RSS

Monatsarchiv: Juni 2010

Teaser und Controller: Guitar Hero – Warriors of Rock

Gerade den Teasertrailer zu Guitar Hero – Warriors of Rock gefunden. Anscheinend will man zurück zu den Wurzeln der Serie, bzw. in eine Richtung, von der Activision denkt es wäre das Erfolgsrezept der alten Teile: Viel Schrammel und Heavy Metal.

Allerdings bisher mit einer erschütternd schlechten Setlist aus altem, schon aus anderen Spielen bekannten oder mittelmäßigen Material. Die reine Enttäuschung. Da reisst es auch die Tatsache nicht raus, das es diesmal eine Story geben soll. Haha, eine Story. Nachdem Brütal Legend DAS Adventure zu Guitar Hero war, orientiert sich nun Guitar Hero an Brütal Legend? Das rekursive Nachahmerei Fortschritt gebiert wage ich zu bezweifeln.

Nichts für mich, danke. Und da der 80er-Jahre und Teeniepop von Band Hero auch nichts für mich ist, hat es Activision echt geschafft mich, einen Plastik-Rocker der ersten Stunde, zu vergraulen. Waren halt in den letzten zwei Jahren zu viel mediokre Spiele ohne erkennbare Richtung, in die Innovationen hätten gehen können.

Der Teaser ist so unglaublich schlecht, albern und dumm, das ich ihn hier nur der Vollständigkeit halber poste.

Natürlich gibt es auch wieder einen neuen Gitarrencontroller. Die unglaublich beschissene Slideleiste wurde ersatzlos gestrichen, die Technik rückt in die Gitarrenmitte, der Korpus ist austauschbar. Supi. Insbesondere im direkten Vergleich zu den Gitarren von Rock Band 3, die echte Saiten und 102-Tasten besitzen. Nunja.

D

 
4 Comments

Geschrieben von am 12. Juni 2010 in Plastik Rock, Trailer

 

E3 Trailer: Deus Ex 3 – Human Revolution

Was bin ich aufgeregt! Die ersten beiden Teile von Deus Ex kennt heute kaum noch jemand, ich habe die Spiele geliebt. Geheimagenten mit Nanomodifikationen, Geheime Regierungsorganisationen, irre Computer, Illuminaten, Templer – alles drin in einem Action-Rollenspiel, das man genauso als Shooter wie als Adventure spielen konnte. Die Entscheidungsfreiheit war recht groß, am Ende konnte der Spieler die Welt ins Mittelalter zurückkbefördern oder auf die nächste Evolutionsstufe heben, was erstaunlicherweise beides ein schlechtes Gefühl hinterliess. Und nun, 10 Jahre nach Teil 1, kommt also endlich Teil 3 und spielt zeitlich vor den ersten beiden Geschichten. Sieht so aus als ob Square Enix die Produktion ernst nimmt, zumindest ist das Marketingbudget GROß. Der folgende Trailer dürfte ein paar Milliönchen gekostet haben, und dabei ist die Veröffentlichung des Spiels noch ein Jahr bis 18 Monate weg.

Egal, ich freue mich trotzdem drauf. Und so wie der Trailer aussieht, könnte das was werden.

Doch, das wird was.

 
5 Comments

Geschrieben von am 11. Juni 2010 in Game, Trailer, Upcoming

 

Tags:

Und wir haben gedacht, das würde nie passieren.

 
Leave a comment

Geschrieben von am 10. Juni 2010 in Fun, Ganz Kurz

 

Erscheinungstermine Rock Band 3, Assassin´s Creed: Brotherhood & Keyboard in RB3

Eigentlich wollte der allseits geschätzte RockBandAide mit einem, angeblich über Gamervision geleakten, Auszug aus einem Gamestop-Planungspapier den Erscheinungstermin von Rock Band 3 bebildern (in den USA der 31.10., angeblich soll der Launch weltweit parallel erfolgen).

