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Archiv des Autors: Silencer

Über Silencer

Männlichen Geschlechts. Besitzer von drei suizidal veranlagten Grünpflanzen. Alles was Herr Silencer schreibt ist wichtig, wahr und schön.

Eine Woche

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Wie? Nur noch eine Woche?? Wie konnte DAS den passieren? Aber ich habe doch noch achttausendundelf Dinge zu erledigen!, sagt die eine Stimme. Endlich geht es los, sagt die andere Stimme.

Hin- und her bin ich gerade gerissen. In kribbeliger Vorfreude, dumpfen Bedenken und konzentiertem Organisieren. Ich werde wochenlang weg sein, da muss vorher so vieles vorbereitet und bedacht werden. Sowohl privat, angefangen beim Grünpflanzen-Sitting bis hin zum abgetauten Kühlschrank, als auch bei der Arbeit, wo meine to-Do erledigt und möglichst viel vorgearbeitet sein muss. Das ist viel Holz, aber zum Glück bin ich ganz gut im Organisieren von Dingen und Planen von von Eventualitäten. Ansonsten würde das ganze auch nicht klappen, denn ich muss an diesem Wochenende bereits packen, weil dazu später keine Zeit mehr sein wird.

Ein wenig den Strich durch die Rechnung macht mir, mal wieder, das Wetter. Pünktlich zum Wochenende war es mies, jetzt ist es so kalt, dass wieder Schneefall in den mittleren Lagen angekündigt ist. Als ich im letzten Jahr auf die Tour gegangen bin hatte ich bereits wochenlang im Sattel der Kawa gesessen, zahlreiche Tagestouren gemacht und sogar Fahrtrainings hinter mit. Die Tagestouren in diesem Jahr kann ich an einer Hand abzählen. In diesem Jahr habe ich kaum Übung auf der Strasse und muss darauf zählen, dass das alles auf dem Weg wieder kommt.

Die dichte der Änderungen an der Planungsdatei  ist in den letzten Wochen stark angestiegen.

Die Dichte der Änderungen an der Planungsdatei ist in den letzten Wochen stark angestiegen.

Dafür bin ich heute körperlich fitter als letztes Jahr. Ach, was rede ich, als die letzten 10 Jahre. Ach was, so fit war ich noch nie… obwohl das vielleicht nicht viel heißen will. Wie auch immer, schaden kann das nicht. Denn die letzten Reiseziele, die sich auf die letzen Meter noch in die Planung gemogelt haben, werden es in sich haben. Wenn alles klappt werde ich an Klippen herumklettern, durch Höhlengänge spazieren und über Bergpässe marschieren. Mal abgesehen von den Fahrten, die doch teilweise recht lang geworden sind – die kilometermäßig längste Etappe liegt bei 540 Kilometern, zeitmäßig liegt eine andere bei über 8 Stunden. Das ist viel und wird auch körperlich fordernd.

Technisch ist noch nicht alles im grünen Bereich. Die Kamera hat jetzt zwar einen Ram Mount-Halter, allerdings ist der zu schwer und verstellt sich dauernd. Außerdem hat sich ein neues Problem aufgetan: Während der Fahrt wird das Gehäuse der Kamera so kalt, dass sich selbst bei 20 Grad Außentemperatur Kondenswasser hinter der Linse sammelt. Ich bin, ehrlich gesagt, schon ein wenig genervt davon. Aber das sind Kleinigkeiten, die wirklich wichtigen Sachen funktionieren alle. Bis hin zu den Doppel-Mini-USB-Ladegeräten mit den selbstaufrollenden Kabeln, die es so nicht fertig zu kaufen gibt. Ein paar Routen wollen noch ins Navi eingegeben werden, ansonsten ist auch das durch.

Und sonst so? Nun, zum Sprachenlernen bin ich natürlich mal wieder nur wenig gekommen. Also, SO wenig, dass es eigentlich nicht zählt.

Zusammengefasst:
- KaltKaltKalt
- Wichtigsten Sachen sind fertig

Das ist zu tun:
- Packen
- Luftdruck und Ölstand checken
- Tanken

 
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Geschrieben von - 24. Mai 2013 in Reisen

 

Klimaanlage

Ach, das Wetter. Kann jeder drüber jammern und tut es auch. Heute morgen hatten wir noch 5 Grad, letzte Nacht habe ich die Heizung wieder angestellt. Schön ist das nicht, so Ende Mai. Aber wenigstens kann ich so rechtfertigen, dass ich immer noch mit Winterreifen rumfahre.

Den Vogel abgeschossen hat allerdings mal wieder die Deutsche Bahn, wegen der ich jetzt Erfrierungen an den Zehen und eine Lungenentzündung habe. In den ICE-3-Zügen, zumindest in denen, die ich gestern nehmen musste, läuft nämlich jetzt die Klimaanlage. Im Sommerbetrieb. Und ja, das mit der Kühlung funktioniert. Ich musste das TaunTaun, das vor der Eishöhle dem Abteil erfroren ist, aufschlitzen um zu überleben.

 
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Geschrieben von - 23. Mai 2013 in Berufsleben

 

Xbox One oder Playstation 4

Herrn Silencer pocht die Ader, weil er jetzt schon weiß, wie die nächste Runde im Konsolenkrieg ausgehen wird. Der Gewinner steht noch nicht fest, die Verlierer aber schon.

Da stellt Microsoft gestern Abend seine neue XBOX vor, und prompt schießen Sonys Aktien in die Höhe. Zu recht, muß ich sagen, denn die nächste XBOX-Generation scheint vom Start weg so ziemlich alles verkehrt zu machen. Das fängt beim unfassbar dämlichen Namen “XBOX One” an, geht über ein absolut beschissenes Design (eckig, Klavierlack, Farbgebung als hätte ein Blinder dran rum gepinselt) und endet bei dem, was allen bisherigen XBOX-Fans am wichtigsten gewesen wäre: Abwärtskompatibilität. Die gibt es nämlich nicht. XBOX-Besitzer haben regalmeterweise Spiele rumstehen, die auf der neuen Konsole nicht laufen werden. Tja, sagt Microsoft, soll man halt die alte und die neue XBOX parallel betreiben. Das das mal ein wichtiges Feature gewesen wäre, um sich von Sonys Playstation 4-Murks abzuheben, kapieren die Redmonder leider nicht. Stattdessen verweist man darauf, dass in der XBOX One gleich drei Betriebssysteme laufen. Einmal Windos, aber weil das allein es nicht geschissen kriegt, halt noch zwei weitere.

