Monatsarchiv: Juni 2010
Die Krachfelds
Ich wohne in einem wunderschönen Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert. Meine Wohnung ist Teil der umgebauten Scheune, und ich wohne nicht allein dort.
Meine unmittelbaren Nachbarn eine Etage tiefer, nennen wir sie mal die Krachfelds, sind eigentlich ein altes Ehepaar. Er in den 80ern und ein ganz Stiller, sie eine kraftstrotzende Mittsiebzigerin.
Die beiden sind vor zwei Jahren eingezogen und haben als erste Amtshandlung ihre Wohnung in kleine, düstere Kämmerchen aufgeteilt. Schon schräg: Da wurden ein paar Jahre zuvor die Wände herausgestemmt, um eine weite, offene Wohnlandschaft zu schaffen, und dann kommen die Krachfelds und machen wieder alles klein-klein. Weil sie es nicht anders kennen. Aber ich schweife ab. Also, die Krachfelds sind eigentlich ein älteres Ehepaar.
„Eigentlich“ deswegen, weil mindestens zwei weitere Generationen der Krachfelds bei uns im Haus ein- und ausgehen, was gelegentlich zu dem Eindruck führt, dass ca. ein Dutzend Leute dort wohnen. Die Krachfelds sind sehr nette Leute, vererben aber anscheinend vor allem ein schlechtes Gehör. Dieses Defizit gleichen sie durch Lautstärke wieder aus. Alle Familienmitglieder, bis hin zu den Jüngsten, haben extrem laute Stimmen. Ich habe erst gedacht, die würden sich dauernd streiten – aber weit gefehlt. Was Außenstehende als Anschreien interpretieren, ist innerhalb der Familie Krachfeld die akzeptierte Form der gepflegten Konversation. Auch ansonsten ist alles laut. Der Fernseher läuft am Anschlag. Und die Türklingel spielt, wenn sie betätigt wird, rund eine halbe Minute den Yankee Doodle in einer Lautstärke, das Opa Müller drei Häuser weiter dazu marschieren kann.
Genau diese Klingel hat heute eine Fehlfunktion. Sie Yankeedudelt zwar noch, aber mit einem blechernen, verzerrten Klang und auf doppelter Geschwindigkeit. Und das Beste: Sie hört nicht mehr auf! Das stürzt die Krachfelds in eine kollektive Verwirrung. Man stelle sich also bitte vor: Auf voller Lautstärke schallt in Cartoongeschwindigkeit ein ohnehin alberner Marsch durchs Haus und klingt dabei, als ob das Soundmodul der Klingel jeden Moment explodiert. Um den Klingelknopf (SIC) stehen fünf Krachfelds und schreien sich verwirrt an. Ein Bild für die Götter.
Zwei Dinge schiessen mir durch den Kopf, als ich das akustisch verseuchte Haus verlasse.
1.: Wenn sich jetzt jemand in den Hausflur stellt und in eine Vuvuzela trötet, hört ihn keiner.
2.: Wenn ICH eine Türklingel wäre und JEDEN VERDAMMTEN TAG so ein SCHEISSLIED von mir geben müsste, würde ich auch irgendwann wahnsinnig werden.
Beide Gedanken lassen mich still in mich hineingrinsen, während ich dem Kleinen Gelben AutoTM die Sporen gebe und wir in den Sonnenuntergang reiten. Wir werden Orte der relativen Ruhe aufsuchen. Zum Beispiel Rockkonzerte.
Was man während der WM noch tun kann
Wenn Deutschland spielt ist übrigens ein sehr guter Zeitpunkt um auf Ebay auf Objekte der Begierde zu bieten. Die komplette Serie Sopranos in der Super-Duper-die-kommt-nie-wieder-Geschenkbox für 23 Euro inklusive Versand. Hurr. Hurr.
Und, wie war Fussball?
Herummäanderung*
„Und dann waren wir bei Evchen. Die kennst Du doch, Evchen?“
„Nein, kenne ich nicht.“
„Das ist doch die mit der Marianne!“
„Kenne ich auch nicht.“
„Die Marianne kennst Du doch, die war doch mal mit dem Dings zusammen, wie hieß der noch gleich, der da aus der Siedlung.“
Erstaunlich, das manche Leute allen Ernstes denken, das man unbekannte Leute vielleicht plötzlich doch kennt, wenn nur laut genug deren verwandtschaftliche Stellung zu anderen, ebenfalls unbekannten Leuten, erläutert wird.
„Also, wir sind dann mit Evchen gefahren, da vorbei wo die jetzt wohnt, in so einer Reihenhaushälfte, die Marianne ist ja dement und das alte Haus war zu groß, das konnte ja keiner mehr bewirtschaften, nachdem der Herbert gestorben war, den Herbert kennst Du aber, oder?“
„Nei-hein. Und jetzt sag BITTE nicht das ich den kennen muss, weil das der Mann von Evchen war.“
„Der hat doch damals auf der Autobahn diesen Motorradfahrer umgefahren, den mit dem englischen Motorrad, der ist in hohem Bogen durch die Luft geflogen, und hatte dann doch diesen offenen Bruch am Bein, das musste operiert werden und da lief dann immer so Zeug raus…“
„VATER! Du bist jetzt innerhalb eines Satzes von Demenzkranken über Häuser zu appen Beine gekommen. Hat die Geschichte noch eine Pointe oder hast Du Dich gerade verfranzt?“
„Worüber haben wir gesprochen?“
„Du hast erzählt, dass Du mit Evchen gefahren bist. Wohin eigentlich?“
„Achso, ja. Essen sind wir gefahren. War lecker.“
Wenn effektive Informationsvermittlung in unserer Familie läge, unsere Telefonrechnungen wären niedriger.
*Tolles Wort, nicht war? Habe ich gerade erfunden.
Es ist weg
Und auf diesem Bild sehen Sie: Die Ecke unter meinem Schreibtisch.
Ich weiß was sie jetzt denken. Und sie haben recht. Das ist langweilig. Viel interessanter ist, was sie hier NICHT sehen. Nicht zu sehen ist der Reisekarton des Wiesels, der hier sonst immer steht. An seiner Stelle: Ein Wieselreisekartonförmiges Nichts.
Interessant.
Momentaufnahme: Juni 2010
Herr Silencer im Juni 2010
Lesen: Scarlett Thomas: PopCo