Auf dem Bild, das angeblich aus einer bisher stets zuverlässigen Quelle stammt, finden sich noch weiter Daten. So ist bisher der USA-Start von Assassin´s Creed: Brotherhood auf den 01.11.2010 terminiert. (UPDATE 16.06.: der offizielle Erscheinungstermin wurde jetzt auf der E3 bekannt gegeben und ist für Amerika der 16.11.10)

Source: RockBandAide.com

Und weil wir gerade bei Rock Band 3 waren: Hier ein allererstes Video mit In-Gameszenen und dem neuen Instrument: Einem… äh. Keyboard. Ich weiß ja noch nicht ob ich das gut finden soll.
An der Grafik hat sich, soweit man das sehen kann, nicht allzuviel getan. Was für mich in Ordnung geht, da die bei Rock Band immer stimmig und konsistent wirkte. Mag ich auf jeden Fall lieber als Stil von Guitar Hero, der mich mittlerweile gruseln lässt, denn dort wird versucht, Figuren mit Comicproportionen lebensecht darzustellen. Als ob Frankensteins über die Bühne toben. Creepy. Anyway, hier das Video:

 
Leave a comment

Geschrieben von am 10. Juni 2010 in Games, Plastik Rock, Upcoming

 

Tags: ,

Red Dead Redemption Kurzfilm

Den halbstündigen Kurzfilm zu Red Dead Redemption, der in den USA vor zwei Wochen irgendwann in der Nacht im TV ausgestrahlt wurde, kann man jetzt auf der offiziellen Website zum Spiel ansehen: Hier Klicken.

Und hier der Trailer:

Aber bitte nicht zu viel erwarten: Es handelt sich um zusammengeschusterte Versatzstücke der Handlung, erzählt in Spielgrafik. Im Wesentlichen hat man hier also die Cutscenes eines Teils des Spiels aneinandergeklebt. Das sieht weder richtig gut aus, noch hat man sich einen Gefallen damit getan, denn die Handlung des Spiels ist wesentlich ausgefeilter. Als Werbung taugt der Film jedenfalls nicht, Unbedarfte schreckt er eher ab. Für Fans gibt es das ein oder andere nette Wiedersehen mit Seth, Dickens & Co.

 
Leave a comment

Geschrieben von am 9. Juni 2010 in Games

 

Der Kleingeldrücken

„DA KÖNNEN SIE MAL SEHEN WAS FÜR EIN SCHLECHTER MENSCH DER IST! IMMER DIE RENTNER!“
brüllt mich der weißhaarige Mann Anfang Siebzig an. Eigentlich will er ja den Mittsiebziger hinter mir anbrüllen, aber da ich mich weigere zur Seite zu treten, bekomme ich halt die volle Lautstärke und den Tröpfchenregen ab.

Was ist geschehen? Ich habe mich versehentlich in den Supermarkt der Irren verlaufen. Einer dieser Supermärkte, die sich einen Bioanstrich geben und die doch nur Lifestyle sind. In denen alles Bio und damit gefühlt doppelt so teuer ist. Einer dieser Märkte, in denen bevorzugt junge Mittelstandsfamilien einkaufen, weil sie so gerne ein bisschen Alternativ wären, dabei im Kern aber doch nur Passatgfahrer sind. Einer jener Märkte, in denen man drei Lebensmittel in den Korb legt und 40 Euro los ist. Die Dinger meide ich normalerweise. Heute wollte ich nur ein paar Brötchen kaufen, kurz vor Feierabend. Und bin nicht nur in einenSchnickisupermarkt, sondern auch gleich noch mitten unter Bescheuerte geraten.

Zwei Kassen waren offen. Das ich an der mit den Komikern stand, merkte ich schon sehr bald. Zwei Plätze vor mir in der Schlange stand einer dieser schizophrenen Mittelstands-Öko-Väter. Kein Geld für den Friseur ausgeben, aber kilometerweit mit der A-Klasse zum Biomarkt fahren. Jederzeit bereit sein die Windeln auszukochen, während Mama eine Cocktailparty mitnimmt. Alles mit Jan-Luka ausdiskutieren wollen, aber abdrehen wenn der Dreijährige die vorgegebene Meinung nicht akzeptiert. So einer. Und genau dieses Bio-Weichei guckte in die Runde der Mitansteher, als Jan-Niklas aus den Tiefen des Einkaufswagen-Autos verkündete „Hupä geht nicht, Ssseisse!“. Der Biovater grinste daraufhin, fragte den Opa hinter ihm: „Haben sie auch einen Dreijährigen mit Tourette-Syndrom“? und sah beifallheischend in die Runde.