Ist ja auch vollkommen klar, Microsoft bekommt nicht mal ein einziges vernünftiges Betriebssystem hin, wenn man gleich drei verkauft, ist sdie statistische Wahrscheinlichkeit höher, dass zumindest ein Teil funktioniert. Wie dieses Kinect-Kram, die Bewegungs- und Sprachsteuerung, die kein vernunftbegabter Mensch im Alltag benutzt, weil die Steuerung über den Controller immer noch am leisesten, schnellsten und besten funktioniert.

TV, Dienste und Services will die neue Konsole in sich vereinen. Was schon mal ein Lacher an sich ist, denn TV in der Form will keiner mehr, und Dienste und Services kann Microsoft leider gar nicht. Man kann auf einer XBOX nicht mal ein Youtube-Video sehen, so dienstleistungorientiert ist Microsoft. Oh, man kann sich die Youtube-App natürlich gratis installieren, aber um auch nur ein Video ansehen zu können, muss man zehn Euro im Monat an Microsoft abdrücken. Ohne diese “Goldmitgliedschaft” kann man auch den teuer bezahlten Multiplayerteil in Spielen vergessen – man kommt nicht auf die Spieleserver ohne das MS-Abo. Oder an Vimeo.


100 Sekunden Zusammenfassung der ömmeligen XBOX One Vorstellung.

Das macht die Playstation jetzt aktuell noch besser, hier laufen zumindest basale Dienste wie Watchever ohne das für die Playstation-Network-Infrastruktur eine Zwangsabgabe anfällt. Und das lökerige, zigmal gehackte, unsichere, kaum bedienbare und oftmals lahme PSN soll ja auch massiv ausgebaut werden, damit die Playstation 4 ihre Killerfeatures voll ausspielen kann: Soziale Funktionen! Ja, wirklich! Es gibt sogar so tolle Knöpfchen die man drücken kann um Spielszenen aufzuzeichnen und mit anderen zu teilen, die das dann liken sollen!

AAAAARGH. Da pack ich mich doch an den Kopf! Was haben die Entwicklungsabteilungen von Sony und Microsoft eigentlich die letzten acht Jahre gemacht, dass so EIN SCHEISS jetzt Alleinstellungsmerkmal sein soll? Als Gelegenheitsvielspieler will ich keine Spielszenen teilen, und es gibt auf der Welt NICHTS LANGWEILIGERES ALS ANDEREN BEIM SPIELEN ZUGUCKEN! Das ist nicht spannend, dass ist doof! Und Leute, die stundenlang “Let´s plays” gucken sind entweder Kids mit zu wenig Taschengeld oder hängen in einem Level fest. Aber gut, ich bin auch nicht die Zielgruppe. Ich spiele auch kein Multiplayer, weil ich wenigstens in der Spielwelt mal vor den Sackgesichtern da draußen sicher sein will.
Andere “tolle” Neuerungen: Ein leuchtendes Döddel am Controller. Und sonst? Downloads im Hintergrund, die mich endlich nicht mehr bei jedem Update stundenlang von der Nutzung des Geräts abhalten. Woah, wenn das nicht echte Raketenforschung ist.

Zurück zur 2013er Auflage des Konsolenkriegs und der Frage, was Sony und Microsoft um Himmels Willen seit 2005 gemacht haben, dem Jahr, in dem die XBOX360 und die PS3 rauskamen. Ich vermute: Marketingresearch, Anheuern von Anwälten und Nasebohren. Hardwareentwicklung jedenfalls nicht, den beide Plattformen laufen in der nächsten Generation mit ALTER PC-HARDWARE!!! Ja, wirklich! BEIDE! Mit ALTER Hardware!

Das ist gut für die Entwickler, die nicht mehr so viel Aufwand mit Fassungen für beide Plattformen haben, bedeutet aber auch: Wenn auf beiden Plattformen alles identisch aussieht, welche soll ich dann nehmen? Nun, dafür haben beide Firmen ja die Anwälte: Um die Entwicklerstudios auf Exklusivfassungen für eine Konsole zu verpflichten. Kennt man ja, Halo gibt es immer nur für die XBOX, Uncharted nur für die Playse. Das wird in Zukunft noch schlimmer werden. Man versucht sich hier also nicht über Qualität oder Service vom Konkurrenten abzuheben, sondern über Exklusivverträge und Log-Ins in Ökosysteme. Als genervter, aber kaufkräftiger Konsument hat man aktuell gerade ohnehin 360 und PS3 im Wohnzimmer stehen, dann auch noch XBOX ONE und PS4 parallel? So viele Anschlüsse hat mein Heimkino gar nicht.

Möglicherweise wird sich die doppelte Konsolenhaltung aber nicht wiederholen, denn was die XBOX One wirklich komplett unsympathisch macht, ist der Umgang mit Privatsphäre und Gebrauchtspielen. Theoretisch, so hyperventiliert der SPIEGEL gerade, könnte man mit einer always-On-Kinect die Nutzer auf der Couch beobachten und selbst Gesichtsregungen zu Marktforschungszwecken ausspionieren. Sehe ich unaufgeregter, denn das wird nicht passieren. Handfest ärgerlich ist aber der Sekundärverwertungsansatz, der mittlerweile bestätigt ist. Im vergangenen Jahr hatten sich einige Publisher nicht entblödet, den Verkauf gebrauchter Spiele mit dem Vertrieb von Raubkopien gleichzusetzen. UNFASSBAR. Wenn ich ein Spiel zum Vollpreis kaufe, durchspiele und danach weiterverkaufe, dann sollen der Käufer und ich Softwarepiraten sein? Geht´s noch? Der kranke Gedankengang der Publisher ist natürlich, dass jedes weiterverkaufte Gebrauchtspiel mit einem entgangenen Vollpreisverkauf gleichzusetzen ist.

