraufhin den Schlümpfen gegen die Menschen zu helfen, and then everything goes BOOM.
Alles lahm
Wer sich jetzt, wie der SPIEGEL, hinstellt und sagt: „Menno, alles bei Karl Mey geklaut, wie lahm“, macht es sich zu einfach. Der Vorwurf ist naheliegend, aber Schlümpfe und Indianer sind eben nicht einfach austauschbar. Jeder weiß, dass den amerikanischen Ureinwohnern widerfahren ist und das man dafür ein schlechtes Gewissen haben muss. Der Stoff ist vorbelastet. Durch die Verlegung der Geschichte auf einen fernen Planeten kann man, auch als Zuschauer, unbelasteter rangehen. Natürlich ist man, hat man nicht sein Hirn an der Kinokasse abgegeben, nicht frei davon Parallelen zu sehen. Witzigerweise tun das die menschlichen Charaktere im Film genauso. Dennoch ist der Umgang hier ein anderer. Cameron findet Storyvehikel, um uns als modernen Menschen die alte Geschichte auf neue Art näherzubringen. Als Beispiele sei hier der USB-Stecker oder das natürliche Internet genannt. Würde mich nicht wundern, wenn Baumumarmer demnächst ihre Religion mit „Na´Vi“ angeben. Das kann man alles eklig finden und rufen „Das ist Der mit dem Wolf tanzt in blau!“, aber das muss jeder für sich entscheiden. Eine Verbindung von Esoterikdingens mit beinhartem Gunporn sucht man zumindest bei dem Kostnerfilm vergebens.
Den Film Avatar allein auf die vorhersehbare Geschichte der noblen, geschundenen Wilden zu reduzieren, hiesse, Terminator als „Roboter jagt Jungen“ und Titanic als „Schiff geht unter“ zusammenzufassen. In diesen Kurzbeschreibungen fehlen die visuellen Eindrücke und die großen Emotionen, die Cameron zweifellos rüberbringen kann. U.a. das unterscheidet ihn von George Lucas, der zwar auch gerne mit Technik spielt, aber keine Ahnung von der Gefühlsebene hat. Wenn in Avatar der Baum brennt oder der Oberschlumpf eine Blut-und-Boden-Rede hält, dann bleibt kein Auge trocken, das ist bewegend und emotional packend inszeniert.
Hunderte Roy Orbisons können nicht irren
Wie Eingangs erwähnt ist die Story nicht das Wichtigste an Avatar. Das Augenmerk liegt vielmehr auf der 3D-Technik, die man so eingesetzt noch nicht gesehen hat. Ich war ja ein wenig skeptisch, aber: Es funktioniert wirklich. Wir haben Avatar auf einem nagelneuen 4K-Projektionssystem gesehen. Man muss eine Brille aufsetzen und sieht damit aus wie Roy Orbison, aber dadurch wirken die Objekte auf der Leinwand wirklich dreidimensional.
Avatar setzt diese Technik in der ersten Stunde der insgesamt 166 Minuten Laufzeit recht unspektakulär ein. In langsamen Einstellungen wird den Zuschauern die Möglichkeit gegeben, sich langsam an die neue Dimension zu gewöhnen. Das ist auch gut so, denn wenn man mit Sequenzen wie der Flugschlacht am Ende begonnen hätte, müssten in jedem Kinositz Spuktüten liegen. Die Steigerung erfolgt kontinuierlich. Hat man sich gerade noch daran gewöhnt, im Wald zu stehen und Pusteblumen beim Schweben im Raum zuzusehen, zuckt man im nächsten Moment zusammen, weil einem plötzlich Schrapnellsplitter aus der Leinwand entgegengesaust kommen.
Die neue Technik wird selten zum Selbstzweck eingesetzt – eine Verlockung, der wohl vor allem 3D-Zeichentrickfilme oft nicht widerstehen können. Nur der dritten Dimension ist es zu verdanken, dass die Schlümpfe funktionieren. Denn egal wie perfekt die Performance-Capturing-Technik mittlerweile geworden sind: Die Biester sehen halt einfach immer noch gerendert aus, vom Niveau her etwas besser als in Beowulf, aber halt immer noch weit entfernt von echt. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass der Film in zwei Teile zerfällt: Einen Realfilmteil (Menschen) und einen Zeichentrickteil (Schlümpfe). Um Beides ein wenig besser zu verkitten, liegt über den real gefilmten Objekten und Personen ein optischer Filter, der sie ebenfalls leicht artifiziell aussehen lässt. Das wäre ein echter Mangel, würde die Renderoptik nicht durch den 3d-Anteil ausgeglichen. Am heimischen 2D-TV-Gerät wird Avatar wesentlich weniger Magie entfalten als im Kino.
Genau das ist aber sein wesentlicher Verdienst: Für Avatar, der im Vorfeld als größter-Film-aller-Zeiten gehypt wurden, haben sich Kinos fast flächendeckend 3D-Projektoren geleistet. Damit werden viele Zuschauer ihr erstes 3D-Erlebnis haben. Und das ist es wirklich. Ein Erlebnis. Kino ist endlich wieder etwas Besonderes, was man zu Hause in der Form noch nicht hat. Kino macht uns staunen, und damit hat der Film nicht nur das Ziel seines Machers erreicht, sondern lässt uns Ahnen, wie unsere Urgroßeltern Kino erlebt haben: als etwas Wundervolles und Besonderes.
In naher Zukunft werden uns jetzt erstmal viele schlechte Filme erwarten, die trotzdem erfolgreich sind weil sie von 3D Gebrauch machen. Später werden dann die guten Sachen kommen, wenn man sich als Zuschauer an die Technik gewöhnt hat und die Filmemacher sich wieder darauf besinnen, dass die Leute wegen der Geschichten Filme sehen. Rückblickend werden wir dennoch sagen: Mit Avatar hat damals alles angefangen. Das war der Meilenstein.
Genau das ist der Film. Ein Meilenstein der Kinotechnik.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Lässt man die technische Umsetzung außer acht, bleibt eine gefühlig umgesetzte, aber altbekannte, Story und nichts wirklich Neues übrig. Aber wenn man so verfährt, reduzieren sich auch Titanic oder Terminator auf Nullnummern. Der Film will staunen machen, und das schafft er.
Und der Verzehr macht glücklich. Zumindest den Verzehrenden.
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Quelle: Dunno
Liebe Leserinnen und Leser, die nachfolgenden Bilder sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Sie stellen quasi die Flughafenszene dieses Blogs dar und sollten von niemandem angesehen werden. Wie man überhaupt dieses Blog am Besten meiden sollte.
Sie sind gewarnt worden. Read the rest of this entry »
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