Meine Mundwinkel verzogen sich vor Ekel. Das Witzchen war nicht nur 1. doof und 2. hat es der Opa gar nicht verstanden, sondern es war 3. auch noch total unangebracht. Denn Opa hat eine Enkelin im Schlepptau, vielleicht acht Jahre alt. Nicht mit Tourette-, sondern mit Down-Syndrom. Oder Trisomie, wie man heute sagt.

„WAS SAGT ER?“, brülllt Opa den Lockenkopf-Vater an. Der wiederholt sein Witzchen, was es nicht lustiger macht. Der weißhaarige Großvater, versteht immer noch nicht, fühlt sich aber genötigt was zu erwidern „Naja, Hauptsache er ist munter, nicht wahr.“ Der Biovater hatte mittlerweile die Enkelin gesehen und wünschte sich offensichtlich nur noch ein Erdloch zum drin versinken.

Nun ist der Großvater an der Kasse, die von einer jungen Azubine besetzt ist. Er ist bestimmt 1,80 groß und ein Bär von einem Kerl, trägt einen ledernen Trachtenjanker und kauft eine große Anzahl an Zierkürbissen. Irgendwie vermittelt er mir den Eindruck, dass etwas mit ihm nicht ganz stimmt. Vielleicht ist es die Art wie er guckt, oder wie er das speckige Portemonnaie in den Händen dreht, die mich vermuten lassen, dass sein Geist an den Rändern langsam von einer beginnenden Demenz angenagt wird. Irgendwie… will ich mich nur von ihm fernhalten, da ist was nicht ganz koscher.

Wenige Sekunden später wird der Eindruck bestätigt. Auf die Frage, ob er vielleicht 30 Cent klein hat um seine 8 Euro irgendwas zu bezahlen, fragt der Lederjanker in ohrenbetäubender Lautstärke: „Brauchen Sie Kleingeld?“

Die Auszubildene an der Kasse nickt und sagt höflich: „Kleingeld kann ich immer brauchen“.
Argh! Kind! Ich verdrehe innerlich die Augen. Jede Kassenkraft mit Erfahrung weiß: Es mag ja stimmen, das man immer Kleingeld brauchen kann, aber alten Leuten gegenüber sagt man das nicht! Weil die einem sonst die Centstücke einzeln vorzählen und zu jedem noch die Lebensgeschichte parat haben! Wenn man bei alten Leuten auf die Frage „Brauchen sie Kleingeld?“ mit „Ja“ antwortet, braucht man sich bis zum Feierabend nichts mehr vorzunehmen. Und so ganz nebenbei verärgert man ALLE Kunden die sonst noch so an der Kasse anstehen.

So auch jetzt.
„Machen sie mal die Hände so“ spricht er, und schüttet einfach den gesamten Inhalt seines Geldbeutels in die Hände der Kassenkraft. Ein riesiger Haufen. Das Mädchen an der Kasse schluckt, schüttet den Berg auf das Kassenband und fängt tapfer, aber langsam an zu zählen. Münze um Münze klaubt sie einzeln vom Gummiband. Die größten sind 20-Centstücke, aber die sind selten. Fast alles ist Kupfergeld, 1-, 2- und 5-Centstücke. Acht Euro und nen Keks da rauszuzählen dauert ewig.

Nach Minuten schiebt die Azubi den Resthaufen wieder auf Opa zu und sagt dumpf „Danke und schönen Abend noch.“ Der Opa grinst breit, als hinter mir eine Stimme ertönt: „EIGENTLICH müssten SIE sich bei UNS bedanken.“

Opas Grinsen gefriert, sein Kopf zuckt herum. Irnzwie erinnert er gerade an einen Weißkopfadler. Auch ich blicke mich um. Hinter mir steht ein Mann, der ebenso alt sein muss wie der Lederjanker. Er trägt eine grisselgraue Strickweste und ein Pilotenbrillenimitat, wie es zuletzt in den 80ern Mode war. Er hat ein Brot auf dem Kassenband liegen und bringt mimisch zum Ausdruck, dass er sauer ist. Und akustisch auch: „Sie müssten sich bei uns bedanken, das wir hier so eine Geduld haben“, fährt er die Kassenkraft an. Und an den Lederjanker gerichtet: „Was Sie hier machen ist eine Schweinerei, jawoll.“