Nur: Das ist natürlich Quatsch. Ich kaufe ein ausserhalb meines Interessensbereichs eher gar nicht, wenn ich es nicht gebraucht bekomme. Und ein gebrauchtes Spiel für 10 Euro hat mich schon oft dazu gebracht, den nächsten Teil der Serie sofort bei Erscheinen zum Vollpreis zu erstehen. Aber auch dazu sind die BWLer in der Geschäftsführung der Publisher zu dumm: Den Halo-Effekt der Gebrauchtspiele zu erkennen. Stattdessen haben sie jetzt bei Micrsoft so lange interveniert, bis nicht nur Abwärtskompatibilität kein Thema mehr war, sondern Spiele grundsätzlich installiert und an den eigenen Account gebunden und aktiviert werden müssen. Wenn dann der Datenträger mit dem Spiel weiterverkauft wird, muss der Käufer es zum Vollpreis erneut für sich aktivieren. What. The Fuck.
Mal gucken was von diesen Plänen in Europa noch übrig bleibt, bei uns gibt es sowas wie Verbraucherschutz.

Das ist alles so zutiefst unsympathisch, dass ich sowohl Microsoft als auch Sony zurufen möchte: Ich bin gerne bereit Geld für Eure Produkte auszugeben, aber nur, wenn ihr mich als Kunden auch ernst nehmt. Dazu gehört, dass ihr nicht versucht mich einzusperren, mich als Ware zu verhökern, mir sinnfreie Mumpitzfeatures als Next Big Shit zu verkaufen und endlich wieder anfangt Konsolen zu bauen, bei denen nicht Sozial- und Multimediagedöns, sondern DAS SPIELERLEBNIS im Vordergrund steht. So lange das nicht passiert, ist es völlig EGAL welche Konsole nach verkaufter Stückzahl den Konsolenkrieg gewinnt. Das ist BWLer-Denken. So lange stehen aber die Verlierer klar fest: Die Konsumenten. Vielleicht sollten Sony und MS ein paar Nachhilfestunden bei Apple nehmen, die es immerhin schaffen, alles mit so viel Nutz- und Mehrwert auszustatten, dass man sich gerne freiwillig an sie bindet. Bei diesem Konsolenunfug sehe ich das noch nicht.

 
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Geschrieben von - 22. Mai 2013 in Rant

 

Guernsey >:-(

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Ich finde ja schon die sechs Zwergstaaten in Europa skurril. Vatikan, San Marino, Luxemburg, Liechtenstein, Malta und Monaco sind lustige kleine Staaten und wenigstens noch in der EU oder über Abkommen an den Schengenraum gebunden. Absurd ist dagegen Andorra, das gleichzeitig vom Bischof von Urgell und dem französischen Präsidenten regiert wird und EU-Ausland ist.

Total beknackt ist aber Guernsey. Nie gehört? ich bis heute auch nicht. Das ist eine der beiden großen Inseln im Ärmelkanal, ein Felsbrocken, da lebte Victor Hugo im Exil.

Guernsey ist weder Teil von Großbritanien noch eine Kolonie, sondern direkt im Besitz der britischen Krone, eine sogenannte Crown Dependency. Und damit ist Guernsey kein Bestandteil der Europäischen Union. Mich hat ja erstaunt das es sowas überhaupt gibt und auch noch erlaubt ist. Wie ich auf Guernsey gekommen bin? Nun, ich hatte mich gefreut, endlich, nach jahrelangem Suchen, zu einem günstigen Preis gebraucht die Serienbox von “Northern Exposure” (Ausgerechnet Alaska) gefunden zu haben. Bei einem Versender aus Oxford. Statt des Pakets kam nach zwei Wochen aber nur eine Mitteilung vom Zollamt, dass man ein Päckchen unbekannten Inhalts und falsch gelabelt für mich hätte, Absender wäre Guernsey, ich sollte doch mal mit Rechnung, Bestellformular und Zolldeklaration vorbeikommen und Umsatzeinfuhrsteuer und Zoll bezahlen.
Hmpf. Das war es dann mit dem billigen Einkauf.

 
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Geschrieben von - 22. Mai 2013 in Ganz Kurz

 

Bezahltes Risiko: “Investitionszuschuss Wagniskapital”

ARGH. Ich werde gerade mal wieder im Glauben bestärkt, dass die Bundesregierung ÜBERHAUPT NICHTS MEHR auf die Reihe bekommt. Jüngstes Beispiel: Wagniskapitalinvestitionszuschuss. Um zu erklären was das ist, muss man etwas ausholen.

In anderen Ländern, vor allen den USA, gibt es sogenannten Venturekapitalgeber. Die investieren in viele kleinem neu gegründete Firmen und hoffe, dass zumindest einige von denen erfolgreich werden und Gewinn abwerfen. Kann auch sein, dass die Firma nicht abhebt, dann ist die Kohle weg. Deshalb heisst das Risikokapital. In den USA ist Venture Capital verbreitet, bei uns eher nicht.

Umgekehrt gibt es Firmen, die sich nun darauf spezialisert haben, mit skurrilen Geschäftsideen und gut geschriebenen Businessplänen hausieren zu gehen, Millionen an Venture Capital einzusammeln und dann ordentlich Party zu machen, so lange bis die Kohle verjuxt ist. Das, so sagen zumindest böse Zungen, nennt man StartUp. Tatsächlich gibt es viele Startups, die Venturekapital nutzen um sich größer zu machen als sie sind, kaputte Geschäftsmodelle zu tarnen und insgeheim darauf setzen, dass ein größeres Unternehmen die Klitsche kauft, bevor jemand merkt, dass alles den Bach runtergeht. Es gibt natürlich auch ehrbare Gründer, dass sei hier nicht unterschlagen, aber die nennen sich dann in Deutschland eher Existenzgründer, weil StartUp halt nach Ofen für die Verbrennung von Risikokapital klingt.

Niemand will also StartUps, aber in innovative Existenzgründungen soll schon investiert werden. So könnte man es zusammenfassen. Das wissen alle. Nur unsere Bundesregierung nicht, deren FDP-Vorsitzende gerade wie besoffen durchs Silicon Valley taumelt und behauptet, dort hätte man schon mal was von Deutschland als Markt gehört. Die gleiche FDP will auch StartUps (die Durchlauferhitzer). Und weil man ja in Deutschland ist, soll der Steuerzahler für das Risiko von Risikokapital von Unternehmen gerade stehen.