Hören: Red Dead Redemption OST: Triggernometry

Sehen: Seinfeld (DVD)

Spielen: Red Dead Redemption (XBOX)
Machen: Arbeiten, viel
Harry Potter Limited Uber-superduper-Edition
Kleiner Nachtrag zum Artikel über Limited Editions neulich. Im lokalen Elektromarkt bin ich über das hier gestolpert:
Alle bisher erschienen Filme in einem Holzkästchen, mit einem kompletten und hochdetaillierten Hogwarts oben drauf. Also, DAS ist dann sogar mir, als bekennendem Fan von Sammlereditionen, zuviel. Hätte nicht gedacht, dass man es mit sowas übertreiben kann.
Cooler Kuli
Herr Plusch ist ein Liebhaber schöner, eleganter und stilvoller Dinge. Nun hat er sich einen neuen Kugelschreiber zugelegt, und natürlich ist das neue Utensil auch von dieser Sorte.
Ein wirklich schönes Schreibgerät. Kurz, schwer, stabil, liegt perfekt in der Hand, schreibt wunderbar.
Nachdem er mir das schöne Stück vorgeführt hat, sagt er ganz unvermittelt: „Wissen Sie was? Man muss auch mal spontan sein. Bitte sehr, den schenke ich Ihnen.“
Ich weiß nicht was ich sagen soll. Bin immer noch ganz baff. Also sage ich einfach mal: Ganz herzlichen Dank! Ich freue mich ganz doll! Der wird einen Ehrenplatz in meinem Lieblingsjacket bekommen.
Assassins Creed Brotherhood: Codex Edition, Trailer und Gameplay Footage
„Ezio lost the battle, but the war is far from over. To strike the heart of the enemy, a brotherhood is needed“
Von Assassins Creed: Brotherhood erscheint am 16. oder 18.11. (so genau weiß man es noch nicht) (EDIT: Der 18. steht fest) eine „Limited Codex Edition“:
Sie enthält „den von Altair verfassten Codex der Assassinen“ (evtl. ein Artworkalbum), eine Karte von Rom, Sammelkarten zu den Multiplayer-Charakteren, eine DVD mit dem Lineage-Kurzfilm (Vorgeschichte zu AC2), eine CD mit Soundtrack und Bildern sowie zwei zusätzlichen Multiplayer-Charakteren und zwei zusätzlichen Solomissionen. das ganze hübsch verpackt in einem schicken Kistchen. Yeah.
Vorbestellbar ist das Ganze für 89,90 (PS3, XBOX) bzw. 69,90 Euro (PC) im Shop von Ubisoft, dessen Verlinkung ich her aus politischen Gründen (Kopierschutz, anyone?) ablehne.
Der Trailer sieht, wie immer, toll aus:
Mittlerweile gibt es auch ein Gameplay-Video von der E3 mit den ersten Spielminuten. Ezio kuschelt gemütlich mit Catarina Sforza herum, als Monterrigioni plötzlich von einer riesigen Armee angegriffen wird. Ezio versucht die Stadt zu verteidigen – und verliert den Kampf.
Hier eine Aufzeichnung des E3-Events, bei der die ersten Spielminuten präsentiert werden:
Sehr beeindruckend. Die Sache mit den Kanonen ist schon sehr originell, und insbesondere die Reitsequenz und das Werfen der schweren Axt sind neu. Auch die Kämpfe scheinen sich anders zu steuern.
Und zu guter Letzt: Ein schicker Rendertrailer zum Multiplayer-Teil, in dem Assassinen und Templer einander auflauern:
Projekt 52/24: Ein Wiesel steht im Walde
Thema diese Woche: „Ein … steht im Walde“. Nunja. Nun hat das Wiesel zwar echte Steherqualitäten, aber aus Zeitgründen hatten wir Probleme einen Wald aufzusuchen. Also posiert das Wiesel hier in einem Gebüsch. Immerhin einem Gebüsch mit Glockenspiel.
(Eigentlich ist es auch kein Gebüsch, sondern Klopapierreste, die Huhu grün angemalt hat. Wirkt aber täuschend echt.)