Dem Kleingeldopa schwillt von jetzt auf gleich der Kamm „ICH habe der jungen Frau hier geholfen, weil die hatte kein Kleingeld mehr!“, brüllt er. Auch der Brotopa fährt die Lautstärke hoch „Hörense doch auf, das ist doch unanständig was sie da machen! Und wir warten hier bis zum Sankt Nimmerleinstag.“

Der Lederjanker macht einen Satz auf den Brotmann zu. Dummer- oder glücklicherweise stehe ich genau dazwischen und gehe demonstrativ nicht aus dem Weg, sondern blockiere denselben.
„DA KÖNNEN SIE MAL SEHEN WAS FÜR EIN SCHLECHTER MENSCH DER IST! IMMER DIE RENTNER!“ spuckt der Münzenmann „HABEN AM MEISTEN ZEIT UND SIND NUR AM MECKERN“
Jetzt legt der Brotmann so richtig los, ich bin allerdings nicht ganz sicher in welcher Realität er sich gerade befindet: „SO WELCHE WIE EUCH, DIE MÜSSEN ERSTMAL DAHIN KOMMEN WO WIR SIND! SOWAS UNANSTÄNDIGES! WIR HABEN NACH DEM KRIEG ALLES AUFGEBAUT“.

Oh Mann. Wo soll denn das jetzt bitte hingehen? Die beiden Knacker stehen sich gegenüber und brüllen sich an. Ich stehe dazwischen und meine zu spüren, wie mir von vorne und hinten die Speicheltröpfchen um die Ohren fliegen. Die Azubine sitzt mit großen Augen daneben und guckt von einem zum anderen.
In dem Moment habe ich ein Bild von einer Horde Affen vor Augen, in der sich die Silberrücken aufgepumpt haben und sich aus Imponiergehabe anbrüllen. Wobei der Kleingeldrücken jetzt richtig aggressiv wird und schlagende Handbewegungen in Richtung Brotrücken macht. Mir reicht´s jetzt entgültig, ich habe 12 Stunden gearbeitet, ein Schlafdefizit, leichte Kopfschmerzen und Hunger. Was ich nicht habe, ist Lust, mir diesen Kindergartenscheiss von zwei senilen Senioren bieten zu lassen. Und überhaupt, auch bei den Primaten haben die jüngeren und stärkeren Männchen irgendwann das sagen.

Ich hole tief Luft und donnere: „Meine Herren! Ich will jetzt hier augenblicklich Ruhe haben. Wir haben doch alle Feierabend und Zeit, oder? Und die Sache ist durch, also MACHEN WIR JETZT ENDLICH WEITER. ODER SONST.“
Stille.
Der Brotopa guckt runter auf sein Brot.
Der Münzjanker funkelt den Brotopa böse, eine Ader pocht an seiner Schläfe. Er holt tief Luft, aber ich schneide ihm das Wort ab. „Kümmern Sie sich bitte um ihre Enkeltochter!“
Er sieht sich um und merkt, das die kleine fassungslos und mit Tränen in den Augen hinter ihm steht. Sie versteht offensichtlich nicht, warum ihr Opa gerade so böse ist. Der rafft seine Zierkürbisse zusammen, greift sich die Hand der Enkelin und verlässt unter lauten Schnauben den Laden. „So einer wie der…“ murmelt es hinter meinem Rücken und verstummt dann, als der Brotmann merkt, dass ich mich nicht mit ihm gemein machen will. Natürlich hat er im Kern recht – das mit dem Münzberg war schon dreist. Aber es bringt nichts, sich deswegen mit einem debil wirkenden Menschen anzulegen. Und schon gar nicht auf eine solche Art und Weise.

Ich wünsche der Kassenkraft einen schönen Feierabend. Sie lächelt mit dem Mund, ihren Augen sehe ich an, dass sie die Nummer sehr erschreckt hat. Gewöhn dich besser an solche Situationen und leg Dir schon mal passende Sätze dafür zurecht, denk ich mir. Denn sowas wird immer wieder passieren.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell alte Herrschaften auf´s übelste ausfallend werden können. Natürlich können das alle anderen Altersgruppen auch, aber bei unseren Senioren erstaunt mich das doch immer wieder auf´s Neue.