ALLEN ERNSTES! Unter dem Schlagwort “Investitionszuschuss Wagniskapital” können Unternehmen jetzt beim Ministerium für Wirtschaft 20 Prozent des Risikokapitals, mindestens aber 10.000 Euro, als Zuschuss beantragen. Wenn ich das richtig sehe, muss im Erfolgsfall der Zuschuss nicht zurückgezahlt werden. Die maximale Förderung beträgt 250.000 Euro, die der Staat Unternehmen schenkt, die ihr Geld in neue Unternehmen stecken. UN-FASS-BAR. Aber so läuft das wohl. Nach den Verlusten werden nun auch Investitionen ohne direkte Gegenleistung verallgemeinert, die Gewinne aber weiterhin schön privat gelassen und jegliches Risiko wegversichert. Manmanman. Wenn es bloss eine wählbare Opposition in diesem Land gäbe.

 
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Geschrieben von - 21. Mai 2013 in Betrachtung

 

Das nächste große Ding nach Angry Birds

Angry Birds begann als kleines, nett gemachtes Spiel auf dem iPhone. Es ging, ganz grob, darum, mit einer Schleuder Strukturen physikalisch korrekt zum Einsturz zu bringen. Als Munition werden wütende Vögel verwendet. Bizarr, ich weiß. Ich war in dem Spiel eine Niete und habe es nie weiter als Level acht gebracht, aber Millionen Leute lieben das Spiel. Es findet sich auf fast jedem iPhone und iPad und mittlerweise gibt es auch Versionen für Android-Geräte, PCs, Konsolen, es gibt Star Wars-Ableger, Plüschfiguren und Brettspiele.

Vergangene Woche bin ich in Frankreich über das NEXT BIG THING gestolpert. Nach den Angry Birds kommen nun die GEWALTÄTIGEN FISCHE!

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Geschrieben von - 18. Mai 2013 in Internet

 

Spanien 2013 (3): Valencia

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Im Februar 2013 sind Modnerd und Silencer der Kälte des Winters entflohen. Nach Spanien. Modnerd kennt sich da aus, sein Begleiter kein Stück. Die Mission: Studium von Architektur. Von Barcelona geht es nach Valencia.

“Naja, alles mögliche halt, und da sind halt so Spieße drin und das steht immer oben auf der Bar und dann nimmt man sich da eben so viel man will”, sagt Modnerd, schon leicht ungehalten, weil ich jetzt zum xten Mal nachfrage, was denn bitte eigentlich Tapas sind und warum er ständig nach Spießen guckt. Spanische Essgewohnheiten sind nämlich ganz schön verschieden von unseren. Beispielsweise verhungert man in Spanien um halb Acht am Abend. Auch in großen Städten wie Valencia, wo wir für drei Tage sind. Die Stadt und ich hatten ohnehin einen Start auf dem verkehrten Fuß, mit dem bin ich nämlich in einem Riesenhaufen Hundescheiße ausgerutscht. Nun humpele ich mit meinen kaputten Knien und einem stinkenden Fuß durch Valencia, neben mir ein hungriger Modnerd und um uns rum nur geschlossene Restaurants.

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Als wir endlich eine Kneipe finden, in der es auch was zu essen gibt, bestellt Modnerd sofort Tapas – und lässt sich auch nach mehrfacher Nachfrage der Bedienung, ob er nicht lieber auch was Richtiges essen wolle, nicht davon abhalten. Die Quittung folgt in Form eines Riesentellers voll feinem Schinken. Sonst nichts. Keine Beilage. Nicht mal ein Stück Brot. Und erst recht kein Spieß. Spieße gibt es nicht. Nirgends.

Nach einem vermurksten ersten Abend wird es dann aber schlagartig besser, und Valencia entpuppt sich als der Knaller. Das Wetter ist sonnig und warm, über 20 Grad sind es in der Februarsonne. Diese Region ist mit Sonnenschein ohnehin reich gesegnet. Als wir in unserem Fiat Panda die 350 Kilometer von Barcelona bis hierher zurückgelegt haben, sind wir durch weitläufige Täler gefahren, in denen links und rechts der Strasse Orangen angebaut wurden. Das war das erste Mal, dass ich sowas gesehen habe. In Spanien wachsen Orangen auf Bäumen! Verrückt!

Das es hier des öfteren gutes Wetter gibt, merkt man auch den ausgeblichenen Gebäuden und den fast weißen Steinen von Wegen und Mauern, die wie gebacken aussehen. Im Hochsommer ist es hier bestimmt schwer auszuhalten. Vor Jahren ist Modnerd schon einmal hier gewesen, und bei seiner Rückkehr erzählte er mir von einem ausgetrockneten Flussbett mitten in der Stadt, in der es eine Stadt der Künste gäbe. Vor meinem Inneren Auge sah ich beim Stichwort “Stadt der Künste” eine Kolonie aus bunten Zelten, alten Wohnwagen und bemalten Bussen, vor denen Hippies und Austeigerinnen saßen und töpferten oder malten, um dann Batikhemden und Tonaschenbecher an Touristen zu verhökern. Das wollte ich nicht unbedingt sehen, aber das Flußbett, dass fand ich spannend. Ich hatte dabei so ein echtes Flussbett voller Geröll vor Augen.

Oh, wie falsch ich doch liege. Das wird mit klar, als Modnerd und ich von unserem Designhotel aus eine Strasse hinunter, und als wir nach 5 Minuten um eine Ecke biegen, trifft mich fast der Schlag. Vor mir steht das zweitskurrilste Gebäude, dass ich bislang gesehen habe.

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“DAS”, sagt Modnerd, “ist die Stadt der Künste!”.
Ich bin baff. Vor mir steht dieses unfassbar elegante Gebäude in einer steril-weißen Zukunftslandschaft mit weiten Wasserbecken, Parks und futuristischen Brücken. So sieht das Sternenflottenhauptquartier im 26. Jahrhundert aus – aber doch keine Hippikommune! Nirgendswo Hippies. Oder Batikhemden. Wie falsch ich doch lag. Mit allem. Das erste große, dicke FALSCH prangte über meiner Vorstellung der Stadt der Künste. Das lag natürlich auch an Modnerds Bezeichnung, denn der volle Name ist “Stadt der Künste und der Wissenschaft”, “Ciudad de las Artes y las Ciencias”. Und das ist keine Hippiekommune, sondern ein Science Center.

Naturkundemuseum und Science Center. Das Gebäude ist so dermaßen groß, dass selbst...

Naturkundemuseum und Science Center. Das Gebäude ist so dermaßen groß, dass selbst…

...ein komplettes Flugzeug in einer Ecke nicht weiter auffällt.

…ein komplettes Flugzeug in einer Ecke nicht weiter auffällt.

Der Sage nach befand Anfang der Neunziger die damalige Bürgermeisterin von Valencia, dass die Stadt eine Attraktion bräuchte. Freiwillig kam nämlich kaum ein Tourist nach Valencia. Zu abgelegen, außer Orangen und Sonne gabe es nichts zu sehen, und drum rum befanden sich Konkurrenzstädte wie Barcelona im Norden und die Partyorte an der Küste im Süden, aber nach Valencia wollten die Touristen oder Unternehmen nicht. Nachdem sich die Bürgermeisterin einige Städte in Europa angesehen hatte, beschloss sie, eine runde Größenwahn auszuprobieren. Sie beauftragte einen Architekten von Weltruhm, Modnerds Lieblingsarchitekten Santiago Calatrava, ein Operhaus zu bauen, dass in einer Liga mit Sydney spielen sollte. Und ein Wissenschaftsmuseum, wie es die Welt noch nie gesehen hatte. Und ein Imax-Kino. Und irgendwas für Sport und so, kann man ja immer brauchen. Calatrava selbst ist gebürtiger Valenzianer, sah die Chance hier unsterblich zu werden, und machte sich ans Werk. Die Bürgermeisterin bestellte bei der Architektenlegende Felix Candèla das größte Aquarium Europas. Wenn schon, denn schon. Hatte ja in Bilbao auch geklappt. Dort hatte man sich von Frank Gehry das Guggenheim-Museum hinstellen lassen, und schwupps, kamen aus der ganzen Welt Leute in die spanische Stadt, um das zerknüllt aussehende Gebäude anzuschauen.

Gesägt, tun getan, und eine Milliarde Euro und 15 Jahre später wurde im Jahr 2006 die Stadt der Künste und Wissenschaft feierlich eröffnet. Sie besteht aus dem Opernhaus (Palau de les Arts), einem 3D- und Imax-Kino (L’Hemisfèric), dem eigentlichen Naturkundemuseum mit Science Center (Museo de las Ciencias Príncipe Felipe), dem Aquarium (Oceanográfic) und einem undefinierbaren Mehrzweckbau, den man noch irgendwie als Nachsatz mitten rein gebaut hat. Besichtigen können wir den nicht, das ganze Gebäude hat Mercedes gemietet, um der gelangweilten Weltpresse die 2013er Modelle vorzuführen.

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Staunend gehen wir über das Gelände. Alle Gebäude, Bänke, Mauern und Wasserbecken glitzern in der Morgensonne. Ihre Oberflächen sind nach der traditionellen, spanischen Trencadís
-Technik
gestaltet: Fliesensplitter, keiner größer als ein Daumennagel, sind aneinandergelegt und die Zwischenräume mit Beton versehen worden, und zwar so kunstvoll, dass man sich beim darüberstreichen mit der Hand keine blutigen Finger holt.

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Der exzessive Einsatz von Trencadís erklärt die Keramikindustrie um Valencia. Manche Seitentäler scheinen als Wirtschaft nur die Fleisenherstellung zu kennen. Ein Fliesenwerk reiht sich ans nächste. Vermutlich produzieren die Fliesen, um sie gleich wieder zu zerschlagen und an die Trencadís-Künstler zu verkaufen. Hm.
Ich habe diese Technik schon einmal gesehen: Im dem Tarotgarten von Nikki de Saint Phalle in der Toskana. Auch dort hat mich diese Technik begeistert, aber hier, in dieser Masse, ist es einfach nur unglaublich.

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Geschrieben von - 18. Mai 2013 in Reisen

 
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Geschrieben von - 17. Mai 2013 in Ganz Kurz

 

Zwei Wochen

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Nur noch zwei Wochen, und ich komme hier zu nichts. Arbeitstechnisch wollen noch viele lose Enden vertüddelt werden, bevor es in die Abwesenheit geht. Viel zu tun also, genau in der Phase, in der sich natürlich noch Probleme ergeben: Der neue GPS-Logger ist ungenau wie Sau, vermutlich stimmen die Einstellungen nicht. Die Kompressionssäcke sind zu groß geliefert worden. Die Teile für´s Cockpit kommen nicht an Land. Und: Unerwartete Probleme mit den Haltepunkten der Kamera. Wie sich herausstellt, sind ALLE Halterungen die mit der Kamera in einer Motorbike Edition geliefert wurden, im Prinzip komplett untauglich für den Einsatz am Motorrad. Das Problem sind die Vibrationen. Die werden nur durch das Klebepad vermindert, und das reicht nicht – das Bild wackelt und flimmert, dass man da keine zwei Sekunden hingucken kann. Vermutlich erwartet der Kamerahersteller, dass man sich die Kamera ohnehin oben auf den Helm klebt, und damit der Körper des Fahrers die Vibrationen ausgleicht. Aber ich werde AUF KEINEN FALL wie ein Teletubbie durch die Gegend fahren!

Das Vibrationsproblem hatte ich bislang noch nie. Alle anderen Zusatzteile am Mopped, z.B. das Navi, haben Halterungen der Firma Ram Mount. Die halten ALLES aus und sitzen auf massiven Gummikugeln, die schlucken alle Vibrationen weg. Die Lösung ist nun also ein Ram Mount für die Kamera. Dummerweise gibt es für meine Kamera, eine Rollei (bzw. Aee, wird aber von Rollei vertrieben) sowas nicht. Nun, wenn alle Lösungen untauglich sind, muss ich selbst was bauen.

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Also fix einen Ram Mount Arm (12,90 Euro) und eine Kugel (17,80 Euro) bestellt sowie einen Rollei-Fuß (13,90 Euro) und drauf los gebastelt. Leider passen die Teile nicht zueinander, und so sitze ich Abends in meinem Arbeitszimmer, umgeben von haufenweise Kleinteilen, und säge, feile, klebe und drehe die Teile bis am Ende hoffentlich was draus wird. Ich bastele ja eigentlich gerne, aber das hier nervt gerade und vor allem: Es geht ins Geld!