 
9 Comments

Geschrieben von am 8. Juni 2010 in Gnadenloses Leben

 

Projekt 52/22: Puppenkiste

Dann doch endlich: Es ist Sommer. Und unsere beiden Halbstarken springen auf ihre Kiste, um damit ein paar Puppen im nächsten Eisscafé zu beeindrucken. So sind sie, diese kecken Lausebengel.

 
5 Comments

Geschrieben von am 6. Juni 2010 in Projekt 52, Wiesel

 

Bundesdings – wer wird es heute (nicht)

In den letzten Tagen wurde Zensurursula von der Leyen als heisseste Kandidatin gehandelt wurde. Warum, das ist mir persönlich schleierhaft. Vielleicht wird hier aber auch nur nach dem alten Muster verfahren „Die zuerst vorgeschlagenen Kandidaten werden es eh nicht“. In diesem Sinne rollte man erstmal unsinnige und offensichtlich ungeeignete Kandidaten ins Rampenlicht um die Medien zu beschäftigen, derweil man in Ruhe Strippen zu ziehen und am Ende das große Schlimme (Stoiber? Schäuble? Koch) durchsetzen kann.

Heute wird Christian Wulff durch die Medien gereicht. „Christian wer?“, fragen sich auch so etliche Niedersachsen, und das, obwohl Wulff seit 2003 Ministerpräsident des Schafzüchterlandes ist. Wulff verkörpert wie kein anderer den Typus des ewigjungen Schwiegermutterlieblings. Sieht so Mittel aus, redet so mittel, fällt nicht auf – der Mann ist der fleischgewordene Durchschnitt, ein lebendiger Herr-Kaiser-von-der-Frankfurt-Mannheimer, so grau und farblos und langweilig, dass ihn jeder übersieht.

Als er mal vor mir stand um ein Eis zu kaufen*, nahm ich ihn zunächst gar nicht war, weil er vor einem grauen Hintergrund praktisch unsichtbar war, so unauffällig ist er.
Durchschnitt, grau, langweilig – wer könnte besser Deutschland repräsentieren als Christian Wulff?
Naja, der wird´s eh nicht. Und wenn doch, dann nur, weil er den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellt. Ein fleischgewordener Kompromiss, der nur gewählt wurde, weil keiner mit ihm Zank hat. Oder sich dran erinnern kann wie er aussieht.

Aber vielleicht sollte man den Bundespräsidenten in einer Direktwahl bestimmen lassen. Wobei jeder jeden vorschlagen kann. Und dann wird Lena Bundespräsidentin. Das wäre doch mal was. Hauptsache nicht Schäuble, oder was die Unionsparteien noch so an ekligen alten Männern im repertoire haben.

* Im Ernst: Seine Bodyguards blieben draußen im Wagen sitzen, er musste los und Eis für alle holen. Vermutlich nehmen ihm die Leibwächter auch sein Milchgeld ab. Wundern würde es mich nicht.

 
1 Comment

Geschrieben von am 3. Juni 2010 in Berufsleben, Medienschau

 

Jahrestag

Jubiläen oder Jahrestage gehen bei mir leider oft im Tagesgeschäft unter. Den zweiten Geburtstag dieses Blogs Anfang Mai habe ich genauso vergessen wie die Organisation einer Jubelfeier zu Ehren des 300.000sten Besuchers (ca. 10.05.).

Aber heute ist der 02.06., und damit ein Jahrestag, an dem ich mal kurz innehalten muss, auch wenn mir heute nicht zum Feiern zumute ist.

Heute ist der zweite Juni. Das heisst: Ich bin seit einem Jahr rauchfrei. Kein Raucherhusten mehr, keine miefenden Klamotten, funktionierende Geruchs- und Geschmackssinne und mehr Geld im Portemonnaie.
Hätte nie gedacht, dass das Aufhören so einfach ist. Sonst hätte ich das schon viel eher gemacht. Und nicht vor einem Jahr so eine tierische Panik geschoben.

Erstaunlich übrigens: Nach den ersten vier Wochen war ich total superstolz. Nach dem dritten Monat auch. Aber heute, nach einem Jahr, ist es etwas ganz Normales nicht zu rauchen. Im Gegenteil – neulich fragte ich mich für den Bruchteil einer Sekunde, warum sich die Frau mir gegenüber so ein Papierding in den Mund steckte. Absurd. So kann es gehen.