Ähnliche Vibrationsprobleme hat auch die Halterung für das kleine ZUsatzinstrument. Hält eigentlich, vibriert sich aber kaputt. Auch da muss ich nochmal ran, aber immerhin ist das Ding mit Teilen aus dem Ein-Euro-Markt gebastelt.

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Diese Woche habe ich es immerhin geschafft die Protektoren anzubringen. Das sind Schalen aus Carbonfaser, verstärkt mit Aluplatten, die mit Temperaturbeständigen Silikonkleber auf die Motordeckel von Lichtmaschine, Zündgeber und Kupplung geklebt werden. Bei der Umfrage im ZZR-Forum hat sich nämlich rausgestellt, dass das der größte Showstopper überhaupt ist.

Es reicht oft schon, wenn die Maschine im Stand umfällt und ungünstig aufkommt, dann platzt einer der weit herausstehenden Deckel – und damit ist die Tour SOFORT vorbei. Das mit das im letzten Jahr nicht passiert ist, habe ich den Crashpads zu verdanken, auf denen die Maschine gelandet ist. Die Protektoren versprechen nun noch mehr Sicherheit und sollten auch dann halten, wenn das Chrashpad bei einem Sturz während der Fahrt abreisst. Der Motor ist nun quasi gepanzert. Hergestellt wurden die Protektoren übrigens extra für mich, von einem Ein-Mann-Handwerksbetrieb in Bayreuth. Deshalb sind sie auch silbern, und nicht -wie meistens bei Carbon – schwarz. Ich will nicht sportlichkeit demonstrieren, ich will Schutz.

Kupplung und Zündgeberdeckel vorher....

Kupplung und Zündgeberdeckel vorher….

...und mit aufgeklebten Protektoren.

…und mit aufgeklebten Protektoren.

Kupplungsdeckel nackt...

Kupplungsdeckel nackt…

Der Hochtemperaturbeständige Klebstoff wird aufgetragen. Etwas mehr als die Anleitung sagt, weil das Innere der Protektoren sehr uneben ist.

Der hochtemperaturbeständige Klebstoff wird aufgetragen. Etwas mehr als die Anleitung sagt, weil das Innere der Protektoren sehr uneben ist.

...und gepanzert. Gut zu sehen: Die Aluplatte in der Schale aus Carbon.

…und gepanzert. Gut zu sehen: Die Aluplatte in der Schale aus Carbon.

Und sonst so? Immerhin vier Mal in den letzten sieben Tagen im aktuellen Sportstudio gewesen. Da ich in der letzten Woche auch vier Tage auf Dienstreise war, ist das ganz ordentlich. Das ich trotz des fetten Essens dort jetzt 4,9 der überflüssigen 5 Kilo los bin, ist ebenfalls nett.

Zusammengefasst:
- Die Bestätigung der anderen, als problematisch angesehenen, Hosts ist da.
- Panzerung ist angebaut
- Zum Sprachenlernen nicht eine Minute gekommen
- Viele Bastelarbeiten am Start

Das steht an:
- ASFINAG-Videomautkarte buchen
- Halterung für die neuen Instrumente erfinden und bauen
- Navi programmieren.

 
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Geschrieben von - 17. Mai 2013 in Reisen

 

Bitte Danke Nein

“Danke, für mich bitte kein Stück Kuchen. Ich bin allergisch gegen Kohlehydrate.”
“Das habe ich ja noch nie gehört, wie äußert sich das denn?”
“Wenn ich damit in Berührung komme, kriege ich böse Schwellungen im Bereich der Körpermitte.”

 
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Geschrieben von - 16. Mai 2013 in Kurz notiert

 

Logo für das Internet: (#)

Sascha Lobo ist ein ziemlich schlechter Vortragssprecher, aber ein SEHR cleverer Internetdenker. Nach langem Nachdenken kam was geniales bei raus: Das Logo für das Internet: (#).
Ich mag das.

 
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Geschrieben von - 13. Mai 2013 in Ganz Kurz

 

Spanien 2013 (2): Barcelona

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Im Februar 2013 sind Modnerd und Silencer der Kälte des Winters entflohen. Nach Spanien. Modnerd kennt sich da aus, sein Begleiter kein Stück. Die Mission: Studium von Architektur. Von Girona geht es nach Barcelona. Ohne Wiesel.

Barcelona! Beeindruckende Weltstadt, Hauptstadt Kataloniens. 1,6 Millionen Menschen leben in der Stadt, die nach Paris die am dichtesten besiedelte Stadt der EU ist. Im weiteren Stadtgebiet leben mehr als 3 Millionen, in der Metropolregion fast 5 Millionen Menschen. Dennoch hinterlässt Barcelona den Charme einer mittelgroßen, dafür extrem abwechselungsreichen Stadt.

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Das Gefühl, nicht in einer Millionenmetropole zu sein, kommt vor allem daher, das die Straßen, Plätze und Grünanlagen überaus großzügig angelegt sind. Alles atmet Raum, nirgends wirkt es überfüllt. Das liegt aber auch daran, dass wir Februar haben, und außer Modnerd und mir kaum Touristen in der Stadt sind. Es ist sonnig, und in der Sonne warm, aber sobald man in den Schatten kommt, merkt man recht deutlich, dass gerade mal 10 Grad sind.

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Das Gefühl der Abwechselung kommt durch die vielen Kontraste, die man hier erleben kann. Barcelona schmiegt sich in zwischen Meer und Berge in ein Tal mit mehreren Ausläufern. Hier Wasser, dort Felsen, dazwischen eine verwinkelte Altstadt, das Barrì Gotic, und im Gegensatz dazu der streng symetrische Stadteil L´Eixample mit seinen quadratischen, an den Ecken abgerundeten Ecken Wohnblocks, den Xamfrans.

Auf der Satellitenaufnahme gut zu sehen: Oben das streng nach Plan gebaute, symetrische L`Eixample mit seinen achteckigen Blocks, unten die verwinkelte Altstadt, das Barrí Gotic.

Auf der Satellitenaufnahme gut zu sehen: Oben das streng nach Plan gebaute, symetrische L`Eixample mit seinen achteckigen Blocks, unten die verwinkelte Altsatdt, das Barrí Gotic.