 
8 Comments

Geschrieben von am 2. Juni 2010 in Gnadenloses Leben

 

Die Nacht der #GoeBombe

Am Tag danach ist der Himmel über Göttingen bleigrau und die Stimmung seltsam ruhig und gedämpft. Als ob die Stadt selbst noch unter Schock steht. Die letzte Nacht war aufreibend – es passiert nicht oft, dass mitten in der Stadt eine Bombe explodiert.

Der Schützenplatz ist ein großer Platz etwas nördlich des Stadtzentrums von Göttingen. Dort soll demnächst ein Gebäude entstehen, aber dessen Bau steht schon jetzt unter keinem guten Stern. Schon der erste Spatenstich in der vergangenen Woche konnte nicht feierlich begangen werden, weil eine alte Fliegerbombe im Erdreich geortet wurde.

Das ist nicht das erste Mal, denn das Gebiet des Schützeplatzes liegt in der Nähe der Bahnstrecke, die im Krieg bevorzugtes Ziel war. 1998 explodierte unterirdisch eine Bombe als ein Stadtbus darüberfuhr, und immer wieder mussten in der Vergangenheit die anliegenden Stadtviertel für Bombenentschärfungen evakuiert werden. So auch in der letzten Woche. Die Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst verlief erfolgreich, bei den Untersuchungen wurde allerdings etwas gefunden, was nach einer zweiten Bombe aussah. Das war am vergangenen Freitag. Anstatt den Schützenplatz für weitere Untersuchungen komplett zu sperren, fand am Samstag noch zeitweise ein Großflohmarkt auf dem Gelände statt. Man mag sich gar nicht ausmalen was passiert wäre, wenn an diesem Tag der Blindgänger explodiert wäre.

Nachdem am Dienstag bestätigt wurde, dass es sich um eine Zehn Zentner Bombe aus dem zweiten Weltkrieg handelt, wurde eine erneute Evakuierung angesetzt. Die Entschärfung wurde für den späten Abend, gegen 22.30 Uhr, anberaumt, um den ICE-Verkehr nicht mehr zu stören als nötig. Ab ca. 18.00 Uhr wurden die ersten Strassen gesperrt und die Evakuierung in einem Radius von 1000 Metern begann. Über 7.000 Menschen mussten aus Ihren Häusern und Wohnungen und wurden in Turnhallen und Schulen untergebracht. Das Göttinger Tageblatt schaltetete einen Liveticker auf seiner Website, in den manuell Twittermeldungen zum Stand der Evakuierung eingespeist wurden.

Quelle: Stadt Göttingen

Um kurz nach halb Zehn gab es dann einen Knall – so laut, dass man ihn noch in fünf Kilometern Entfernung hörte. Der Liveticker des GT verstummte. Der Twitterer @haekelschwein war der erste, der eine Minute später Informationen zur Lage durchgab:

Oha, die Bombe in Göttingen ist gerade explodiert!

Und

Ich blicke vom Fenster aus Richtung Schützenplatz, wo die Entschärfung lief. Ein Knall – und Rauch stieg auf. Jetzt Blaulicht.

Feuerwehrkolonnen unterwegs!

Ach du Scheiße.

Es folgen einige Tweets von anderen unter dem Hashtag #goebombe. Die Seite und der Liveticker des Göttinger Tageblatts melden gegen 21.37 Uhr „Gerade gab es einen lauten Knall… Vielleicht läuft doch alles nicht so ruhig?“ in der Timeline auf. Um 21.41 Uhr dann „Die Bombe ist hochgegangen. Es gibt Verletzte.“ und um 22.07 Uhr schließlich: „Trotz zusammengebrochener Verbindungen haben wir die Bestätigung: Die Rede ist aktuell von drei Toten und zwei Schwerverletzten.“

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Tweets von drei, vier Personen, allen voran @Wortkomplex, @rstockm und @haekelschwein, eine gute Informationsquelle. Diese Leute twitterten nur, was sie selbst erlebten oder erfuhren. Durch die vielen Retweets wird nun Twitter nun rasch unübersichtlich. Einige wenige, originäre Meldungen werden dutzendfach von anderen wiederholt, unter dem Hashtag #goebombe liest man wie in einer Heavy Rotation immer wieder das gleiche, wirklich neue Tweets sind schwer zu finden.