Die Altstadt von Barcelona besteht aus verwinkelten Gassen mit kleinen Geschäften, großen Markthallen und jeder Menge Streetart. Die Stadt fühlt sich jung an, was sicher auch durch den lockeren Umgang mit Kunst kommt.

Und an jeder Ecke: Streetart.

Und an jeder Ecke: Streetart.

Jugenstil wohin man blickt, auch heute noch gerne als Gestaltungsrahmen verwendet.

Jugenstil wohin man blickt, auch heute noch gerne als Gestaltungsrahmen verwendet.

Und noch mehr Streetart

Und noch mehr Streetart

Kathedrale.

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OFFENE DROGENGESCHÄFTE!

OFFENE DROGENGESCHÄFTE!

Markthalle in der Altstadt

Markthalle in der Altstadt

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Angenehm verrückt: Es ist Karneval, und die Verkäufer an den Ständen haben sich ein wenig verkleidet.

Angenehm verrückt: Es ist Karneval, und die Verkäufen an den Ständen haben sich verkleidet.

In L´Eixample gibt es auch einige Bauwerke des Modernisme zu besichtigen. Der Modernisme ist, einfach gesagt, spanischer Jugendstil. Jugendstil hat viele Namen: Art Nouveau (Frankreich), Modern Style (England), Stile Floreale (Italien), aber nur hier, in Ktalonien, heisst er Modernisme. Der Stil kam um die Jahrhundertwende auf, und sein bedeutenster Vertreter war zweifellos Antoni Gaudì.

Barcelona atmet Jugendstil aus jeder Pore. Auch die Steine in der Fußgängerzone weisen ein Muster Gaudís auf.

Barcelona atmet Jugendstil aus jeder Pore. Auch die Steine in der Fußgängerzone weisen ein Muster Gaudís auf.

Der Mann war genauso Genie wie Visionär. Dabei war der 1852 geborene Katalane in der Schule eine faule Socke. Er hielt sich nicht mit dem Anfertigen von großen Plänen oder Berechnungen auf, sondern bastelte lieber Statikmodelle aus Bindfäden oder malte Fassadendetails morgens auf, damit die Handwerker wussten, was sie den Tag über machen sollten. Als er sein Diplom von Präsidenten der Architekturschule erhielt, soll der gesagt haben: „Qui sap si hem donat el diploma a un boig o a un geni: el temps ens ho dirà.“ („Wer weiß, ob wir den Titel einem Verrückten oder einem Genie gegeben haben – nur die Zeit wird es uns sagen.) Um ehrlich zu sein: Die Zeit sagte es nicht. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Gaudí ein Genie oder ein Irrer war. Vermtulich beides, zu gleichen Teilen.

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Gaudìs bekannestes Bauwerk ist natürlich die Temple Expiatori de la Sagrada Família oder kurz Sagrada Familia, die verrückte Kirche, an der seit 1882 herumgebaut wird, und die vielleicht 2026 fertig sein wird. Die Kirche stammt ursprünglich nicht von Gaudì, aber nach dem Tod des ursprünglichen Architekten übernahm der Katalane und plante ein einzigartiges Kunstwerk, das eine Vermischung von klassischen Bauweisen, Modernisme und Elementen der Moderne werden sollte. Viel davon ist bereits fertig, zum Beispiel die prächtigen Fassaden, die ganze Geschichten erzählen und mit ihrem Detailreichtum das Auge durcheinander bringen.

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Geschrieben von - 11. Mai 2013 in Reisen

 

Drei Wochen

Neue Reifen: 230,- Euro
Reifenmontage: 75,-
Inspektion, Ölwechsel, Bremsflüssigkeitswechsel: 190,- Euro
Neue Bremsbeläge vorne: 140,- Euro
Hauptuntersuchung: 63,- Euro

Das sichere Gefühl, mit einem im perfektem Zustand befindlichen Motorrad zu fahren: UNBEZAHLBAR.

So könnte man das Hauptergebnis der letzten Woche zusammenfassen.

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Die Maschine hat wieder für zwei Jahre die Plakette. Die Bremsen sind statt auf 30 wieder auf 100 Prozent, und die neuen Reifen sind rund und nicht im Querschnitt eckig gefahren, wie die alten. Obwohl ich den alten Angel ST wirklich Respekt zollen muss. 10.000 Kilometer hatten die jetzt drauf, und waren noch lange nicht am Ende des Lebens angelangt. Nur waren sie halt in der Mitte etwas platt gefahren, was in Kurven keinen Spass macht, wenn man die Karre quasi über die Kante wuchten muss. Und DIE LANGE REISE ist LANG, das wollte ich mit den alten Reifen dann doch nicht machen. Reifen und Bremsen sind wichtig.

Gute Versorgung ist auch wichtig. Vor allem mit Ersatzteilen, wenn man wer-weiß-wo sitzt und eine Panne hat. Sicher, wenn einem nun ein Kolben um die Ohren fliegt, hilft das beste Supportkonzept nichts. Wenn es einen Motorschaden oder einen schlimmen Unfall gibt, ist die Fahrt natürlich beendet. Aber es gibt gewisse Dinge, auf die kann ich mich vorbereiten und es gibt Fälle, für die kann ich vorsorgen.

Über den Winter habe ich ein wenig mit den lieben Leuten im ZZR-Forum gearbeitet, um typische Schwachstellen unseres Motorrads zu finden. Die Ergebnisse einer kleinen Umfrage zum Thema “Was ist Euch passiert bei Unfällen mit geringer/keiner Geschwindigkeit” waren recht schnell sehr eindeutig. Es gibt verschiedene “Show Stopper”, relativ kleine Ursachen mit so großer Wirkung, dass eine Weiterfahrt sofort unmöglich wird. Ein Beispiel: Manchmal reicht es schon, wenn die Maschine im Stand umfällt, und eine der Fußrastenhalterungen abbricht. In dem Moment ist alles vorbei. Game Over, Tour ist zu Ende.