Bild.de ist als erstes „überregionales Medium“ an der Sache dran. Die Meldungen sind schlecht zusammengefasste Tweets, als Quelle werden „Lokale Medien“ angegeben. Twitterer sind also Lokaljournalisten. Diese Politik der unreflektierten Übernahme geht kurz darauf nach hinten los.

Twitterer @daswaldi schreibt sinngemäß (originaltweet wurde gelöscht): „Gerade mit Bekannten telefoniert. Das war eine Gasexplosion, keine Bombe.“ Diese Info hatte er angeblich vom Bruder einer Freundin, der bei der Feuerwehr ist. @daswaldi ging es nach (edit: eigenem Bekunden) nicht darum, einen Scherz oder Desinformation zu verbreiten. Wie auch immer, seine Info war schlicht falsch – und verbreitete sich durch Retweets in Windeseile. Ohne Nachfrage übernahm auch Bild.de die Info.

Das Ganze Drama beschreibt daswaldi in seinem Blog: Wie ich auf Twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte. Es zeigt recht gut die Gefahren beim Umgang mit dem „Echtzeitmedium“ Twitter auf.

Im weiteren Verlauf gingen Gerüchte über eingestürzte Hausfassaden über die Zwitscherkanäle, ebenso Screenshots von goettingen.de. Dort wurde eine kurze Meldung zum Stand der Dinge veröffentlicht, der Server der Stadt brach aber unter dem Informationshunger der Menschen zusammen. Ab ca. 23.30 Uhr gab es dann keine wirklichen Informationen mehr, das Kommunikationsbedürfnis der Twitternutzer brach sie daraufhin in Form von Beileidsbekundungen bahn. Einige wenige versuchten sich an Scherzen, ernteten dafür aber negative Reaktionen.

Währenddessen richteten sich die Menschen in den Evakuierungsstationen auf eine lange Nacht auf eilig organisierten Feldbetten ein – jedes Gebäude im Umkreis von einem Kilometer um den Explosionsort herum sollte vor Rückkehr seiner Bewohner auf Schäden überprüft werden.

Am Morgen danach ist klar: Die 500 Kilobombe explodierte, noch bevor die eigentliche Entschärfung durch einen Roboter begonnen hatte. Drei erfahrene Kampfmittelräumer wurden getötet. Die beiden Schwerverletzten sind ausser Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft wird den Fall untersuchen. Es gibt eine Pressekonferenz mit dem niedersächsischen Innenminister. All das zieht jetzt so durch, während die Stadt noch unter Schock zu stehen scheint. Bombenbeseitigung, das ist doch quasi Routine und Evakuierungen sind lästig.
Da passiert doch nie was.
Und schon gar nicht hier.

 
7 Comments

Geschrieben von am 2. Juni 2010 in Ganz Kurz, Historisches

 

Bundespräsident von Bloggern demontiert?

„Irrelevant“ seien sie, diese komischen Blogs. Und überhaupt, ins Internet kann ja jeder reinschreiben. Das interessiert doch nur eine Handvoll Computeridioten und ist überhaupt nicht wichtig. Diese Denke kann man bei den klassischen Medien und der Politik immer noch vermuten. Tatsächlich haben die Medien den Sprengstoff in Horst Köhlers Afghanistan-Aussage zunächst gar nicht begriffen bzw. nicht thematisiert. Bis die andauernde Erregung in Blogs das Thema auf die Agenda des Spiegel schob. Haben also am Ende Blogger dafür gesorgt, das sich Köhler nun zum Horst macht?
Das Phänomen dieser Themenkarriere dokumentiert Carta in einem Bericht.

 
6 Comments

Geschrieben von am 1. Juni 2010 in Medienschau

 

Momentaufnahme: Mai 2010

Und auch der Mai ist einfach so durchgerauscht, ach.

Lesen: In diesem Monat (ausser Websites): So gut wie nichts. So was passiert selten.

Hören: Lena Satellite

Sehen: Vertraute Fremde (Kino)

Spielen: Mass Effect 2 (XBOX), Alan Wake (XBOX)

Machen: Arbeiten, lang und schmutzig.

 
Leave a comment

Geschrieben von am 1. Juni 2010 in Momentaufnahme

 
 
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.