Aus diesem Grund habe ich mir ein kleines Ersatzteillager zugelegt. Beide Fußrasten, die wichtigsten Bowdenzüge, Deckel für Lichtmaschine und Zündgeber, ein Lichtmaschinenregler, weil der gerne bei mediterranen Temperaturen den Geist aufgibt, usw.
Alles für recht kleines Geld über den Winter zusammengekauft. Einen Teil der Sachen werde ich mitnehmen – ein Bowdenzug ist klein und nimmt nicht viel Platz weg, und bei 135 Litern Frachtvolumen habe ich VIEL Platz. Andere Teile werde ich zu Hause einlagern, versendebereit verpackt. Wenn ich die tatsächlich brauchen sollte, wird ein helfender Engel die fertigen Pakete einem Kurier in die Hand drücken, der die innerhalb von 24 Stunden an jeden Punkt Europas ausliefert.

Außerdem habe ich in jedem Land mindestens einen “Fixer”, einheimische Freundinnen und Freunde und Organisationsgenies, an den ich mich im Notfall wenden kann und die dolmetschen, Sachen besorgen und einfach Dinge “fixen” können. Und natürlich habe ich eine Liste aller Kawasaki-Werkstätten auf der Route dabei. Soweit das neue Supportkonzept. Ich hoffe, ich werde dieses Fallback nie brauchen.

Klingt alles übertrieben? Kann sein. Immerhin bin ich nicht in Afrika unterwegs oder der Mongolei oder an sonst irgendwelchen Orten fernab der Zivilisation. Ich bin in Europa, wo alles in kurzer Zeit machbar sein sollte. Theoretisch. Aber auch mitten in unserem Kontinent gibt es so abgelegene Orte. Und hey, manche Leute fahren schon bei Touren, die halb so lang sind wie die LANGE REISE nur mit Versorgungsfahrzeug. Echt. Die fahren dann in einer Gruppe von Motorrädern, und hinten dran ein Bus mit Teilen, Werkzeug und Gepäck. Ich habe kein Versorgungsfahrzeug, und ich bin allein unterwegs. Diese Vorbereitung gibt mir die Sicherheit zu Wissen, was in Notsituationen zu tun ist – und nicht kopflos in der Luft zu hängen. Und hey, ich schreibe über die Vorbereitung ja auch, damit sichtbar wird, wieviel Gedanken, Planung und Mühe in die Vorbereitung gesteckt wird.

Und sonst so? Sport, immerhin vier Mal in den letzten sieben Tagen. Aber mit ein wenig mehr Bedacht, der Wirbel im Rücken schmerzt immer noch. Netter Nebeneffekt: 4,1 der fünf überflüssigen Kilos sind weg, jetzt passe ich wieder in die guten Anzüge, ohne die Luft anhalten zu müssen. Das ist gut. Ob es schon reicht, um 250 Kilogramm hochzustemmen? Wer weiß. Ausprobieren tue ich das vorher nicht.

Zusammengefasst:
- Neue Reifen sind drauf
- Bremsbeläge sind erneuert
- Öl und Bremsflüssigkeit sind erneuert
- Automatisches Kettensschmiersystem ist aufgefüllt
- Hauptuntersuchung ist gemacht
- Die Tagestouren stehen alle fest und MAN, wird es viel zu sehen geben
- Parkplätze in fast allen großen Städten sind gefunden
- Der Haupt-Host hat die Reservierung bestätigt mit den Worten, “Don´t you worry, how dare you! OF COURSE YOUR ROOM IST WAITING FOR YOU!!!!”
- Kompressionssäcke bestellt
- Reiseapotheke aufgefrischt
- Bordwerkzeug gecheckt

Das steht an:
- Panzerung anbauen
- Halterung für die neuen Instrumente erfinden und bauen
- Neue Kamera testen
- andere Hosts anschreiben
- Navi programmieren. Das wird dauern, denn es geht an abgelegen Orte, die man echt über Koordinaten eingeben muss.

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Geschrieben von - 10. Mai 2013 in Reisen

 

Was das Internet mit unserem Hirn macht

OK, die Überschrift ist vielleicht ein wenig irreführend. Eigentlich müsste es heißen: Wie das Netz unsere GEsellschaft verkrüppelt. Oder auch: Wie unsere Jäger- und Sammlergene uns dumm machen.

“Wenn das Internet ausfallen würden, bin ich von jetzt auf gleich dumm wie Brot”, las ich neulich ein strunzdummes Statement. Oder es war ernstgemeint, dann muss man aber in der Tat am Verstand des Schreibers zweifeln. Der folgende Kurzfilm visualisiert sehr schön einige Kernthesen aus Nicolas Carrs Buch “The Shallows: What the Internet Is Doing to Our Brains” und erklärt in knappen drei Minuten, wieso das Netz unsere Aufmerksamkeitspanne reduziert und uns langfristig… Oh, Katzenbilder!

 
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Geschrieben von - 8. Mai 2013 in Internet

 

Herrentag

Morgen ist ja wieder, theoretisch, Christi Himmelfahrt. Praktisch wird der uhgn, Vatertag begangen. Eine ziemliche Schweinerei und widerliche Angelegenheit, die ihre Ursprünge im Mittelalter hat. Am Herrentag schritten die Gutsbesitzer ihre Anwesen ab und inspizierten die Grenzen.

Später wurde daraus die Herrenpartie, bei der durchaus auch der Nachwuchs mitgenommen wurde. An relevanten Punkten, die Merkmal für den den Grenzverlauf darstellten, bekam der Sprössling eine ordentliche Backpfeife auf die Seite des Kopfes verpasst, damit er sich die Stelle auch merkte. Daher kommt der Ausdruck “etwas hinter die Ohren schreiben”.

Die heutige, widerliche Form, in der besoffene Zombies laut gröhlend und scheiße angezogen mit Bollerwägen durch die Gegend krajolen und so lange saufen, bis sie entweder bewusstlos umfallen oder sich gegenseitig auf´s Maul hauen, ist eine Berliner Erfindung, die man da um die vorvergangene Jahrhundertwende gemacht hat. WARUM AUCH IMMER. Kann ja eigentlich nicht sein, dass sich da wer hingesetzt hat und sich gesagt hat, “Mensch, so´n Tach nur zum sofen und reihern und kloppen, des wär wa? Den erfinde icke mal “Alta, son Tach zum picheln, bröckeln und kloppn, det wär doch wat, wa! Den erfind ick ma.*”. Aber ach, genauso war es wohl. Und jetzt leidet der vernünftige Teil der Menschheit unter diesem heidnischen Ritual.

*Berlinerisch beigesteuert von Psychoqueen.

 
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Geschrieben von - 8. Mai 2013 in Service

 
 
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